… oder besser: Radeln für das Gute im Kopf. Der Porsche ist seit heute wieder flott und ich kann mich austoben. Mir hat anfangs der Antrieb gefehlt, mich überhaupt ums Fahrrad zu kümmern, dabei war es doch nur der Schlauch hinten, der geflickt werden musste. Nun ja, letzte Woche hab ich mich dann zwar rangesetzt, aber das Ergebnis war nicht befriedigend. Porös, an einer anderen Stelle wieder offen und dann hab ich aufgegeben. Heute aber hat der Porsche nun nen komplett neuen Schlauch bekommen, alles ist geölt und gefettet und Montag gehts dann einfach – wenn das Wetter hält – mit dem Radl zum Praktikum. Schlappe 9,9 km durch Feld, Wald und Wiesen, aber was sind schon 10 km? Eigentlich nichts oder? Finde ich auch.

porscheVor ein paar Jahren war ich kaum vom Fahrrad zu bringen, da ging es jeden Abend (oder zumindest wenn ich die Zeit hatte) aufs Radl und raus. Mir war da noch gar nicht bewusst, warum ich das so intensiv gemacht habe und wie gut es mir getan hat. Radeln hilft gegen die „bösen Gedanken“, mir auf jeden Fall. Im Grunde kann man sogar eine Achtsamkeitsübung daraus machen. Ich kann bewusst über die Geschwindigkeit und die Anstrengung steuern, ob und wie sehr ich Druck abbauen kann. Ich kann aber auch während des Fahrens gezielt Muskelgruppen wahrnehmen, die Bewegung beim Treten, den Fahrtwind und die Landschaft genießen. Nach dem Auspowern stellt sich dann auch meist eine entspannte Müdigkeit bei mir ein. Ich weiß dann, dass ich nicht nur was für meinen Körper getan habe, nein, auch der Kopf bekommt was Gutes. Die Mediziner behaupten ja, dass der Körper bei Ausdauersport Endorphine freigesetzt werden und uns glücklicher werden lassen. Ich hab zwar keine Ahnung von den Prozessen im Körper, aber während des Sports und kurz danach geht es mir oft besser. Einzig der Antrieb ist ein kleines Problem, oder bekommt ihr immer den Hintern hoch und bewegt euch? Mitten in schweren depressiven Phasen funktioniert es eigentlich gar nicht.

Ich bin dann mal weggefahren …