14 Artikel // #4 Therapie

Furcht oder Motivation?

Gestern also wieder Therapie. 1 Stunde und 30 Minuten, 3 Zigarretten, Kritik und Lob, Tränen und eine Erkenntnis: Ich bin auf die Fresse gefallen, weil ich es nicht anders wollte und konnte. Ich bin gestolpert, weil ich vorher schon aufgegeben habe. Doch anstatt aufzustehen, hab ich mich dem Programm im Hinterkopf gebeugt und es abspielen lassen. Ich habe nicht selbstbestimmt MEIN Leben gelebt.

„Wenn Sie nur gewillt sind das zu tun, das einfach ist, wird das Leben beschwerlich sein. Aber wenn Sie bereit sind das zu tun, das schwer ist, wird das Leben einfach sein.“ [Eker]

Der einfache Weg. Der Weg des geringsten Widerstandes. Ein Weg, der erst am Ende immer schwierig wurde, wenn mein Versteckspiel aufgeflogen ist, die Lügengerüste zerbrochen und ich vor den Scherben meines Lebens gestanden habe. Der geringste Widerstand war auch, sich einfach den Arbeitsverhältnissen hinzugeben, brav das zu machen, was es gibt und auch nicht mehr. Ein gutes Pferd springt ja schließlich auch nicht höher als es muss. Oder? Warum habe ich eigentlich nicht vorher mein Leben in die Hand genommen und mich verwirklicht, gezeigt was ich kann und angefangen für Träume zu leben? Weil es nicht ging! Wie auch, wenn man sein ganzes Leben klein gehalten wird. „Du kannst das eh nicht.“ „Wie willst du das denn schaffen?“ „Das ist doch lächerlich, da nochmal ne Ausbildung zu machen.“ „War doch klar, dass du da nicht weiterkommst.“ Ehrlich? Ich hab mich doch selbst immer klein geredet, meine Fertig- und Fähigkeiten nach hinten gestellt und nicht für das gekämpft, was ich wirklich kann. Hätte ich es damals gewusst, hätte ich mein Abi gemacht. Ja, mein Abi! Das hätte ich geschafft! Ich war nicht dumm, ich war nur faul, frustriert und wollte rebellieren, damit ich gesehen und gehört werde. Was mir das gebracht hätte? Kann ich nicht beurteilen, aber ich würde es heute sogar noch nachholen wollen. Für mich. Zweifel, Kritik, Neid. Keine Ahnung was es noch alles ist. Ich habs angenommen, ich hab mich dem hingegeben, ich hab nichts mehr gegen gesagt und mich klein machen lassen. Unter Umständen nicht nur in solchen Dingen – des lieben Friedens wegen.

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Meine Insel …

Nehmen wir an, ich muss eine Insel malen. Eine Insel mit all den schönen Dingen um mich herum, meinen Hobbys und was mir gut tut. Nehmen wir an, ich darf mir nicht aussuchen mit was ich male, sondern muss zwingend Acrylfarben nehmen. Im Februar sah ich mich genau dieser Aufgabe gegenüber. Kunsttherapie. In der Tagesklinik. Und ich habe es müde belächelt. „Was hat denn bitte Kunst mit Psychotherapie zu tun, hä? Da kann ich ja echt drauf. Mit Pinsel malen, Ton rumfuhrwerken, Basteln. Das ist absolut nichts für mich. Niemals.“ Mit der Insel hat sich das Blatt gewendet. Warum?  Weiter →

Die Kraft meiner Gedanken …

… darf ich wieder aktivieren. Irgendwann in den letzten Wochen bin ich wohl auf den Not-Aus-Knopf gekommen. Nach meinem Aufenthalt in der Tagesklinik hatte ich zwar das Gefühl, dass es jetzt in eine vernünftige Richtung geht und ich auch verstanden habe, wie ich „anders denken“ kann und mir Gutes tue, aber es ging jetzt keinen Schritt mehr vorwärts. Ich bin fünf Schritte zurückgegangen. All das Erlernte war wie weggeblasen. Warum? Uff, ja, da gibt es sicher unterschiedliche Gründe. Mit der ambulanten Therapeutin bin ich nicht zurechtgekommen und habe mich dann einfach wieder in eine Lethargie fallen lassen. Das war sicher verkehrt und hat eine Menge Ärger mit sich gebracht, aber ich habe verstanden, dass die fünf Schritte rückwärts nur der Anlauf sind, damit ich nochmal durchstarten kann. Und wie?

Zunächst musste ein neuer Therapeut her. Oder eine andere Maßnahme, die die Zeit bis dahin überbrückt. Sicher gibt es den sozialpsychiatrischen Dienst, aber die Einrichtung ist für mich gerade eher eine Notlösung als eine Anlaufstelle in meiner jetzigen Verfassung. Da meine Anspannung gewachsen ist, ich gar nicht mehr zur Ruhe gekommen bin und fast nur noch mit dem Gefühl lebte, wie ein Tiger durch die Wohnung laufen zu müssen, habe ich mich auch mit Reiki als Entspannungsmaßnahme befasst; es klingt nicht verkehrt, wenn man sich die Bedeutung von Chakra durchliest. Letztlich war es aber glücklicher Google-Treffer, der mich zu meinem jetzigen Therapeuten geführt hat. Besonders aufgefallen ist mir der Begriff Hypnotherapie. Na klar, das kann nur eine begleitende Maßnahme für mich sein, aber ich weiß, dass mir die Entspannungszustände (Imagination und Meditation) ne ganze Menge bringen können. Hinzu kommt, dass er systemisch arbeitet – nicht nur ich werde ergründet, sondern auch die familiären Zusammenhänge und Auslöser, die Interaktion und der Einfluss auf mich. Dabei geht es nicht um Schuld, gut oder schlecht, oder ähnlichem. Gänzlich überzeugt hat mich aber, dass er blind ist. Ja, blind. Finde ich nicht nur in Ordnung, sondern super. Wenn ich also zu ihm kann, dann beobachtet er nicht meine Gesten, Körperhaltung oder Mimik. Er nimmt mich komplett anders wahr, was ein entscheidender Vorteil sein kann – es geht allein um Sprache und Inhalt. Es ist einen Anruf wert.

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Therapietag!

Pfoah, was für ein Tag. Heute schießt die Temperatur auf 29° und ich gurke mit dem Fahrrad durch die Gegend. Erst heute morgen knapp 9 Kilometer zum Praktikum, danach 10 Kilometer zur Therapie. Ich will nicht sagen, dass mir das Wetter etwas ausmacht, aber zum Radeln in meinem Tempo ist es zu warm. Definitiv. Aber ich bin ja nicht kaputt zu kriegen, nicht so. Also kurz abschwitzen und dann rein zur Therapeutin. Halt! Was ist das am Pedal? Nun ja, es war leicht schief und hat sich aus dem Pedalarm gelöst. Aber es gibt ja nur 2 Möglichkeiten: Entweder das hält bis zu Hause oder es fällt ab und ich kann zu Fuß gehen. Naja, keine Gedanken machen, erstmal rein zur Therapeutin.
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