82 Artikel // #1 Depressionist

Ich will meine Ruhe … nicht!

„Ich will keine Ruhe! Nein! Meine Ruhe will ich nicht!“ Es ist Sonntag. Durchwachsenes Wetter. Ich bin – mal wieder – allein zu Hause. Morgens viel zu früh wach. 6 Uhr 10. Das heißt, ich habe mindestens 16 Stunden im Wachzustand vor mir. Nun, es ist halt Sonntag. Ich könnte die Zeit ja einfach so verbummeln, es steht ja nichts an. Einfach zurücklehnen und rumgammeln. Doch nach 10 Minuten macht sich Nervosität breit. „Scheiße. Was fang ich denn nun mit der Zeit an?“ Was man da nicht alles machen kann. Mal raus und spazieren, Wäsche, Haushalt, Kochen … Dinge, die unter der Woche liegen bleiben. Kennt ihr? Seid ehrlich! Wenn ja … aufpassen!
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Irgendwann muss jeder gehen …

… und ich muss feststellen, dass es nun ein Jahr her ist, dass mein Oppa (ja, mit Doppel-P!) verstorben ist. Meine Trauer und der Schmerz über den Verlust haben sich in Dankbarkeit gewandelt. Dankbar, dass dieser Mensch mein Oppa war und mir so viel mit auf den Weg gegeben hat. Dankbar, dass er 31 Jahre Teil meines Lebens war. Dankbar, dass er ein herzensguter Mensch gewesen ist und mich immer – wirklich immer – unterstützt hat. Neben der Dankbarkeit bleibt aber auch ein Stück Sehnsucht. Sehnsucht nach mehr Zeit, die ich gern mit ihm und Omma verbracht hätte. Sehnsucht nach mehr offenen Gesprächen. Was mir bleibt, sind all die Erinnerungen, Erzählungen und Momente, die mir keiner nehmen kann. Heute wird es Zeit, dass ich ihm ein paar Zeilen schreibe …
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Dunkelheit …

Manchmal – wenn ich einfach nicht einschlafen kann – schleiche ich mich nochmal im Dunkel der Nacht in den Garten und setze mich ein Weilchen dorthin. Ist euch mal die Stille der Nacht aufgefallen? Es ist dunkel, der Mond scheint, ein paar Mücken, Motten und Fliegen surren um einen herum, aber sonst? Nur vereinzelt ein Motorengeräusch eines entfernten Autos. Alles schläft. Die nachtaktiven Tiere sind eh nicht bei mir im Garten unterwegs. Es ist kühl. Kein Schwitzen. Keine brennende Sonne. Kein ewiges Suchen nach Schatten und Abkühlung. Ab und zu ein seichter Windzug, der über die Haut streicht. Kein Lärm, den man am Tag ertragen muss. Es ist einfach ruhig, still und langsam. Die Geschwindigkeit des Tages findet ein Ende. Niemand, der einen zu etwas drängt, keine Verpflichtungen. Ruhe. Keiner spricht. Nicht einmal die Gedanken in meinem Kopf. Ich fühle mich frei, kann die Augen schließen und es genießen. Kein Fernsehen, keine nervigen TV Spots, gestellte Familiendramen, Castingmüllshows, hastige Nachrichten des Tages und so weiter. Die Stille wirkt beruhigend. Keine Situationen, wo man auf eine Nachricht hofft, keine Langeweile, kein Gedanke was ich machen kann, keine Verpflichtung. Die Dunkelheit und Ruhe fühlt sich wie Freiheit an. Frei von all dem Ballast.

Allen aus dem Wege gehen, die schlecht schlafen und nachts wachen.
[Friedrich Nietzsche]

Es dauert, bis man seine …

… Eltern groß hat. Oder? Nein. Ich als Kind kann meine Eltern nicht mehr erziehen und sie werden sich auch nicht mehr richtig für meine Situation sensibilisieren lassen. Genau das hat mir das gestrige Telefonat gezeigt. Eigentlich hatte ich während der Therapiezeit ein gutes Gefühl, als ich den ersten Versuch unternommen habe und beiden unabhängig voneinander ansatzweise erklären wollte, wie der Stand der Dinge ist. Doch heute stelle ich fest, dass es ein Irrglaube ist. Und ja, wir sind dann wieder bei dem Thema „das innere Kind“ angekommen. Es ist da und möchte umsorgt werden, gestern – und auch gerade jetzt – möchte es aber einfach zickig sein und am liebsten schreien, ihnen klarmachen, dass ich erwachsen bin und es nicht nur in meiner Pflicht liegt irgendwas zu tun. Wir sind heute alle erwachsen, leben in Partnerschaften und haben eigentlich eine gleichberechtigte Beziehung zueinander. Eigentlich!
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Wieder einer dieser Tage …

Bei Twitter werden Montage mit einem #mimimi versehen, wenn es nicht so schön ist. Eigentlich ist das doch ein wundervolles Ritual, der Montag ist ja eigentlich nach dem Wochenende immer ein bescheidener Tag. Naja, fast immer. Das #mimimi reicht heute aber nicht aus. Heute ist einer dieser Tage, an denen mich alles ankotzt – entschuldigt die Wortwahl, die ich hier heute benutze, aber genauso denke ich. Es kotzt mich nicht nur an, es geht mir dermaßen auf den Sack! Mir geht die Depression auf den Sack, das ständige Pillen nehmen, die schwankende Laune und das anpassen in der Gesellschaft. Ich kann ja noch so oft betonen, dass ich einfach ich bin, doch je authentischer ich werde, desto mehr fühlen sich andere dazu berufen mir ihre Meinung auf die Nase binden zu müssen. Und wenn ich mich entscheide, dass ich jetzt schlecht gelaunt bin oder es kein guter Tag ist, dann ist das verflucht nochmal auch so! Weil ICH diese Entscheidung für MICH getroffen habe.
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Ich MUSS nichts müssen …

… oder doch? Ich muss mich ändern. Ich muss abnehmen. Ich muss einen Brief verschicken. Ich muss jemanden anrufen. Ich muss das Fahrrad reparieren. Ich muss einen neuen Arbeitsplatz finden. Ich muss … Nein! Ich darf! Und ich möchte! Mir ist gerade jetzt wieder bewusst geworden, wie oft sich das Wort „muss“ in den Alltag mit einschleicht und unterbewusst einen Druck aufbaut, der sogar in Stress ausarten kann. Achtet ihr manchmal darauf, wie oft ihr das Wort benutzt? Müssen gibt jeder Handlung oder jedem Vorhaben irgendwie einen konsequenten Beigeschmack, der die Handlung zu einem Zwang werden lässt. Sicher gibt es genug Situationen, wo ich das Wort bewusst nutze, um meinen inneren Schweinenhund einen gehörigen Arschtritt zu verpassen, aber andererseits muss ich (da ist es wieder) mir den Druck nicht aufbauen.
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Zurück zum Start …

… so singen es Annie’s Revier in ihrem Lied. Alles nochmal auf Anfang. Fast so ist es jetzt auch. Vor ein paar Tagen habe ich noch in „Ich (er)finde mich neu ...“ darüber geschrieben, dass ich jetzt die Ruhephase nutzen werde, um mich beruflich in die Richtung zu orientieren, die mir wirklich Spaß macht. Ich realisiere also gerade, dass ein neuer Start ab und zu nur eine Mail, ein kurzer Rückruf und ein persönliches Gespräch braucht. Manchmal ist es dann auch einfach Glück und ein wenig innerer Schweinehund.
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Geburtstag?!

Es ist die 22. Kalendarwoche. Es ist Freitag und es regnet. Es ist der 151. Tag des Jahres. Es sind noch 214 Tage bis Jahresende. Der Tag ist im Sternzeichen Zwilling. Aldo, Helmtrud, Mechthild und Petronilla haben heute Namenstag. Wie oft habe ich diesen Tag verflucht? Wie oft wollte ich es als völlig normalen Tag sehen? Wie oft wollte ich einfach nichts machen? Zu oft! Ja, Herr B. hat heute Geburtstag. Und wisst ihr was? Es ist ein wundervoller Tag! Es ist mein Tag! Ich lebe, ich genieße mich und mein Dasein! Ich habe wundervolle Menschen in meinem Umfeld, die mir gratulieren und sich freuen, dass ich da bin.
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Mein Freund und ich …

Nein, ich habe keine heimliche Liebschaft, bin nicht homosexuell (und ich verurteile diese Menschen auch nicht) und bin auch nicht schizophren. Aber es gibt jemanden in meinem Leben, der länger „ein Partner“ für mich war als andere. Einer, der zuverlässiger als jeder beste Freund sein kann. Jemand, der mir in jeder Lebenslage zur Seite steht und wahrscheinlich auch stehen wird. Außer er beantwortet mir eine einzige Frage.
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Die verletzten Gefühle …

… oder anders: das innere Kind! Was ist das? Worum geht es dabei? Nun, das gestrige Ereignis hat mir nochmal kurzfristig in Erinnerung gerufen, wie sehr die Gefühle in der Kindheit geprägt werden. Zum besseren Verständnis ein Zitat: „ Das innere Kind ist Teil unserer Persönlichkeit. Er hat abgespeichert, was wir in der Kindheit erfahren haben. Gute Gefühle und Erlebnisse. Aber auch Negatives: kindliche Ängste, Selbstzweifel, Neid. Genau diese Emotionen sind es, die uns sichtbare Probleme bereiten können. Sie zwicken uns wie eine alte Narbe, wie eine Wunde, die längst verheilt zu sein schien. Dieses innere Kind vergisst nicht, wie allein es sich gefühlt hat, wenn die Eltern zu oft fort waren. Wie klein es sich gefühlt hat, wenn der strenge Vater nach Fehlern in den Hausaufgaben suchte, und wie leise es sein musste, wenn er die Zeitung las. Wie sehr es sich nach Anerkennung und Wärme gesehnt hat.
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