.. ja, manchmal, da hilft es nichts, da passiert es dann:

Immer, wenn du denkst, dass alles gut ist, kotzen dir deine Gedanken zwischen die Synapsen und lachen dich dreckig aus

Sicher kann ich mich jetzt zurücklehnen, kann den Wahrheitsgehalt meiner Gedanken hiermit überprüfen. Ich kann es aber auch lassen. Mir ist da nicht nach. Ich möchte diese Gedanken jetzt ausleben. Warum? Das frag ich mich auch oft genug. Genauso, warum wieder die Zweifel aufkommen. Warum blogge ich denn? Warum vergleiche ich immer noch mit anderen? Warum achte ich auf Besucherzahlen und Kommentarverhalten? Muss mich denn zwingend interessieren, wie viele hier klicken? Nein, muss ich nicht, aber die Zweifel und der Hang zum Perfektionismus ist da. Ich kanns doch nicht einfach wegwischen und sagen: „Es ist mir egal, wie viele hier gucken. Ist ja für mich.“ Naja, doch.

Eigentlich sollte ich das so sagen, oder? In meinem „About“ habe ich ja klar geschrieben, dass ich es für mich mache, es ein Tagebuch meines Weges wird. Ein Tagebuch mit Höhen und Tiefen. Und doch drängen sich die Fragen auf. Wer liest hier wirklich? Warum liest hier jemand? Bringen meine Gedanken irgendwem etwas? Schreibe ich gut? Wie viele Fehler übersehe ich? Passt das Design? Soll ich nochmal was ändern? Geht es mir eigentlich schon besser? Über was soll ich schreiben? Wirke ich zu positiv für jemanden, der vermeintlich depressiv ist? Halte ich mich an all das, was ich in Gesprächen abgemacht habe? Falle ich in alte Muster? Wie weit ist der Weg noch? Gibt es ein Ende des Weges? Bin ich wieder nur einer von vielen oder bin ich endlich mehr ich? Warum denke ich so viel? Wieso lasse ich diese Gedanken denn überhaupt zu, die mich belasten können?

Ob Freunde einen genauso vermissen, wie man sie vermisst?
Denken sie genauso an einen?

Ach, wisst ihr, manchmal bin ich des Denkens wirklich müde. Ich bin müde davon, mich mit mir und der „Krankheit“ zu beschäftigen. Sie ist da, es ist besser, ich kanns regulieren und dann kommt dieser eine kleine Moment, der wieder so viel Mist im Kopf auslösen kann. Ein Satz von jemandem und das Gedenke geht wieder los. Knopf gedrückt, Motor läuft. Ich bin müde davon, an mir zu arbeiten, einen Weg zu suchen, zu finden, auszuprobieren, zu überprüfen, zur Therapie zu gehen. Zwischendurch strengt es mich wirklich an. Ist das eins der berüchtigten Zeichen, dass ich auf einem vernünftigen Weg bin und mir nicht mehr so viele Gedanken machen muss, dass „ich nicht in Ordnung bin, so wie ich bin“? Sollen mir solche Abende wie heute zeigen, dass es noch ein Stück zu laufen ist? Ich weiß es nicht. Ich weiß es wirklich nicht. Und ich werde es mir nicht beantworten können. Irgendwie ist es auch ein kleines Wunder, dass ich jetzt diesen Text hier verfasse. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lustlos ich hier gerade die Zeit weggucke. Ich hatte ja nicht mal Lust, mir mein Essen warm zu machen. Zu viel Arbeit – warm machen, Teller benutzen, rübergehen, essen, wieder rausbringen. Ich hätte Lust gehabt, ne Runde spazieren zu gehen. Heute nachmittag. Und? Wer war nicht draußen? Keine Lust. Die Luft ist raus heute. Im Grunde ist mir wirklich danach, mich ins Bett zu legen. Ins Dunkel des Zimmers, die Decke bis an die Nasenspitze. Aber ihr glaubt nicht wirklich, dass ich auch schlafe, oder?

 

Elfriede ist eine kluge Frau. Weinen entlastet das Herz und den Kopf. Tränen nehmen den Druck aus der Situation. (Naja, mir bringen sie danach noch ne Runde Kopfschmerzen.) Schreiben hilft auch – deswegen wohl auch das laute Klappern der Buchstaben hier im Wohnzimmer. Wie ich diesen Abend beenden werde? Tja, ich werde gleich meine Winterjacke schnappen, die Mütze aufsetzen, Musik in die Ohren prokeln, Schuhe an und 30 Minuten in die Kälte. Danach kurz darauf besinnen, was wirklich wichtig ist und versuchen den Fokus auf die schönen Dinge zu richten – und es wird mir schwer fallen.