8 Artikel // #2 Babybock

2 Jahre Leben – eine Wahrheit

Nach „Leben – ein ganzes, volles Jahr …“ sind wir im zweiten Akt angekommen. Zwei Jahre ist der Bengel nun schon auf der Welt und stellt nach wie vor alles – wirklich alles auf den Kopf. Vor einem Jahr habe ich ihm noch Neugier gewünscht, Skepsis bei fremden Menschen, Mut, die spielerische Unbedarftheit, die Liebe, das Talent für alles und diesen wahnsinnig frechen Humor. Herrgott! Alles ist so geblieben. Alles! Vielleicht ist es sogar noch intensiver geworden.

Alles erdenklich Gute zum Geburtstag mein Sohn! Restlos alles erdenklich Gute.

Zwei Jahre also nun schon. Zwei Jahre, die sicher nicht nur einfach waren, die Kraft und Nerven gekostet haben – wenn auch erstaunlich wenig. Wenn mir einer gesagt hätte, wie einfach die ersten zwei Jahre werden, hätte ich ihn ausgelacht. DAS habe ich mir so nicht vorgestellt – und ich genieße es. Wenn du nur dein unsägliches Gequietsche wegen nichts lassen würdest. Ich weiß nicht, wer dir diesen Ton beigebracht hat, aber eine Mischung aus Trillerpfeiffe und Hupe ist abartig anstrengend. Zumindest wegen nichts. Wegen nichts! Ja, ich jammere auf hohem Niveau – alles andere klappt so reibungslos, dass es nicht der Rede wert ist. Ich bin sehr stolz auf dich und glücklich.
Weiter →

5 Dinge, die ich als depressiver Vater immer wieder tun muss

Nur ein einziges Mal in über 20 Monaten wurde mir gesagt, dass es unverantwortlich wäre, als depressiver Mensch ein Kind zu bekommen. Ich würde mich nicht ausreichend kümmern können, die Krankheit wäre vererbbar, über kurz oder lang müsste ich sowieso wieder in eine Therapie und meine Frau die ganze Last tragen. Kurz gesagt: hast oder hattest du eine psychische Erkrankung, darfst du kein Kind bekommen! Ich weiß, dass es viele Mütter und Väter gibt, die trotz der Erkrankung ein wundervolles Leben führen (können), und dadurch auch eine ganz andere Einstellung zum Leben gefunden haben. Auf der anderen Seite schwingt natürlich eine kleine Gefahr immer mit – es wäre aber vermessen zu sagen, dass psychische Krankheiten der Auslöser wären. Ich habe keine Zweifel mehr.

In fast jeder Lesung werde ich gefragt, ob mein Sohn mir eine Stütze ist. Ich werde auch gefragt, wie der Alltag an schweren Tagen trotzdem funktioniert. Und viel öfter werde ich gefragt, ob mein Sohn bzw. meine Familie mich vor einem Suizid bewahren würde.

Weiter →

Leben – ein ganzes, volles Jahr …

… mit dir, neben dir, für dich – wir alle zusammen. Ich wünsche dir, dass du so neugierig bleibst, wie du es von jeher bist. Ich wünsche dir, dass du weiter die gesunde Portion Skepsis bei Menschen hast und sie im richtigen Moment in dein Herz lässt, wie schon immer. Ich wünsche dir weiter diesen Mut, die spielerische Unbedarftheit, deine Liebe, dein Talent für alles und deinen wahnsinnig frechen Humor.

Alles erdenklich Gute zu deinem ersten Geburtstag, mein Sohn!

Vor etwas mehr als einem Jahr, stand ich noch vor der Hürde, dass es eine „schöne neue Welt“ ist. Und dann? Warst du – nein! – wir „endlich im Leben„. Ein Jahr. Wo ist die Zeit geblieben? Ja, ich weiß, das sagen irgendwie alle. Ich wollte es nicht, aber es geht ja nicht anders. Ein ganzes Jahr mit dir und uns als Familie. Wir haben so viele neue Sachen gelernt, du hast unsere Nerven auf die Probe gestellt, es gab schlaflose Nächte (äh … ein oder zwei, vielleicht), anstrengende Tage – aber (!!!) jeder Tag mit dir ist ein besonderer Tag. Manche Erlebnisse verschwinden oft schnell aus den Gedanken, andere bleiben. Und die, die uns bleiben, sind die wichtigen Momente.

So viele Fragen, auf die wir am Anfang keine Antwort hatten. So viel Verantwortung auf einen Schlag. So viele Entscheidungen zu treffen. So viele Formalitäten zu erledigen. So viele Wege zu gehen. Doch abends, wenn du im Arm liegst und einschläfst. Oder dann, wenn du lächelst, quasselst, gackerst, läufst oder sonstwas machst … oder ich dich einfach nur beobachten kann, genau dann ist einfach alles in Ordnung.

Danke, dass du unser Leben so erheiterst und so wundervoll bist. Danke, dass du uns so viel gibst. Danke, dass du es uns so oft so einfach machst. Danke, dass du ein wundervoller Grund bist, auf mich zu achten.

Wir lieben dich – weil du du bist. Aufs nächste Jahr, mein Sohn!

Und plötzlich wieder Kind …

Es ist Juni im Jahr 2016. Ich bin Vater von einem 10 Monate alten Sohn, bin seit 4 Jahren mit meiner „Frau“ zusammen, arbeite seit 1 1/2 Jahren wieder regelmäßig und habe seit fast 2 Jahren meine Depressionen und die Gedanken im Griff. Es ist immer noch Juni. Es ist der Juni, für den wir den ersten „Sommerurlaub“ geplant haben. Als Familie. Eine Woche Urlaub. Natürlich haben wir kurze Tripps gemacht. Ans Meer, in Städte, kurze Auszeiten eben. Diese Woche Urlaub ist dennoch besonders. Warum? Es ist endlich finanziell möglich. Ganz einfach. Wer nicht richtig arbeitet bzw. nicht arbeiten kann, weil es schlichtweg nicht möglich ist, der kann sich auch nicht viel erlauben. Punkt! Vorfreude ist da auch ein schönes Stichwort.
Weiter →

Keine Zeit …

… oder: Mein Sohn zeigt mir Dinge, die ich als Erwachsener vergessen habe. Natürlich ist das alles ein abgelutschtes Thema. „Nimm ein Kind an die Hand und …“ Blah! Ich kann es nicht mehr hören. Und ich will diese Floskeln und Metaphern auch nicht mehr weitergeben. Eigentlich. Denn sie stimmen. Alle. Durch die Bank weg. Es ist nun über 7 Monate her, dass der kleine Mann das elektrische Licht (ja, tschuldigung, das Heinz-Erhardt-Ding musste sein – kommt nicht nochmal vor!) der Welt erblickte und seitdem alles mehr oder weniger auf den Kopf stellt. Warum eigentlich auf den Kopf stellt? Warum …
Weiter →

Weihnachtsgedanken? Nö. Liebe!

Eigentlich wollte ich aus verschiedenen Gründen auf einen Rückblick auf 2015 verzichten. Vor allem, weil mir mittlerweile die Zeit fehlt und ich es nicht immer schaffe, mir die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Warum ich jetzt trotzdem schreibe? Ich muss mir nochmal bewusst machen, wie besonders dieses Jahr ist. „Müssen“? Ja. Klar. Wie schnell sind Momente vergessen und sind plötzlich „ganz normal“. Sicher, da sind Dinge ganz normal – aber nicht für mich. Nicht nach den letzten Jahren. Nicht nach all den selbstgemachten Stolpersteinen und „verbockten“ Chancen.
Weiter →

Generationsdingsbums mit Gefühlen …

Hört auf zu nerven! Ja, es nervt gewaltig, wenn hier alle 2 Tage das Telefon klingelt und als Begrüßung ein: „Ich wollte mal hören, wie es meinem Enkel geht“, durch die Leitung hallt. Es geht ihm gut! Uns übrigens auch. Ja, er schläft gut. Manchmal zwickt der Bauch, weil er nicht richtig Bäuerchen macht, aber unser Sohn ist nicht krank und leidet auch nicht an irgendwas. Er wird es überleben, wenn der Pups mal etwas drückt und zwickt, da darf auch mal geweint werden. Es ist fucking normal! Oder habt ihr alle vergessen, wie es bei euch war, als euer Kind auf der Welt war? Wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist das elterliche Denken plötzlich verschwunden und als Großeltern tickt man komplett anders …
Weiter →

Endlich im Leben …

… angekommen. Ich. Mein Sohn. Die Herzfrau. Wir! Seit Tagen kann ich ruhigen Gewissens sagen: „Es geht mir gut. Es geht mir verdammt gut. Und ich habe nicht vor, dass sich das ändert.“ Vergessen, all die Qual der letzten Monate und Wochen. Vergessen, all die Sorgen und Ängste über die Zukunft. Naja, nicht ganz. Irgendwas wird immer wieder aufkeimen und mich ermahnen, dass ich in meiner Spur bleibe. Der 07. August … auf den Punkt genau DER Tag.
Weiter →