… so singen es Annie’s Revier in ihrem Lied. Alles nochmal auf Anfang. Fast so ist es jetzt auch. Vor ein paar Tagen habe ich noch in „Ich (er)finde mich neu ...“ darüber geschrieben, dass ich jetzt die Ruhephase nutzen werde, um mich beruflich in die Richtung zu orientieren, die mir wirklich Spaß macht. Ich realisiere also gerade, dass ein neuer Start ab und zu nur eine Mail, ein kurzer Rückruf und ein persönliches Gespräch braucht. Manchmal ist es dann auch einfach Glück und ein wenig innerer Schweinehund.

Ich schreibe hier heute also als Praktikant. Ein Praktikant, der ein paar Stunden am Tag in die „Werbebranche“ schnuppert. Ja, das ist eigentlich genau das, was ich wollte. Ich habe eine Zeit gehabt, in der ich mich in einem mittelständischen Unternehmen austoben durfte. Marketing, Grafiken, Produkte erstellen, Messeplanung, Fotografien für Kataloge und so weiter. Meine Welt. Ich habe mich wohlgefühlt. Letztlich war es aber eine bevorstehende Insolvenz, die mich da rausgeholt hat. Und heute? Würde ich genau wieder in diesen Bereich wollen. Innovativ und kreativ gestalten, sich einbringen, diskutieren, ausarbeiten, Ergebnisse erzielen und fertige Produkte bestaunen. Sicher habe ich mir mein Wissen in den diversen Programmen selbst beigebracht und gehe in den Programmen nicht immer die konventionelle Wege, aber die Ergebnisse stimmten. Und ja, ich habe mich nie weiter für die Bereiche beworben, weil ich meiner Meinung nach nicht ausreichende Qualifikationen habe. Wenn ich mir im Selbststudium Wissen aneigne, kann ich in Bewerbungen nicht mit Qualifikationen glänzen. Höchstens mit Arbeitsproben und Referenzen. Aber glaubt ihr, dass ich auch nur ein Mal auf die Idee gekommen bin und habe Mustervorlagen erstellt? Nein, natürlich nicht. Ich habe mich viel mehr geärgert, dass ich meine Daten aus der damaligen Firma nicht als Referenz mitgenommen habe. Schwamm drüber, nicht ärgern. JETZT ist die Zeit gekommen, in der ich mich einbringen kann und kann meine Referenzen sammeln und mich in der Zeit weiter orientieren kann.

Donnerstag vormittags die Mail verschickt. Mittags der Rückruf. Freitag persönlich gesprochen. Heute der erste Tag. Das ist mehr als eine glückliche Fügung und passt wie „Arsch auf Eimer“. Wollen wir jetzt nochmal über Zufall und Fügung sprechen? Nein, ich nicht. Aber ich bin glücklich, dass es so unkompliziert geklappt hat.

Ich muss gestehen, dass ich heute sogar mal etwas Nervosität und Unsicherheit an den Tag gelegt habe. Ich weiß ja nicht, was mich erwartet. Wusste ich bei anderen Anstellungen auch nicht, aber da bin ich definitiv entspannter hingefahren. Am Ende war es natürlich heute auch sehr entspannt und auch schon lehrreich. Positiv ist, dass ich mich in Photoshop-Kenntnissen kleingeredet habe. Ein kurzes Gespräch heute über Masken, Freistellen und ähnliche Aktionen haben doch Fachwissen aufblitzen lassen. Und auch wenn ich als Praktikant über die Schulter geschaut habe beim Erstellen von Anzeigen, gab es schöne Momente und Erinnerungen an die Zeit, als ich mich bei „Firma XY“ austoben konnte. Und ja, auch Tricks & Kniffe hab ich mir schon abgeschaut. Ein zufriedenstellender Tag für mich. Wann kann ich mich jetzt selbst einbringen?! Ha, habt ihr so gedacht, oder? Nein, ich überstürze es nicht. Es kommt, wie es kommt. Aber wahrscheinlich schneller, als ich es ahne.

Tja, kann ich mich hier nochmal bedanken, oder wird es schon zu viel? Ich mach es einfach: Danke an M., die mir nach der „Explosion“ nicht in den Arsch getreten hat, sondern die Situation gekonnt analysiert und sich hinter mich gestellt hat. Ich war mehr als positiv überrascht. Danke an R. für diese Möglichkeit, die mir ne Menge bedeutet. Wundersam, was aus einer Anzeige für Schlagzeugunterricht entstehen kann.

Das war dann auch schon der zweite Teil des Märchens …