… muttu notieren. Jeder kennt es doch, wenn einem mal kleine Dinge entfallen. Was hab ich gestern gemacht? Wann war nochmal der Termin? Wo hab ich den Stift eben hingelegt? Und sicher können sich viele auch nicht mehr an besondere Tage aus der Kindheit erinnern. Aber wie ist es, wenn ich plötzlich die Frage nach der Straße, wo ich ein Vorstellungsgespräch hatte nicht beantworten kann? Das war doch gestern erst. Oder nicht weiß, was in der E-Mail gestanden hat, die ich eben noch gelesen habe? Wenn mir einfällt, was ich noch machen muss, es im nächsten Moment aber wieder vergessen habe? Kommen die Gedanken so schnell, oder bleiben sie einfach nicht hängen? Merke ich mir nur unwichtige oder wichtige Sachen? Es würde mich ja nicht belasten, wenn es „mal“ wäre, dass mir was entfällt, aber über die letzten Monate gesehen, drängt sich ein Verdacht auf. Es ist ja nicht nur das Vergessen, nein, ich kann mich wahrlich nicht so gut konzentrieren, wie ich es eigentlich gewohnt bin. M: „Boah, ich muss dir alles zwei Mal sagen! Hörst du schwer?“ Nein, ich höre eigentlich sehr gut. Ich bin nur irgendwie … sagen wir … abwesend. Nur wo bin ich? Wo sind meine Gedanken? Und warum kann ich nicht direkt die erste Aussage aufnehmen?

Da ich mit 32 Jahren sicher noch nicht in eine Altersdemenz falle, einen Schlaganfall für mich ausschließen kann, kein Diabetes oder Schilddrüsenfehlfunktionen besitze, aktuell keine Antidepressiva oder andere Medikamente nehme und auch eine Infektionskrankheit nicht mein eigen nenne, muss ich mich wohl oder übel den Medizinern anschließen.

Vergesslichkeit, die im Rahmen von chronischen Erkrankungen auftritt, ist lange nicht mehr eine Symptom-Domäne bei Alterserkrankungen wie: Demenz oder Alzheimer-Krankheit. Zur permanenten Vergesslichkeit führen auch moderne Krankheitsbilder wie Burn-Out oder Essstörungen. Auch Zivilisationskrankheiten wie Alkohol- und Tablettensucht kann zu der auffälligen Vergesslichkeit führen. Vergesslichkeit ist auch ein Begleitsymptom bei psychischen Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen oder Schilddrüsenunterfunktion. Symptome einer bestimmten Krankheit zuzuordnen ist nicht immer leicht. [Quelle]

Stress. Stress ist auch einer der Auslöser. Ich habe doch aber keinen Stress! Keinen wahrnehmbaren Stress. Ich habe mir ja extra eine Tagesstruktur geschaffen, damit ich alle Stressoren im Griff behalte und nicht aufkommen lasse. Angeblich filtert das Gehirn ja die wichtigen und unwichtigen Informationen. Was behalten werden soll, kommt ins Langzeitgedächtnis und die Gedächtnisleistungen schwanken. Das kann ich ja wirklich nachvollziehen, aber ich würde gerne verstehen können, was in meinem Gehirn passiert, wenn ich selbst an vermeintlich guten Tagen ohne Grübelattacken nicht die kleinsten Sachen merken kann?

Fakt ist ja: Es geht hier nicht um irgendwelche Sachen die ich lerne oder mir irgendwie beibringe, es geht hier um Alltagsdinge die einfach nicht hängenbleiben. War doch früher nicht so. Absolut nicht. Ich konnte mir Telefonnummern, Namen, alles mögliche merken. Heute? Bleibt vieles einfach nicht im Kopf. Das macht mich ja schon etwas mürbe, aber ich habe gerade auch keine Wahl. Hirntrainings sehe ich da auch nicht als sinnvolle Waffe, der Kopf tickt ja gerade irgendwie anders – und auch erst, seitdem ich mich wirklich so gezielt damit auseinandersetze. Wahrscheinlich habe ich Ich habe die Probleme vorher einfach nur irgendwo hingeschoben und unbeachtet gelassen, wollte sie nicht sehen und vor allem wollte ich sie in Vergessenheit geraten lassen. Heute stelle ich mich den kleinen (und großen) Schweinehunden.
Ist also die aktuell psychische Belastung als Stress einstufbar? Ja. Warum auch nicht? Vergessen hat ja nun auch nichts mit Dummheit zu tun, auch wenn es nervig ist. Solange die Situation so für mich ist, muss ich mich dann einfach der Hilfsmittel bedienen, die mir geboten werden. Smartphone zum Beispiel. Memofunktion für Sprach- und Schrifteingabe. Alle haben es, ich nutze es.  Ich werfe hier mal als Beispiel „Evernote“ in den Raum; Notizen sind sowohl auf dem Smartphone, als auch am PC abrufbar. Fühlt sich gar nicht so verkehrt an. Zudem muss ich mir auch meine „Pausen“ gönnen und nicht wieder alles auf einmal machen wollen. Solange ich da konsequent bleibe, funktioniert es – auch wenn es nicht einfach ist, sich immer auf sich zu konzentrieren und am Ende auf sich zu hören.

Habt ihr das bei euch auch schon beobachtet? Wie geht ihr damit um? Erzählt es mir!