27 Artikel // Gedanken

Scheiß drauf! Ab jetzt? Egoismus.

Ja, richtig. Egoismus. Ein gesunder Egoismus, weil ich auf mich achten werde. So ein Egoismus, bei dem ich mein Denken und Handeln wichtig nehme. Auch so ein Egoismus, bei dem Gefühle wichtig sind, die ich habe. Und auch so ein Egoismus, wo ich mich für „meine“ Ideen einsetze. Weil es wertig ist, weil ich es kann, weil ich mir vertraue, weil ich Ziele und Visionen habe, weil ich etwas verändern möchte. Der Nachteil? Die Menschen, die seit Jahren schon jammern, dass bei ihnen Stillstand herrscht, werden plötzlich sehr komisch und reden schlecht hinter dem Rücken. Nun, na und? Ich bin mir so wichtig geworden, dass ich darauf nicht mehr achten werde. Ist es denn verwerflich, wenn da plötzlich jemand (in diesem Fall wohl ich) auftaucht, und die Dinge anders anpackt, weil es sonst noch mehr Stillstand gibt? Ist es denn so verwerflich, dass ich kein Interesse habe, auf langsam trottende Züge aufzuspringen und so langsam zu fahren, dass sich fast nichts bewegt? Ist es denn verwerflich, wenn ich nicht möchte, dass sich alle von mir irgendwie mitschleifen lassen, sondern da plötzlich Grenzen sind?
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Das Buch. Die Änderung. Der Bock.

Es gibt Umstände, die lassen dich – also mein – Handeln überdenken. Umstände, die dich nochmal aus der Bahn werfen. Umstände, die dir sogar ein Gefühl geben, dass du etwas tun oder zu Ende bringen musst, damit du deinen Frieden hast. Aber was genau? Der Reihe danach.

Das Buch. Sollte eigentlich Ende Januar auf dem Markt sein. Als Selbstverleger. Ohne Abhängigkeiten. Es ist auch fertig. Fast. Es war nur ein Klick, damit es losgeht. Fast. Es war alles bereit. Fast. Immerhin mache ich ja Vorlesungen und Vorträge. Immerhin. Das Buch? Ist fast fertig. Ich freue mich über jede – selbst organisierte und angefragte – Lesung. Sehr. Hildesheim, Hannover Leipzig, Hamburg. Bremen. Und jetzt Alfeld, Köln und. Und? Sarstedt. Da ist der Haken. Sarstedt! Heimatstadt. Der Ort, wo ich niemals – also wirklich NIEMALS – irgendwas machen wollte. Wollte, ja. Irgendwie kam das Gefühl in den letzten Wochen auf, dass ich es doch tun muss. Es muss einfach sein. Nicht Ende des Jahres, sondern so schnell wie möglich.
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Es gibt nur den einen Weg …

… um aus dem Gefängnis der verletzten Kindheit auszubrechen, und endlich frei zu sein. Frei von all den erlernten Mustern, die die Umstände hergestellt haben. Frei von all den negativen Gefühlen, die mich auch heute noch umgeben. Frei von den unausgesprochenen Erwartungen, die mich auch heute noch umgeben – ob das Telefon klingelt, oder eben auch nicht. Frei von der Wut der Vergangenheit. Frei von den selbstvernichtenden Gedanken und Ängsten.

Machen wir uns nichts vor, viele von uns haben Auslöser in der Kindheit, die ihnen Strategien mitgegeben, die sich heute Selbstzweifel, Selbstkritik, Bindungsängste, Narzissmus, soziale Phobie und anders nennen. Viele. Nicht alle. Bis ich erkannt habe, was genau das Problem meiner Gefühle ist, habe ich lange gebraucht. Doch eins ist klar: Wir sind die Kinder unserer Eltern und wir wünschen uns doch eigentlich nur diese Eltern, die uns so lieben, wie wir sind. So und nicht anders. Wir sind wie wir sind. Ich bin wie ich bin. Mit meinen Fehlern, Verhaltensweisen, Gedanken, Entscheidungen und vor allem auch guten Eigenschaften – die nur immer wieder in den Hintergrund rücken.
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5 Regeln für deine Selbstzweifel

Selbstzweifel. Diese kleinen Gedanken, die dir immer wieder sagen, wie unwichtig und klein du bist. Fragen, die du dir immer und immer wieder stellst, damit dein Kopf auch ja all das Negative  präsentiert – wie ein Kinofilm in Dauerschleife, nur eben in schlecht.

Deshalb heute 5 Dinge, die du mit diesen Gedanken tun musst, damit es nicht besser wird.

1. Glaub alles, was du denkst!
Alles, was dir dein Kopf sagt, ist die Wahrheit! Und nichts anderes als das. Lass niemals neue Zweifel zu. Moment, doch, natürlich kannst du neue Zweifel zulassen, aber nicht an den negativen Gedankenspiralen. Warum sollte auch etwas nicht stimmen, was dein Kopf dir erzählt? Schließlich denkst DU es ja, also muss es auch wahr sein.
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Liebe Menschen …

… die ihr mich in irgendeiner Form begleitet. In meinem realen Leben als Freunde, Familie, Partner, Kollegen, Bekannte, Unterstützer, Menschen mit verlorenem Kontakt oder intriganten Arschlöchern. In der Welt online, die ihr meine Beiträge verfolgt, liked, favt, teilt, erzählt oder mit dämlichen Kommentaren behaftet. In der Welt zwischen Realität und online, weil ihr meine Lesungen besucht, mir eine Plattform bietet, mir helft oder mir Absagen aus fadenscheinigen Gründen erteilt. Schön, dass ihr alle ein Teil des Ganzen seid – wie auch immer. Ihr dürft euch alle angesprochen fühlen, denn jeder von euch gibt einen Teil an mich weiter, mit dem ich arbeiten kann. An mir arbeiten. An dem, was ich hier tue. An dem, was daraus in Zukunft wird.

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Wer bist du …

… wenn du in den Spiegel schaust? Kennst du dich? Weißt du wirklich, was dir gut tut? Und wieviel davon machst du, wenn du es überhaupt machst? Hast du dich in deine Rolle ergeben, oder versuchst du etwas daran zu arbeiten?

Nun. Der Spiegel und ich. Wir kennen uns. Manchmal nicht unbedingt sehr freundlich, aber wir kennen uns. Und immer wenn ich in diesen Spiegel schaue, erkenne ich mich. Rein äußerlich zumindest. Immerhin muss ich schon 35 Jahre mit mir leben, da sollte das ja funktionieren. Doch was ist mit dem Rest? Was ist mit den Gedanken? Sind das meine? Oder sind das Gedanken, die ich denken muss, weil ich mich jemand oder etwas als Auslöser dazu zwingt? Bin ich denn gezwungen, überhaupt zu denken? Ja. Ja, immer und immer wieder.

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Lasst uns reden … // #bch16

Samstag, 5 Uhr 20 klingelt der Wecker penetrant. Wer steht eigentlich an einem Samstag so früh auf, wenn er nicht arbeiten muss? Ich. Es ist Barcamp in Hannover in der Buhmann Schule. Immer noch eine verrückte Idee, bei so einer Veranstaltung über „das Thema“ zu reden. Samstag also, mit keinem guten Gefühl. Ein Samstag mit all den wunderbaren Kritiken, die mein Kopf so vorbringen kann. „Du musst dich nicht schlecht fühlen, ich war bei meiner allerersten Session auch nervös.“ Ich bin nicht nervös! Ich bin nicht mal angespannt! Ich denke. Mein Kopf denkt für mich. Er denkt und sagt mir, wie beschissen alles ist. Naja, immerhin stellt er genau die Fragen, die ich nicht gebrauchen kann.
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Örks …

„Nächste Woche haltet ihr dann bitte ein Referat …“ Der Satz, der mich damals ins Verderben gebracht hat. Vor der Klasse stehen und irgendwas präsentieren, was ich erst ausarbeiten muss und dann auch noch vortragen? Oh Gott! Es gab nichts, wirklich gar nichts, schlimmeres, was mir irgend einer meiner Lehrer antun konnte. Das wurde in der Berufsschule zwar besser, aber nicht gut. Das wurde in der zweiten Berufsschule auch besser, aber nicht gut. Und es wurde nochmal etwas besser, aber wahrlich nicht gut. Und ich hatte immer noch keine Ambitionen, irgendwas zu präsentieren. Was hab ich mich damit schwer getan – wenn ich denn überhaupt da war. Vor Leuten stehen und frei sprechen. Nein! Niemals. Und …
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Warum …

„Am Ende.“ Der Titel des letzten Blogeintrags von Johannes Korten. Johannes hat sich in der Nacht zum Montag das Leben genommen. Er hat den Freitod gewählt und sich bewusst dazu entschlossen, sein Leben aufzugeben. Johannes ist Vater. Und Mann. Er hat eine Familie. Er hat viele positive Dinge im Netz vorangebracht. Er hat den Gedanken gelebt, das Internet zu einem besseren Platz zu machen. Selbst in seinen letzten Zeilen weißt er darauf nochmal hin. Johannes ist – so zeigt sein „Abschiedsbrief“ – vom Seelenkrebs und der Depression zerfressen gewesen. Er war Denker. Nicht nur für sich. Und er hat klargemacht, dass es für ihn nichts mehr zu denken gibt. Das Denken hat ihn angestrengt. Und am Ende haben all die Gedanken gesiegt. Er lässt zu uns jetzt zurück – denkend. An ihn. An den Grund. An das Warum. Der Abschiedsbrief zeigt ihn mit der vollen Macht der Selbstkritik, der Unsicherheit und vor allem den Schauspieler, der sich nie offenbaren durfte.

Ich habe zwei Tjohannes-kortenage lang genauso wie @darksun666 verfolgt, wie die Menschen mit dem Suizid umgehen. Wie ekelhaft die Anfeindungen sein können und auch sind. Sie sind es! Mich erschreckt, mit welcher Antipathie die Menschen im Netz unterwegs sind. Ja, sicher, ein Suizid lässt sich vom Egoismus freisprechen. Ist es denn wirklich so selbstsüchtig, wenn jemand einfach nicht mehr weiter weiß? Wenn alles gedacht, zerdacht und somit kaputt ist? Ist es dann egoistisch, wenn man nicht mehr der ist, der man zu sein scheint? Wenn man keine Nähe mehr zu sich aufbauen kann und so auch den Halt zur Familie und den Mitmenschen verliert? Der Suizid ist die vermeintliche Erlösung in dem erdrückenden Chaos. Es ist ein kurzer Weg. Er ist weitaus kürzer als irgendwelche Therapien, Gespräche oder Tabletten. Es ist ein definitives Ende. Es erschreckt mich, wie jemand nach seiner Entscheidung noch so angefeindet werden kann.

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Weihnachtsgedanken? Nö. Liebe!

Eigentlich wollte ich aus verschiedenen Gründen auf einen Rückblick auf 2015 verzichten. Vor allem, weil mir mittlerweile die Zeit fehlt und ich es nicht immer schaffe, mir die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Warum ich jetzt trotzdem schreibe? Ich muss mir nochmal bewusst machen, wie besonders dieses Jahr ist. „Müssen“? Ja. Klar. Wie schnell sind Momente vergessen und sind plötzlich „ganz normal“. Sicher, da sind Dinge ganz normal – aber nicht für mich. Nicht nach den letzten Jahren. Nicht nach all den selbstgemachten Stolpersteinen und „verbockten“ Chancen.
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