112 Artikel Artikel von Herr Bock

Muss das denn sein?

Es ist ja irgendwie paradox und ernüchternd. Was? Tja, hier zu sitzen, die Finger über die Tastatur gleiten zu lassen und davon zu schreiben, dass ich nen Schritt zurück gegangen bin. Eigentlich ist es sogar noch mehr. „Stopp. Ich muss nochmal zum Anfang und gucken, ob ich mich wirklich verändert habe, ob es sich gebessert hat und ob ich da rauskomme.“ So, oder so ähnlich hat sich mein „Freund“ in der Schaltzentrale das wohl gedacht. Fakt ist: Es klingt zu weich. Viel zu weich. Ich bin zurück, habs getan und da sitz ich nun mit dem Scheiß. Ich grabe mich in Gedanken ein, ignoriere und belüge mich, lasse mich selbst im Stich und damit auch alles (und alle) um mich herum. Wieder dieses Labyrinth, aus dem ich so schwer rausgekommen bin (Warum verfluchte Scheiße, bin ich da überhaupt nochmal rein?), wieder den Ausgang suchen, wieder alles anwenden, wieder und wieder und wieder. Dass es zwischendurch mal schwierig wird, das war mir bewusst, aber das es mich in meiner Unaufmerksamkeit so erwischt? Blindlings rein? Herrgott nochmal, das ist verdammte Kacke! Ich habs kurzerhand verbockt.
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Und dann kommt die Frage …

… die mich wieder über Nacht beschäftigen wird. Welche? Ja, welche eigentlich? Als heute das Telefon geklingelt hat, im Display „Unbekannter Teilnehmer“ stand, war eigentlich klar, dass es nur meine Mutter oder Omma (ja, noch immer mit Doppel-M!) sein kann. Es war meine Mutter. Und sie hat wirklich gefragt, was wir am Ostersonntag machen. Ja gut, eigentlich total entspannt auf dem Sofa rumräkeln, nackt den Flur entlang hüpfen und abends im Speisesaal das 5-Gänge-Menü servieren lassen. Nein, im Ernst. Keiner von uns beiden hier hat sich bis dato Gedanken gemacht, wie die Ostertage ablaufen würden. Wir haben also nichts vor. Überlege ich mir noch schnell was? Sage ich direkt ab? Sage ich zu?
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Ich will …

Ich bin depressiv. Ich war depressiv – wie auch immer das jeder sehen möchte. Aber: Ich bin in einer glücklichen Beziehung. Aber eine Beziehung mit einem depressiven Menschen muss nicht immer glücklich sein. Wie oft erwischt du dich selbst dabei, dass du dich ungeliebt, unbeachtet, unbedeutsam, ignoriert, unverstanden oder allein fühlst? Oft? Ausschlaggebend dafür ist meiner Meinung nach, dass wir nicht bei uns selbst bleiben, nicht für uns selbst sorgen (können) und alle Hoffnung in die Aufmerksamkeit des Partners legen. Passiert das nicht, springt die Stimmung extrem um, wir suchen nach dem kleinsten Auslöser, alles wieder negativ zu empfinden. In „Lieben was ist …“ habe ich all das schon beschrieben. Aber mir sind heute Worte von Jorge Bucay über den Weg gelaufen …

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Grau in grau …

An Tagen wie heute – mit regnerischem Wetter – gehe ich durch die Straßen, der Wind weht mir rau ins Gesicht, die Häuser und Umwelt in tiefes Grau gehüllt. Es scheint, als wäre ich farbenblind. Plakate und Leuchtreklame in Grautönen erzählen mir was vom tollen Leben – Das gestellte Glück, gestellte Szenen, gestellte Schönheit, unwirkliche Wahrheiten, die mich noch weiter runterziehen. Die Umgebung wirkt fremd, ein lebensfeindliches Gebiet, das in tiefen Nebel gehaucht ist, der sich nicht mehr verzieht. Oft weiß ich noch nicht, wie ich dem Scheiß endgültig entfliehen kann, aber ich spür es tief in mir drin: Ich werde meinen Weg weiter suchen und finden! Auch wenn ich manchmal keinen Ausweg sehe, ich werde weitergehen, immer weiter und weiter.

Nebel …

Auf dem Weg zur Besserung gibt es immer wieder Tage, da legt sich die Laune wie ein grauer Nebel um mich, ergreift Besitz von mir, lässt die Sonne nur ein wenig durchstrahlen und die Gedanken kreisen in einem endlosen Strudel, rufen neue hervor, reden vieles im Tagesablauf schlecht und unterbrechen die guten Momente. Im Nebel ist die Sichtweite stark eingeschränkt, der „Werkzeugkasten“ nicht so greif- und sichtbar, Ängste und Sorgen verdecken jeden klaren Blick und halten mich gefangen. Tage, die auch wieder vergehen, aber die dennoch gelebt werden wollen. Tage, die für mich und das Umfeld nicht schön sind, aber genau diese Tage sollte ich akzeptieren, wie sie sind.
nebel
Sind sie nicht auch ein Stück Hilfe auf meinem Weg? Zeigen Sie mir nicht, dass ich nicht in Euphorie abheben darf, sondern dankbar für all die Hilfestellungen bleiben sollte? Zeigen sie nicht auch, dass die guten Tage so viele tolle Momente mit sich bringen, an die ich mich dann erinnern darf? Jeder hat im Leben mal schlechte Tage, das geht mir auch so – aber ich muss unterscheiden. Schlechte Tage fühlen sich anders an, als der Nebel, der mich jahrelang beherrscht hat. Wichtig ist: die Sonne scheint trotzdem, sie ist da, der Nebel ist morgen weg, sie wird wieder heller strahlen!

Der innere Schweinehund …

… kann ein ganz aufdringliches, ekeliges Arschloch sein. Gerade dann, wenn ich mich eh schon nicht besonders fühle, genau dann ist er besonders daran interessiert, mich noch von allen anderen Sachen abzuhalten. Was das mit Depressionen zu tun hat? Den Schweinehund kennt doch jeder? Richtig! Jeder kennt ihn, aber in depressiven Phasen schaffen es die meisten noch weniger, etwas für sich zu tun und den Körper wahrzunehmen. In der Tagesklinik hieß es „Bewegungstherapie“; Schwimmen, Pilates, ein wenig Laufen, Badminton, Volleyball. Sehr reduziert, aber immer so, dass wir in Bewegung sind. Nicht verkehrt. Auf der einen Seite ist es eine Achtsamkeitsübung, auf der anderen Seite lenkt es von Gedankenkarussellen ab. Ich konzentriere mich auf meine Bewegungen und die Empfindungen dabei. Und warum schreibe ich das nun alles?
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Abschalten? Auszeit!

Lange habe ich diesen Tag herbeigesehnt. Es gibt doch nichts Schöneres für die Seele, als dem Alltag zu entfliehen und an die Orte zu reisen, die einem gut tun. Mein Kopf schreit dabei entweder nach Meer oder Berge. Da die Berge nicht so schnell zu erreichen sind, schreibe ich diesen Beitrag gerade in einem schnuckeligen Hotelzimmer am Jadebusen. Meer im Februar? Ja, Meer im Februar, denn Meer geht immer! Meer ist ja nicht nur schwimmen. Meer ist auch Wind, Weite, Stille, Freiheit. Meer ist die Entspannung beim Geräusch der Wellen. Meer ist halt mehr.

Die letzten Tage habe mich teilweise sehr gequält. Ich hab mich Gedanken hingegeben, die nicht hätten sein müssen. Ich habe mich über Dinge aufgeregt, wo es nicht angebracht war. Ich hab mich in einer Diskussion gehen lassen, bei der es hätte nicht sein müssen. Hätte. Könnte. Sollte. Muss. Da ist es wieder. „Ich hätte es besser machen können.“ Nein. Es ist so gelaufen, wie es ist. Völlig egal, ob es gut oder schlecht war. Es ist so. Und nun ist Urlaub. Ich möchte abschalten, den Kopf vom Wind freipusten lassen, fotografieren, erleben, lieben, wahrnehmen, frei sein.
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Und manchmal …

.. ja, manchmal, da hilft es nichts, da passiert es dann:

Immer, wenn du denkst, dass alles gut ist, kotzen dir deine Gedanken zwischen die Synapsen und lachen dich dreckig aus

Sicher kann ich mich jetzt zurücklehnen, kann den Wahrheitsgehalt meiner Gedanken hiermit überprüfen. Ich kann es aber auch lassen. Mir ist da nicht nach. Ich möchte diese Gedanken jetzt ausleben. Warum? Das frag ich mich auch oft genug. Genauso, warum wieder die Zweifel aufkommen. Warum blogge ich denn? Warum vergleiche ich immer noch mit anderen? Warum achte ich auf Besucherzahlen und Kommentarverhalten? Muss mich denn zwingend interessieren, wie viele hier klicken? Nein, muss ich nicht, aber die Zweifel und der Hang zum Perfektionismus ist da. Ich kanns doch nicht einfach wegwischen und sagen: „Es ist mir egal, wie viele hier gucken. Ist ja für mich.“ Naja, doch.

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Herr Bock fragt … [4]

Der vierte Teil: Herr Bock fragt … sein Umfeld, enge Vertraute, Freunde, Familie und Wegbegleiter. Wie haben mich meine Mitmenschen gesehen? Wie sehen sie mich heute? Die Fragerunde ist auch wieder eine typische Win-Win-Situation. Ich hab die Chance von diesen Menschen ein paar Antworten für mich zu bekommen und ihr könnt sehen, wie Menschen auf mich bzw. meine Krankheit reagieren, was es bei ihnen auslöst und was noch alles so sein kann. Sonst schildere ich, jetzt sind sie dran.

Heute in der Fragerunde meine ehemalige Arbeitskollegin N., gute Vertraute … der Weg hat uns getrennt, es war mehr Ruhe als gewünscht, aber auch sie kennt viel von mir. …
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Lieben, was ist …

… sagt Byron Katie. Ich soll einfach lieben, was ist. „Ich weiß nicht, was und wie ich damit etwas anfangen soll“, war der erste Gedanke, als ich darauf gestoßen bin. Wie? Nun ja, durch einen Vortrag von Robert T. Betz. Ich kann nichts mit Spiritualität und Gott anfangen, wahrlich nicht, aber es sprach auch nichts dagegen, mich etwas mehr damit zu beschäftigen. Es kann ja nichts passieren, wenn ich mir den Vortrag oder das Hörbuch antue. Doch! Ich könnte eventuell noch andere Überzeugungen bekommen. Ausschlaggebend hierfür war auch mein Therapeut, der mir ein paar Fragen zum Nachdenken mit auf den Weg gegeben hat. Der Haken an der Geschichte? Es klingt alles so banal einfach, dass ich das selbst nicht immer für voll nehme und ausprobiere. 4 Fragen, die mir mehr Selbsterkenntnis bringen. Worum geht es nun bei Byron Katie oder Robert Betz?
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