… offenbart uns doch, was die Natur feines zu bieten hat. Nicht nur Bäume und Büsche des Nachbar, lärmende Autos und irgendwelche Probleme. Was ich meine? Nun, vor ein paar Wochen hatte ich eine Einladung zu einer sehr guten Bekannten, dass wir doch vorbeikommen können und im Garten „räubern“. Johannisbeeren. Ich war ja erst geteilter Meinung, als Kind hatte ich ja schon nichts über für Garten, Obst pflücken und so weiter. Aber M. wollte unbedingt welche haben, sie isst sie ja so gern. Letztlich hab ich dann auch noch geschaut, wie man Gelee daraus machen kann und ehe ich mich versah, stand ich mit 2 kg Johannisbeeren in der Küche. 1 kg zum Mampfen, 1 kg entsaften. Wisst ihr eigentlich, dass das gar nicht so ein riesen Aufwand ist, wie sich das die meisten vorstellen? Ich hab gefallen dran gefunden.

weintrauben

Und so haben wir hier in den letzten Wochen jede Menge Birnen entsaftet (ähm, gute 6 Liter), Mirabellen als Gelee in Gläser gestopft und auch daraus Saft gemacht, Brombeersaft bekommen, Zwetschgenkuchen verspeist, Weintrauben aus dem Garten entsaftet, Tomaten bekommen und viele tolle Stunden mit der Spenderin der leckeren Dinge bei ihr und uns verbracht. Mich fasziniert ja, was sie alles darüber weiß. Egal welche Frage ich stelle, sie wird ausführlich beantwortet. Das imponiert. Warum ich das schreibe? Nun, ich habe mir vor einiger Zeit nicht vorstellen können, dass ich das alles in der Küche mal selbst mache und mich so darüber freuen kann. Das Ergebnis nach Pflücken und Küchenarbeit ist doch faszinierend. Das selbsthergestellte Gelee essen, den eigens entsafteten Saft trinken und so weiter.

aepfel

Heut war auch einer der schönen Tage, M’s „Sammlerinstinkt“ war geweckt, als sie rausgefunden hat, wie viele Apfelbäume hier am Feldweg stehen. Irgendwer hat da zwar Birnenbäume zwischengesetzt, aber egal, die gehen auch. Da wir aber nicht die einzigen schlauen Sammler sind, war bei uns nicht viel zu holen. Die meisten Äpfel hingen auf der Seite zum Graben und da kommt man nicht mehr ran. Wir hätten uns druntersetzen können und warten bis sie fallen, aber das wollten wir auch nicht. Hier gibt es aber noch mehr Dörfer, und natürlich auch noch mehr freistehende Bäume. Die Ausbeute hätte größer sein können, nur wie sollen wir alles auf einmal machen? Jetzt gibt es erstmal die Probe mit Apfelgelee und Apfelmus. Vielleicht sogar Birnenmus? Mal sehen. Wenn das so gut läuft, steht da auch noch ein Apfelkuchen an. Und denkt ja nicht, dass ich als Mann mich hier zurückziehe. Ähm, nein! Heute morgen war auch die Küche fest in Männerhand am Entsafter. Teamwork ist das A und O.

ausbeuteHach, und was man nicht alles lernen kann. Tolle Rezepte für Kuchenboden. Warum haben wir den eigentlich jahrelang gekauft? Probieren hier, entwickeln da, ausprobieren dort. Verrückt. Und sehr oft ein Gaumenschmaus. Ich kann es nur jedem empfehlen, der die Chance dazu hat. Entsafter ist kein Muss, das geht auch mit nem normalen Topf, Sieb und Küchentuch. Nee, wir werden damit sicher keine Selbstversorger, aber vielleicht wird der Keller ja eine Regalecke mit Selbsteingemachtem bekommen? Macht ja doch irgendwie richtig Spaß – wenn man weiß, wie es geht. Sicher sind gekaufte Sachen oft doch mal günstiger, als die hergestellten (4 Std. Backofen laufen lassen für Zwetschgenmus), aber hey, man muss es gemacht haben.

Wie macht ihr das denn? Habt ihr nen Garten? Kocht ihr ein?
Kennt ihr vielleicht tolle Rezepte? Erzählt mal!
Und was kann den Tagesabschluss noch vergnüglicher machen?
Hihi, kleine Küken streicheln und Begaffen:
kueken