69 Artikel // #1 Depressionist

Lasst meinen Rucksack in Ruhe!

Der große Vorteil von einfühlsamen und interessierten Menschen? Sie beenden das Gespräch nicht mit: „Ja, so hat jeder sein Päckchen zu tragen.“ Es liegt doch auf der Hand, dass jeder Smalltalk damit abgebrochen ist. Es geht aber auch noch anders: „Ist doch gar nicht so schlimm. Ach, das wird schon wieder.“ Ich möchte noch ein bisschen beim besagten Päckchen bleiben. Ja, jeder trägt ein Päckchen. Der eine ein größeres, der andere ein kleineres, manch einer gerade gar keins. Wer urteilt denn über die Größe des Päckchens? Jeder selbst! Vielleicht trage ich gerade ein kleines – aber viel schwereres – Päckchen. Vielleicht ist deins ja groß und nicht so schwer? Das siehst du eben nicht von außen. Das erfährst du nur, wenn du vorsichtig nachfragst. Dann hast du die Möglichkeit, einen Blick in mein Paket zu werfen – wenn ich dich lasse. Erst dann hast du die Möglichkeit zu erfahren, wie schwer meine Last ist. Ich habe aber zum Glück kein Päckchen! Wieso nicht?
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5 Tipps für noch schlechtere Stimmung

In meinen depressiven Episoden ist im Regelfall alles schwarz. Nicht bunt, nicht grau, auch nicht graumelliert, schon gar nicht hellgrau, sondern schwarz. Dunkel mit Aussicht auf gar nichts. Und wenn alles so dunkel und schwarz ist, kann auch gar keine Laune entstehen – außer eben der schlechten, die mich dann manchmal auch wütend macht, weil ich es nicht akzeptieren möchte. Dabei weiß ich es doch besser. Es gibt die Tage, ich kann eine Menge dagegen tun, mache es aber nicht und harre der Dinge die da … tja … eigentlich nie kommen. Können sie auch nicht, denn ich male grundsätzlich auch alles um mich herum schwarz an. Und weil das so viel einfacher ist, als sich auf die „guten“ Dinge zu konzentrieren, habe ich für mich 5 Tipps, damit es noch schlechter wird, denn der Kopf weiß seit je her: „Du schaffst es nicht. Das war schon immer so. Und wenn das jetzt schon beschissen gelaufen ist, ist der Tag eben hin.“
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Leg dich einen Moment zu mir.

Manchmal ist nicht nur morgens das Aufstehen schwer, ab und an ist es das sogar tagsüber. Oder abends. Oder irgendwann zwischendurch. Und manchmal reicht auch ein kleiner Auslöser, um mir den Boden wegzuziehen und mich umzuwerfen. Normalerweise stehe ich auf. Morgens stehe ich eigentlich immer auf – nicht immer in der Zeit, aber ich stehe auf. Und dann gehe ich los. Wie immer. Aber was ist, wenn Müdigkeit gar nicht der Auslöser dafür ist, dass ich nicht aufstehen kann? Ja, aufstehen können! Ich schaffe es nicht. Mir fehlt zwischendurch einfach die Kraft, aufrecht und stolz in die Welt zu gehen. Denn plötzlich sind da wieder so viele Baustellen und Menschen, dass ich mich frage, welchen Sinn einige Sachen machen. Ich hinterfrage also wieder und wieder, ob ich das Richtige tue. Ich könnte das kontruktiv hinterfragen, weil man das ja so macht, wenn man Ziele und Wünsche hat, aber an Tagen wie heute mache ich das destruktiv. Ich zerstöre im Kopf all die guten Ideen und umgesetzten Wege. Immer wieder.
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Nimm deine Gedanken mit!

Eine Woche bin ich jetzt wieder zu Hause. Eine Woche wieder arbeiten. Eine Woche Alltag. Die Zeit davor? Sieben verdammt gute Tage in Dänemark. Ich war das erste Mal in Nordeuropa. Ich war in einem Ferienhaus und habe eine wundervolle Küstenlandschaft erlebt. Mit Wasser, Wellen und Wind. Die drei existenziellen W im Leben. Kaffee würde auch noch dazukommen, aber der fängt ja nicht mit W an. Und alle guten Dinge sind eben drei. Gut war vor allem auch, dass ich eine Woche richtig entspannen konnte – aber das ist und war nicht immer so.
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Spieglein, Spieglein …

… an der Wand. Nee! Spieglein, Spieglein hier in meinen Texten! Schön, dass du den Weg zu den Menschen findest, die mit diesem Spiegel nichts anfangen können. Danke an den Menschen, der hier so fleißig über 50 Seiten ausgedruckt und weitergegeben hat. Vor allem sich aber auch die Mühe gemacht hat, meinen instagram-Account zu durchforsten. Danke für den Hinweis, dass ich das Persönlichkeitsrecht am Bild verletzt habe, ich habe sofort gehandelt und es korrigiert. Das war vollkommen richtig so. Alles!

Was hier passiert ist? Einiges. Vor allem ist genau das passiert, was passieren musste. Gestern war ein Tag, der voller richtiger Entscheidungen war. Nein, es stört mich absolut nicht, wenn diese Beiträge an meine Mutter weitergereicht wurden. Ja, vieles liest sich sicher nicht gut und verletzt, aber es ist die verdammte Wahrheit meines Lebens. MEINES Lebens. Was gestern passiert ist?
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5 Dinge, die ich als depressiver Vater immer wieder tun muss

Nur ein einziges Mal in über 20 Monaten wurde mir gesagt, dass es unverantwortlich wäre, als depressiver Mensch ein Kind zu bekommen. Ich würde mich nicht ausreichend kümmern können, die Krankheit wäre vererbbar, über kurz oder lang müsste ich sowieso wieder in eine Therapie und meine Frau die ganze Last tragen. Kurz gesagt: hast oder hattest du eine psychische Erkrankung, darfst du kein Kind bekommen! Ich weiß, dass es viele Mütter und Väter gibt, die trotz der Erkrankung ein wundervolles Leben führen (können), und dadurch auch eine ganz andere Einstellung zum Leben gefunden haben. Auf der anderen Seite schwingt natürlich eine kleine Gefahr immer mit – es wäre aber vermessen zu sagen, dass psychische Krankheiten der Auslöser wären. Ich habe keine Zweifel mehr.

In fast jeder Lesung werde ich gefragt, ob mein Sohn mir eine Stütze ist. Ich werde auch gefragt, wie der Alltag an schweren Tagen trotzdem funktioniert. Und viel öfter werde ich gefragt, ob mein Sohn bzw. meine Familie mich vor einem Suizid bewahren würde.

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Alles im Griff? Oder noch Tunnel?

Fragen, die immer mal wieder auftauchen. Fragen, die mich beschäftigen. Habe ich nun alles im Griff? Nein. Ich versuche alles im Griff zu haben. Ich habe vieles im Griff. Doch am Ende haben mich auch die Gedanken noch immer im Griff. Wer spielt hier eigentlich mit wem? Und warum ist es so anstrengend, da endlich einen guten und richtigen Weg zu finden? Ich muss zugeben, dass es mich manchmal sehr ankotzt, mich dauernd damit auseinanderzusetzen. Nach fast 4 Jahren täglicher Arbeit an mir selbst, an meinen Denkmustern, an Auslösern, Akzeptanz, Veränderung, Therapie, Höhen und Tiefen, Strategieentwicklung, Aushalten und vielen Gesprächen, bin ich pappsatt. Der Kopf ist so vollgedröhnt mit Informationen, dass es reicht.
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Das Buch. Die Änderung. Der Bock.

Es gibt Umstände, die lassen dich – also mein – Handeln überdenken. Umstände, die dich nochmal aus der Bahn werfen. Umstände, die dir sogar ein Gefühl geben, dass du etwas tun oder zu Ende bringen musst, damit du deinen Frieden hast. Aber was genau? Der Reihe danach.

Das Buch. Sollte eigentlich Ende Januar auf dem Markt sein. Als Selbstverleger. Ohne Abhängigkeiten. Es ist auch fertig. Fast. Es war nur ein Klick, damit es losgeht. Fast. Es war alles bereit. Fast. Immerhin mache ich ja Vorlesungen und Vorträge. Immerhin. Das Buch? Ist fast fertig. Ich freue mich über jede – selbst organisierte und angefragte – Lesung. Sehr. Hildesheim, Hannover Leipzig, Hamburg. Bremen. Und jetzt Alfeld, Köln und. Und? Sarstedt. Da ist der Haken. Sarstedt! Heimatstadt. Der Ort, wo ich niemals – also wirklich NIEMALS – irgendwas machen wollte. Wollte, ja. Irgendwie kam das Gefühl in den letzten Wochen auf, dass ich es doch tun muss. Es muss einfach sein. Nicht Ende des Jahres, sondern so schnell wie möglich.
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Es gibt nur den einen Weg …

… um aus dem Gefängnis der verletzten Kindheit auszubrechen, und endlich frei zu sein. Frei von all den erlernten Mustern, die die Umstände hergestellt haben. Frei von all den negativen Gefühlen, die mich auch heute noch umgeben. Frei von den unausgesprochenen Erwartungen, die mich auch heute noch umgeben – ob das Telefon klingelt, oder eben auch nicht. Frei von der Wut der Vergangenheit. Frei von den selbstvernichtenden Gedanken und Ängsten.

Machen wir uns nichts vor, viele von uns haben Auslöser in der Kindheit, die ihnen Strategien mitgegeben, die sich heute Selbstzweifel, Selbstkritik, Bindungsängste, Narzissmus, soziale Phobie und anders nennen. Viele. Nicht alle. Bis ich erkannt habe, was genau das Problem meiner Gefühle ist, habe ich lange gebraucht. Doch eins ist klar: Wir sind die Kinder unserer Eltern und wir wünschen uns doch eigentlich nur diese Eltern, die uns so lieben, wie wir sind. So und nicht anders. Wir sind wie wir sind. Ich bin wie ich bin. Mit meinen Fehlern, Verhaltensweisen, Gedanken, Entscheidungen und vor allem auch guten Eigenschaften – die nur immer wieder in den Hintergrund rücken.
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5 Regeln für deine Selbstzweifel

Selbstzweifel. Diese kleinen Gedanken, die dir immer wieder sagen, wie unwichtig und klein du bist. Fragen, die du dir immer und immer wieder stellst, damit dein Kopf auch ja all das Negative  präsentiert – wie ein Kinofilm in Dauerschleife, nur eben in schlecht.

Deshalb heute 5 Dinge, die du mit diesen Gedanken tun musst, damit es nicht besser wird.

1. Glaub alles, was du denkst!
Alles, was dir dein Kopf sagt, ist die Wahrheit! Und nichts anderes als das. Lass niemals neue Zweifel zu. Moment, doch, natürlich kannst du neue Zweifel zulassen, aber nicht an den negativen Gedankenspiralen. Warum sollte auch etwas nicht stimmen, was dein Kopf dir erzählt? Schließlich denkst DU es ja, also muss es auch wahr sein.
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