Die wahrscheinlich schwierigsten Tage des Jahres sind vorbei – Weihnachten. Alles in allem angenehme Tage. Irgendwie ist es schon anstrengend, wenn nicht ein Tag dabei ist, den wir für uns haben. Nicht einer. Aber das ist der Tribut, wenn zwei Familien zusammenkommen und dann nochmal intern getrennt sind.

24.12. bei des Herzmenschens Mutter + Mann
25.12. bei meiner Omma (und eigentlich meinen Eltern*)
26.12. bei des Herzmenschens Vater + Frau
27.12. Fahrt nach Wilhelmshaven
28.12. Geburtstag des Herzmenschens Opa in WHV + Rückfahrt
29.12. Geburtstagsbrunch des Herzmenschens Patenkind
… und dann reichts auch!! Über 800 km in den Tagen gefahren, Stunden über Stunden im Auto verbracht – auch wenn es sich gelohnt hat.

Ein Rückblick. Ob ich mich mit meiner Überschrift nicht ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt habe? Hmm. Ein Rückblick setzt voraus, dass ich mir die Zeit nehme und nochmal alles Revue passieren lasse. Nun, ich mache eine Kurzfassung …

2013 war ein Jahr der Veränderung. Ich habe mich zwar entschlossen mit voller Kraft etwas gegen die Depression zu unternehmen, bin aber auch genauso oft nochmal auf die „Schnauze“ gefallen. Die Tagesklinik war ein entscheidender Einstieg, weil ich mich 16 Wochen durchgehend mit mir beschäftigen konnte. Ja, konnte. Ich musste es nicht. Und ich habe es auch nicht in voller Inbrunst getan, weil ich einfach Angst vor mir selbst hatte.

2013 war auch ein Jahr mit vielen Rückschritten, die mich immer weiter nach vorn gebracht haben. Nach der Tagesklinik wollte ich ambulant weitermachen. Aber es passte einfach nicht, ich bin mit der Therapeutin nicht zurecht gekommen und habe mich weiter in der Grauzone bewegt. Die Grauzone, weil es der schmalste Grat zwischen Hoffnungen und Rückfall ist. Ich war auf mich allein gestellt und konnte nicht alles umsetzen. Ein Zufall hat mich letztlich in die richtige Bahn gebracht.

2013 ist auch das Jahr, in dem ich alles in Angriff genommen habe. Nie zu vor habe ich mich mehr mit mir beschäftigt und versucht einen Weg zu finden, mich zu ergründen, mich mit der Depression auseinandergesetzt, reflektiert, die Kindheit analysiert und Gespräche geführt. Ich habe noch nie so viel geheult, ich hatte noch nie schlimmere Suizidgedanken, ich habe mich noch nie so sehr gehasst, wie am Anfang des Jahres. Ja, es gab auch genug beschissen Tage, Situationen und Empfindungen.

2013 ist aber auch genau das Jahr, in dem ich gelernt habe, wie ich auf mich achte, dass es kein Egoismus ist, dass ich ehrlich sein kann, dass ich mir selbst etwas wert bin, dass ich mich lieben darf, dass ich eigenverantwortlich bin, keine Ausflüchte brauche und viele Qualitäten besitze, die ich nicht unter dem Tisch verstecken muss. Es ist das aufschlussreichste Jahr, mit vielen lehrreichen Stunden, Ausprobieren und Sackgassen. Es ist auch das Jahr, in dem ich erkannt habe, was das Leben bedeutet, was ich wirklich machen möchte und das ich den Mut habe, mich verändern zu können, loszulassen und ich zu sein.

2013 in einem Satz:
Das war ein Jahr zwischen Wahnsinn & Genie, und ich bringe beide Extreme gerade in ein harmonisches Gleichgewicht – ohne Rücksicht auf Verluste.

Danke an euch! Euch, die hier lesen und kommentieren. Euch, die hier das Kontaktformular benutzt haben und besonders einem Menschen, der mir dadurch sehr nah geworden ist. Euch, die mir bei Twitter folgen, meinen Kurzgedanken Sterne verleihen und diese teilen. Euch, die bei Facebook geliked haben. Euch allen, die sich mit mir austauschen, mich unterstützen, mich dadurch auch in schwierigen Tagen auffangen. Euch, die mir dadurch immer wieder den Mut geben, dass dieser Blog weiterlebt und ich mich genau richtig entschieden habe. Euch, die einfach wortlos meine Reise verfolgen und da sind.

Danke an all die Menschen in meinem Umfeld: Freunde, Bekannte, Wegbegleiter usw. usw. usw. … ich werde keine Namen nennen, ihr wisst selbst wer ihr seid und was ihr bei mir geleistet habt.

Ich wünsche euch allen einen guten Start ins neue Jahr, achtet auf euch, eure Lieben und habt etwas Mut zur Veränderung. Probiert euch aus, ändert Sichtweisen, lasst euch nicht abschrecken, steht zu euch und akzeptiert euch. „Danke“ ist ein kleines Wort, was wir viel zu wenig gebrauchen.

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* Anmerkung: Ich bin froh, dass ich mich gegen ein Treffen meiner Eltern entschieden habe. Zum einen hätte ich wirklich wieder eine besagte Tube Haargel bekommen. HAARGEL! Verdammte Scheiße, was soll denn sowas? Dann sollen sie es doch wirklich lassen. Ja, regt mich auf. Ja, ich bin immer noch emotional gebunden. Ja, es kotzt mich richtig an, dass ich da noch drinhänge, aber ich werde mich davon verabschieden. Ich bin keiner, der auf den Wert der Geschenke aus ist. Absolut nicht. Aber das?! Das wäre wirklich der Weihnachtsalbtraum geworden mit einem nicht redenden Herrn B.! Und natürlich gab es Heilig Abend das sagenumwobene Schnitzel in Zwiebel-Sahne-Soße. ARGH!