„Ich hab da nichts zu suchen“, war der erste Gedanke. „Ich bin kein Elternblogger“, war der nächste prägnante Satz. „Mein Thema passt da überhaupt nicht hin“, hat es vollendet. Die letzte Zeit war nur von diesen Gedanken geprägt, nachdem Dani von Glucke & so offen drüber gesprochen hat, dass sie mich für den Blogfamilia Award nominiert hat. Bei Twitter. Bei Twitter? Da war doch gerade erst was, oder? Klar! Barcamp 2016. Am Ende aber völlig Hupe. Das ist etwas, wo ich sowieso keine Kirsche gewinne. Ich bin ja eben kein typischer Eltern- oder Familienblog. „Ich bin nur ein Papa, der ein paar Dinge aus dem Leben als Familie mit Krankheit zeigt, und immer noch seinen Weg findet“, sprach der Kopf.

Ja, mittlerweile hab ich es kapiert! Mein Thema passt überall hin. Auch in Familien. Besonders in Familien. Nein, ich bin mir der Tragweite meines Schreibens, Redens und Handelns nicht bewusst. Möchte ich manchmal auch gar nicht. Ich schreibe nämlich nicht für Klicks, Geld oder Ruhm. Heute nicht, morgen auch nicht. Das Gute ist? IHR redet über mich, das Thema und allem drumherum. Dadurch wurde das hier möglich. Dadurch verändert sich etwas. Und ja, eine Nachricht hat mich sehr überrascht.

„Hallo Herr Bock,
ich bin Alu, die Veranstalterin der Blogfamilia. Ich habe eine tolle Mitteilung für dich. 
Könnten wir mal telefonieren?“

Telefonieren wurde schwer. Das Ding mit den Zeiten, Arbeit und Kindern. Kommuniziert haben wir trotzdem. IHR habt mich also zur Blogfamilia geschickt. Huch! Ich würde lügen, wenn ich ein mulmiges Gefühl vertuschen würde. Sicher sind da Fragen, wen ich treffe, ob ich überhaupt wen kenne, warum eigentlich ich? Klar wurde nur, ich treffe Tanja von murmelmama und Christin von Vorstadtzauber. Immerhin. Wir kennen uns nicht, aber ich bin nicht ganz allein.

Also? Urlaub genommen. Morgens früh raus. Zeit mit der Familie haben. Auto holen. 3 Stunden nach Berlin juckeln. Ankommen. Parkplatz finden (mit viel Glück sogar 30 Meter von der Location entfernt. Kostenfrei in Berlin-Mitte!). Einchecken. Namensschild schreiben. Verloren fühlen. Unwohl fühlen. Begrüßt werden – von eben Tanja und Christin. Und ankommen. Der Rest? Tolle Gespräche. Ich hätte überhaupt gar keine Zeit für Workshops gehabt, verdammt! Wen ich da alles so getroffen habe? Pfoah. Menschen, die ich eh gerne lese. Nico von Papa mit Hut. So ein intensives und tiefgehendes (O-Ton) „Inselgespräch“. Da ziehe ich meinen Hut. Vanessa von placeformemories! Danke für so viel Offenheit. Béa von Tollabea. Endlich! Endlich mal gesehen. Und nein, ich mache nicht die besseren Selfies. Glaub ich. Kerstin von Chaos². Frech, wild und stark. Janina von Perlenmama. Endlich! (Die Zwergin hätte wirklich noch ins Auto gepasst.) Und so vielen anderen, denen ich nicht schnell genug auf die linke Ti .. äh .. Namensschild gucken konnte (sagt mir, wenn ich euch vergessen habe!). Das waren so verdammt viele Eindrücke, die am Ende noch getoppt wurden.

Einen Award! Ich habe einen Award. Ich muss da noch vorne gehen und was sagen. „Machste! Wie sonst auch. Hast doch jetzt Übung!“, dachte ich. Falsch gedacht. Der Nominierungstext von Dani hat mich sehr bewegt. Und so bleibt? Ein Dank. Und ich spende die 250,- EUR sehr gerne dem Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. mit den beiden Stationen in der MHH. Warum? Weil es alles Themen, die mich bewegen auf einen Punkt bringen. Viel mehr freue ich mich, dass Christine von Mama arbeitet und Mareice von Kaiserrinnenreich zwei starke Frauen auch einen Preis bekommen haben. (Mein Kopf ist da übrigens wieder und wieder gewillt zu sagen: Was?! ICH in einer Reihe mit den beiden? Äh .. nö!)

Was bleibt nach so einem Tag? Dankbarkeit. Für so eine tolle Veranstaltung, für die besonderen Menschen mit ihren Geschichten und Interesse an mir. Für die Sponsoren, die das möglich machen. Für das Team der Blogfamilia. Ich habe so viele Eindrücke und Gesichter mitgenommen, dass will erstmal verarbeitet werden.

Eindrücke? Hab ich auch, ja. Nicht viele. Auch da war gar keine Zeit für. Oder sie waren weg. Das Essen zum Beispiel. Es gab wirklich Kuchen? Nicht mitbekommen. Wirklich nicht. Und das von dem, der sonst irgendwie alles und jeden und überall die Fratzenfalle in der Hand hat. Übrigens: Wer sich als Groupie outet, muss damit rechnen, selbst fotografiert zu werden. SO! Und nein, ich nenne keine Namen.

Was wir alle mitnehmen sollten? Empathie. Wie immer. Nicht nur gesellschaftliches Engagement, sondern zusammen Dinge anzupacken, anstatt sich irgendwo im Netz anzukeifen, wer wo wie was warum wieder gepostet, geklaut, kopiert oder sonst was gemacht hat. Wir sind Menschen und sollten auch so agieren. Seit achtsamer mit eurem Leben und nehmt Momente wieder bewusst wahr. Jeder einzelne wird nicht viel schaffen, nur zusammen können wir alle Veränderungen erreichen. Manchmal reicht schon, dass wir einfach darüber reden.

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Edit: Ein paar twitterige Perlen, damit ich sie nicht verliere: