30 Artikel // #7 Auswärts

Weihnachtsgedanken? Nö. Liebe!

Eigentlich wollte ich aus verschiedenen Gründen auf einen Rückblick auf 2015 verzichten. Vor allem, weil mir mittlerweile die Zeit fehlt und ich es nicht immer schaffe, mir die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Warum ich jetzt trotzdem schreibe? Ich muss mir nochmal bewusst machen, wie besonders dieses Jahr ist. „Müssen“? Ja. Klar. Wie schnell sind Momente vergessen und sind plötzlich „ganz normal“. Sicher, da sind Dinge ganz normal – aber nicht für mich. Nicht nach den letzten Jahren. Nicht nach all den selbstgemachten Stolpersteinen und „verbockten“ Chancen.
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„Verletz mich!“

… schrie das Selbstwertgefühl, als es von einer unbedarften Aussage getroffen wurde und an die Vergangenheit oder das eigens auferlegte Denken erinnert wurde.

Kann ich eigentlich selbst bestimmen, wer oder was mich verletzt? Oder bin ich in manchen Situationen gekränkt, weil mir mein Selbstwertgefühl einen Tritt in die Kniekehle verpasst? Bin ich denn schwach, weil mich etwas verletzt? Oder habe ich nur etwas mehr Feingefühl entwickelt und sehe manche Dinge anders? Kann es nicht auch sein, dass Erinnerungen und Erlebnisse einfach noch nicht abgeschlossen sind und mich so Verhaltensweisen und Aussagen in die Lage versetzen, die etwas in mir auslösen? Und vor allem: Wie gehe ich damit in Zukunft um?
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Löwenzahn …

Jahre voller grau.
Jahre voller Wut.
Jahre voller Angst.

Jahrelang falsch gedacht.
Jahrelang falsch gehandelt.
Jahrelang mich nicht erkannt.

Heute blüh ich auf.
Heute scheint die Sonne.
Heute bin ich Herr der Probleme.

Jetzt bin ich der Löwenzahn, der zwischen den tristen Pflastersteinen wächst und sein Leben bunt erscheinen lässt. Jetzt ist meine Zeit. Jetzt habe ich verstanden, dass ich mein Problem war!

„Hilfe zu suchen … [Gastbeitrag]

… und Dinge einfach so zu akzeptieren – das ist Mut.“ So fing die Mail an, die mir Steffi geschickt hat. Natürlich bin ich bereit, auch ihren Gastbeitrag bei mir zu veröffentlichen. Warum auch nicht? Nach wie vor ist das Credo: Reden wir drüber und verschweigen es nicht. Zeigen wir anderen, dass es noch mehr Menschen mit ähnlichen Problemen und Symptomen gibt. Steffi – Gefühlsmensch, Herzmensch, Musikmensch – durch und durch nicht der Krankheit erlegen. Ich ziehe den Hut, weil sie es schafft, IHREN Weg zu gehen. Den Weg, den sie eigentlich will. Mit allen Hürden. Weg vom festen Ufer, der Sicherheit …
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Gegenwart!

Einer dieser Tage. Ein Augenblick von vielen. Ein Gedanke, der herausragt. Eine Situation, die ich mir nie ausmalen konnte. Ein Moment, dem ich meine Frage nie gestellt habe. „Was wäre wenn?“ Abläufe, die ich nie durchdacht habe, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Keine Wut, keine Angst, keine Nächte mit quälenden Folgefragen. Es ist einfach jetzt.

Heute trifft meine Vergangenheit auf meine Zukunft. Heute treffen all die Gefühle, die ich die letzten Jahre aufarbeiten musste, auf die Gefühle, die ich zukünftig habe. All die Wut, Trauer, Schmerz, unerfüllten Sehnsüchte, suchende Liebe, vergessene Aufmerksamkeit und Unterstützung werden meinen Mut, Freude, Freiheit, kindliches Dasein, Vertrauen, Verantwortung und Liebe treffen.

Sie treffen sich dort, wo ich so viel erlebt habe. Wo all die Probleme gegenwärtig waren. Wir sind dort, wo ich selbst aufgewachsen bin. Wir werden als Familie dort zusammen sein. Es wird einen gravierenden Unterschied geben: Genau dieser Ort in der Situation mit den Gefühlen wird mir nochmal bewusst machen, dass ich meinen Sohn vor meinen Erfahrungen beschützen werde.

… und heute stehe ich als Gegenwart zwischen der Vergangenheit und Zukunft und habe keine Angst mehr. Keine Angst vor dem Leben. Ich suche nicht mehr, ich habe gefunden. Die Prioritäten, die Liebe, die Verantwortung, das Leben, meine eigene Familie – und mich. Heute!

Mut ist, wenn … [Gastbeitrag]

… du irgendwann die Worte für deine Situation findest. Wenn du erkennst, dass gerade etwas nicht richtig läuft. Mut ist, wenn du versuchst mit jemandem zu sprechen, der Depressionen selbst erlebt. Und es ist auch Mut, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du noch gar nicht weißt, wo der Weg hingehen soll. Nicht alles erscheint logisch. Nicht immer gibt es den „großen Auslöser“, der die Depression erklärt. Leider. Um so schöner ist es, wenn Menschen ein Stück weit zur Aufklärung beitragen und über sich reden können, wie Martin. … Blogger, Twitterer, Betroffener, Mensch …
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Mutter(wut)tag …

Da ist er wieder. Der zweite Sonntag im Mai. Muttertag. Der Tag, an dem wir unsere Mutter ehren sollen. Wieder ist es der Tag, an dem ich mich morgens schon unwohl fühle. Ich soll jemanden ehren und besonders schätzen, den ich nicht mehr liebe. Jemanden, zu dem es nur eine Verbindung gibt, weil es der innige Wunsch meiner Großmutter ist. Jemanden, der mir emotional so entfernt ist, dass ich mich kaum für deren Alltag und gesundheitliches Befinden interessiere. Jemand, der nicht erkennt, dass ihr Sohn Bedürfnisse und Wünsche hat. Jemand, der nicht die Regeln für ein vernünftiges Miteinander einhält. Warum muss ich wuterfüllt und voller Gedanken daran sein? Es wühlt mich auf. Wieder ist die Erwartung an mich, dass ich mich zu melden habe oder möglichst direkt mit Blumen vorbeikomme.
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Anerkennung!

Na, wie sieht es bei euch mit dem Selbstbewusstsein aus? Könnt ihr stolz auf euch sein? Schafft ihr es, mir aus voller Überzeugung 5 Dinge zu sagen, die ihr wirklich gut an euch findet? Gut ja, schafft ihr bestimmt, aber im Gegenzug auch direkt 10 Dinge, die besser sein könnten und eben nicht so gut sind, oder? Und wie zufrieden könnt ihr mit Projekten, Bildern, Zeichnungen oder ähnlichen Dingen sein? Könnt ihr mit Überzeugung sagen: „Ja, das habe ich toll gemacht!“ Oder schafft ihr es sogar auch noch, jedes Lob von außen noch abzuwerten? Wie oft zweifelt ihr denn an eurem eigenen Können? Wie sicher seid ihr, wenn ihr etwas macht, dass es jemandem gefallen könnte, er es lesen möchte oder ihr damit euer Ziel erreicht?

Machen wir uns nichts vor: Ich habe es in meinem Leben perfektioniert, alles kleinzumachen. Restlos alles. Ich habe nicht ausreichend gelernt, mir selbst die Wertschätzung zu geben, dass ich von meinem Handeln völlig überzeugt sein kann. Wenn dir immer jemand unterschwellig immer das Gefühl gibt, dass aus dir nichts wird, du eh nichts erreichen wirst, wie soll ich das dann auf einmal umsetzen können? Oft – viel zu oft – suche ich nach einer kleinen Anerkennung für bestimmte Dinge. Manchmal erwarte ich sie sogar, wenn ich eine – für mich – freudige Nachricht teilen möchte. Ich möchte dann keine Einwände, ich möchte meine Freude bestätigt wissen, weil es für mich ein Lob ist. Ich kann es nur auch nicht immer annehmen. Komisch, oder? Merkt ihr die Ambivalenz? Und wie der Kopf unabdingbar damit beschäftigt ist, die kleine Programmierung abzurufen: „Lob? Markus, ehrlich. Hör zu. Schau einfach, was du erreicht hast und vergleich das mit dem, was du versaut hast. Was also hast du erreicht? Nichts.“ Menschen sehen bei mir Dinge, die ich selbst nicht sehe. Und wenn ich mit Mut und Freude an eine Sache gehe, werde ich irgendwann unsicher und kann einfach nicht mehr von mir überzeugt sein. Vielleicht sogar aus Angst, dass mir die negative Kritik entgegenschlagen wird. In der Hinsicht bin ich nach wie vor ein Mensch mit zwei Gesichtern. Im Leben bin ich selbstbewusst unterwegs und gebe klar zu verstehen, was ich möchte und nicht möchte, was ich will und nicht will, wie ich mir etwas vorstelle. Wieder dreht es sich nur um das Umdenken und Erwartungen.
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Umdenken!

Na, kennt ihr das Gefühl von Stillstand und dem langsamen „Ich rutsche gerade wieder zurück zu alten Mustern“? Sicher kennt ihr das. Ein beschissenes Gefühl, dass sich noch zu den alltäglichen Belastungen mischt. Und rumsbums sitzte wieder mitten in deiner Gedankenwelt, einem unbezwingbaren Berg von Sorgen und Ängsten, dem erdrückenden Kritiker und dem verschwunden Selbstwert. Da kämpfste dich über Monate durch Therapien, Gruppen, Bücher, Gespräche und veränderst über die Zeit alles so, damit es gut ist und dann? Genau dann spult die Festplatte wieder ganz automatisch diesen Mist ab und du bist in kürzestes Zeit wieder im falschen Modus. Das Antivirenprogramm hat also nicht alles erwischt, beim Formatieren sind ein paar Reste geblieben, die sich jetzt in die saubere Software schmuggeln.
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Liebe Depression. Liebe Gedanken.

Manchmal bin ich dankbar, dass wir uns nach all den Jahren kennengelernt haben. Weißt du, wie lange du mich schon begleitest? Zu lange. Im Dezember 2013 habe ich mich schon gefragt, ob das alles Sinn macht. Macht es das nun eigentlich? Sind wir nun Freunde fürs Leben oder gehst du auch wieder deinen eigenen Weg? Damals hast du mich immer besucht, wenn ich fest der Meinung war, dass ich auf dem Weg der Besserung bin. Alles andere wäre auch falsch gewesen. Damals war ich nicht auf dem Weg der Besserung – im Gegenteil! In den guten Phasen war ich in meiner Lügenwelt. Ich hab mir sogar selbst geglaubt, dass es mir gut geht. Du hast mich immer wieder zurückgeholt, mich auf den Boden geworfen und unter die Aufsicht eines anderen Freundes gestellt. Dass ich keine Chance habe gegen euch zwei, wusstest du. Konnte ich euch nicht hören? Wollte ich euch nicht hören? Ihr wart so laut und ich hab es nicht verstanden. So oft haben mich Menschen darauf hingewiesen, ich hab am Ende auch die belogen – damit ich euch nicht mehr höre. Warum habt ihr mich nicht einfach in Ruhe gelassen?

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