Sonntag statt Samstag. Und auch nicht ganz ein Jahr her. 8 Monate sind es nur. 8 Monate, seitdem sich sehr viel entwickelt hat. Bei mir. Eins hat sich nicht geändert: „Ich gehe zum Barcamp in Hannover. Da hat alles angefangen, da mache ich weiter.“ Es gibt aber auch ne Menge Unterschiede. Diesmal habe ich nicht vorher rumgeörkst, dass ich mir ein Ei ins Nest gelegt habe. Diesmal war klar, was ich tun werde. Hingehen, erzählen was durch und seit dem Barcamp 2016 passiert ist, dankbar sein. Sessionthema also: „Leben 2.0! Mein Weg mit Depressionen und Suizidgedanken. #bch16 als Wegbereiter“ Ok … und was ist da nun so passiert?

Kurzer Rückblick. Sommer 2016. Da ist er wieder, dieser eine Wunsch bei Twitter.

Ja, ich habs getan. Wirklich. September 2016. Mit viel Schweiß, Angst und Panik. Es hat sich gelohnt. Es hat sich soweit gelohnt, dass ich nicht nur den Wunsch hatte, vor anderen Menschen zu reden, sondern jetzt rauszugehen und noch mehr Menschen von mir zu erzählen, aus meiner Kladde zu lesen, Mut zu machen, Gedanken anzuregen, das Thema noch mehr in den Fokus zu bringen. Diese eine Session – ausgelöst von einem Tweet und einer Reply – hat also noch größere Wellen geschlagen. Und ja, es hat sich verdammt nochmal gelohnt. Seit dem Barcamp habe ich 10 Leseabende gestaltet, dabei rund 500 Menschen (ja, ich zähle ich euch, wenn ihr zu mir kommt!) gesehen (und viele gesprochen oder geschrieben), eine psychotherapeutische Klinik hat angefragt, ich darf in der Hochschule nen Vortrag machen und viele viele andere kleine Dinge, die es für mich sehr groß erscheinen lassen. Ich habe so viel zurückbekommen, dass jeder Abend ein Stück Therapie ist. Nicht nur ich gebe, ihr auch. Mein größter Gewinn? Ich habe einen Weg gefunden. Nicht nur mit der Krankheit zu Leben, sondern sie zu einer Aufgabe für mich zu machen. All die kleinen Erfolge, sind ein großer Schritt zu mir, zum Selbstvertrauen, zum Mut, zum Ich-sein, ins Leben.

Barcamp Hannover 2017. Es war ein toller Tag. Tolle Menschen. Tolle Gespräche. Viele neue Impulse und Ideen. Interessante Sessions und Denkansätze. Und vor allem habe ich den Menschen getroffen, der mich erst zum Barcamp gebracht hat. Danke! Ihr merkt den Unterschied? Ich hatte Zeit. Ich war entspannt. Und ich habe am Vorabend sogar noch den Plan für die Session geändert und ne kleine Präsentation entworfen. Wieder was neues. Nochmal einen oben drauf. Und die Session habe ich auch noch mitgeschnitten (Video folgt). Nochmal einen oben drauf. Aber diesmal mit Ton! Nein, diesmal ist auch nicht alles richtig gut gelaufen – sonst kann es ja nicht gut werden. Kein passender Anschluss für den Laptop im Raum. Zum Glück aber jemand mit nem USB Stick. Bei mir erkannt, am Schulrechner aber nicht mehr. Und zack, der zweite Stick da. Der ging. Die Hauptaufgabe? „Erzähle in 40 Minuten einen Abriss deines Lebens, erkläre Depressionen und was dabei passiert, zeige die extremen Auswirkungen und erzähle das, was sich verändert. Und auch das, was sich dadurch bei dir verändert hat.“ Hab ich. Und da ich es angekündigt habe, ja, Kritik war in meinem Kopf sehr groß. Noch größer, als ich mir das Video angeguckt habe. Da ich aber darauf vertraue, was ihr mir hinterher sagt oder irgendwo schreibt, hier ein paar Eindrücke …

Am meisten freue ich mich aber, dass Anne auch wieder da war. Und noch mehr freue ich mich über die tolle Sketchnote. So gibt es auch den Vergleich aus 2016. Treffend auf den Punkt.

Danke auch für das Feedback und die offenen Gespräche im Hof. Schön, Bekannte Gesichter zu sehen. Und wenn die Anspannung aus dem letzten Jahr, der Entspannung von heute weicht, dann ist viel Gutes passiert. Dank der Entspannung, konnte ich diesmal auch Sessions besuchen und es genießen. Ja, der Spirit eines Barcamps ist bei mir angekommen. Wissen teilen, kommunizieren, querdenken, mitdenken, mitmachen. Es ist wie ein Klassentreffen. (Und ich dachte, ich muss die Menschen kennen. Muss ich ja ich ja gar nicht. Wir ändern das da. Tse.)

Zum Schluss greife ich die Abschiedsworte vom letzten Jahr auf:
Danke an die tolle Orga des Barcamps, den Support, die Gespräche, das Catering und allen Sponsoren, die den Tag überhaupt möglich gemacht haben! Danke an alle die tollen Menschen da – ich kann euch einfach nicht alle einzeln aufzählen. Ich bin erfolgreich entjungfert und angeleckt beim Barcamp angekommen. Gerne mehr! Wir sehen uns in 2018!