Grau in grau …

An Tagen wie heute – mit regnerischem Wetter – gehe ich durch die Straßen, der Wind weht mir rau ins Gesicht, die Häuser und Umwelt in tiefes Grau gehüllt. Es scheint, als wäre ich farbenblind. Plakate und Leuchtreklame in Grautönen erzählen mir was vom tollen Leben – Das gestellte Glück, gestellte Szenen, gestellte Schönheit, unwirkliche Wahrheiten, die mich noch weiter runterziehen. Die Umgebung wirkt fremd, ein lebensfeindliches Gebiet, das in tiefen Nebel gehaucht ist, der sich nicht mehr verzieht. Oft weiß ich noch nicht, wie ich dem Scheiß endgültig entfliehen kann, aber ich spür es tief in mir drin: Ich werde meinen Weg weiter suchen und finden! Auch wenn ich manchmal keinen Ausweg sehe, ich werde weitergehen, immer weiter und weiter.

Nebel …

Auf dem Weg zur Besserung gibt es immer wieder Tage, da legt sich die Laune wie ein grauer Nebel um mich, ergreift Besitz von mir, lässt die Sonne nur ein wenig durchstrahlen und die Gedanken kreisen in einem endlosen Strudel, rufen neue hervor, reden vieles im Tagesablauf schlecht und unterbrechen die guten Momente. Im Nebel ist die Sichtweite stark eingeschränkt, der „Werkzeugkasten“ nicht so greif- und sichtbar, Ängste und Sorgen verdecken jeden klaren Blick und halten mich gefangen. Tage, die auch wieder vergehen, aber die dennoch gelebt werden wollen. Tage, die für mich und das Umfeld nicht schön sind, aber genau diese Tage sollte ich akzeptieren, wie sie sind.
nebel
Sind sie nicht auch ein Stück Hilfe auf meinem Weg? Zeigen Sie mir nicht, dass ich nicht in Euphorie abheben darf, sondern dankbar für all die Hilfestellungen bleiben sollte? Zeigen sie nicht auch, dass die guten Tage so viele tolle Momente mit sich bringen, an die ich mich dann erinnern darf? Jeder hat im Leben mal schlechte Tage, das geht mir auch so – aber ich muss unterscheiden. Schlechte Tage fühlen sich anders an, als der Nebel, der mich jahrelang beherrscht hat. Wichtig ist: die Sonne scheint trotzdem, sie ist da, der Nebel ist morgen weg, sie wird wieder heller strahlen!

Der innere Schweinehund …

… kann ein ganz aufdringliches, ekeliges Arschloch sein. Gerade dann, wenn ich mich eh schon nicht besonders fühle, genau dann ist er besonders daran interessiert, mich noch von allen anderen Sachen abzuhalten. Was das mit Depressionen zu tun hat? Den Schweinehund kennt doch jeder? Richtig! Jeder kennt ihn, aber in depressiven Phasen schaffen es die meisten noch weniger, etwas für sich zu tun und den Körper wahrzunehmen. In der Tagesklinik hieß es „Bewegungstherapie“; Schwimmen, Pilates, ein wenig Laufen, Badminton, Volleyball. Sehr reduziert, aber immer so, dass wir in Bewegung sind. Nicht verkehrt. Auf der einen Seite ist es eine Achtsamkeitsübung, auf der anderen Seite lenkt es von Gedankenkarussellen ab. Ich konzentriere mich auf meine Bewegungen und die Empfindungen dabei. Und warum schreibe ich das nun alles?
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Abschalten? Auszeit!

Lange habe ich diesen Tag herbeigesehnt. Es gibt doch nichts Schöneres für die Seele, als dem Alltag zu entfliehen und an die Orte zu reisen, die einem gut tun. Mein Kopf schreit dabei entweder nach Meer oder Berge. Da die Berge nicht so schnell zu erreichen sind, schreibe ich diesen Beitrag gerade in einem schnuckeligen Hotelzimmer am Jadebusen. Meer im Februar? Ja, Meer im Februar, denn Meer geht immer! Meer ist ja nicht nur schwimmen. Meer ist auch Wind, Weite, Stille, Freiheit. Meer ist die Entspannung beim Geräusch der Wellen. Meer ist halt mehr.

Die letzten Tage habe mich teilweise sehr gequält. Ich hab mich Gedanken hingegeben, die nicht hätten sein müssen. Ich habe mich über Dinge aufgeregt, wo es nicht angebracht war. Ich hab mich in einer Diskussion gehen lassen, bei der es hätte nicht sein müssen. Hätte. Könnte. Sollte. Muss. Da ist es wieder. „Ich hätte es besser machen können.“ Nein. Es ist so gelaufen, wie es ist. Völlig egal, ob es gut oder schlecht war. Es ist so. Und nun ist Urlaub. Ich möchte abschalten, den Kopf vom Wind freipusten lassen, fotografieren, erleben, lieben, wahrnehmen, frei sein.
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Und manchmal …

.. ja, manchmal, da hilft es nichts, da passiert es dann:

Immer, wenn du denkst, dass alles gut ist, kotzen dir deine Gedanken zwischen die Synapsen und lachen dich dreckig aus

Sicher kann ich mich jetzt zurücklehnen, kann den Wahrheitsgehalt meiner Gedanken hiermit überprüfen. Ich kann es aber auch lassen. Mir ist da nicht nach. Ich möchte diese Gedanken jetzt ausleben. Warum? Das frag ich mich auch oft genug. Genauso, warum wieder die Zweifel aufkommen. Warum blogge ich denn? Warum vergleiche ich immer noch mit anderen? Warum achte ich auf Besucherzahlen und Kommentarverhalten? Muss mich denn zwingend interessieren, wie viele hier klicken? Nein, muss ich nicht, aber die Zweifel und der Hang zum Perfektionismus ist da. Ich kanns doch nicht einfach wegwischen und sagen: „Es ist mir egal, wie viele hier gucken. Ist ja für mich.“ Naja, doch.

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Herr Bock fragt … [4]

Der vierte Teil: Herr Bock fragt … sein Umfeld, enge Vertraute, Freunde, Familie und Wegbegleiter. Wie haben mich meine Mitmenschen gesehen? Wie sehen sie mich heute? Die Fragerunde ist auch wieder eine typische Win-Win-Situation. Ich hab die Chance von diesen Menschen ein paar Antworten für mich zu bekommen und ihr könnt sehen, wie Menschen auf mich bzw. meine Krankheit reagieren, was es bei ihnen auslöst und was noch alles so sein kann. Sonst schildere ich, jetzt sind sie dran.

Heute in der Fragerunde meine ehemalige Arbeitskollegin N., gute Vertraute … der Weg hat uns getrennt, es war mehr Ruhe als gewünscht, aber auch sie kennt viel von mir. …
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Lieben, was ist …

… sagt Byron Katie. Ich soll einfach lieben, was ist. „Ich weiß nicht, was und wie ich damit etwas anfangen soll“, war der erste Gedanke, als ich darauf gestoßen bin. Wie? Nun ja, durch einen Vortrag von Robert T. Betz. Ich kann nichts mit Spiritualität und Gott anfangen, wahrlich nicht, aber es sprach auch nichts dagegen, mich etwas mehr damit zu beschäftigen. Es kann ja nichts passieren, wenn ich mir den Vortrag oder das Hörbuch antue. Doch! Ich könnte eventuell noch andere Überzeugungen bekommen. Ausschlaggebend hierfür war auch mein Therapeut, der mir ein paar Fragen zum Nachdenken mit auf den Weg gegeben hat. Der Haken an der Geschichte? Es klingt alles so banal einfach, dass ich das selbst nicht immer für voll nehme und ausprobiere. 4 Fragen, die mir mehr Selbsterkenntnis bringen. Worum geht es nun bei Byron Katie oder Robert Betz?
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Herr Bock fragt … [3]

Der dritte Teil: Herr Bock fragt … sein Umfeld, enge Vertraute, Freunde, Familie und Wegbegleiter. Wie haben mich meine Mitmenschen gesehen? Wie sehen sie mich heute? Die Fragerunde ist auch wieder eine typische Win-Win-Situation. Ich hab die Chance von diesen Menschen ein paar Antworten für mich zu bekommen und ihr könnt sehen, wie Menschen auf mich bzw. meine Krankheit reagieren, was es bei ihnen auslöst und was noch alles so sein kann. Sonst schildere ich – jetzt sind sie dran.

Heute H. … Mutter von meinem Herzmenschen. Immer greifbar, immer unterstützend, fragend und auch mal kritisierend. Sehr besonders und auch jemand fürs Herz! Wie hat sie das letzte Jahr und mich wahrgenommen?

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Auf Wiedersehen!

Ja, auf Wiedersehen! Tschüss! Macht es gut! Es wird Zeit, dass ihr geht! Wer? Meine emotionale Gebundenheit. Mein Wunsch nach Anerkennung. Der Gedanke an eine Versöhnung mit meinen Eltern. Die Hoffnung, dass ich etwas verändere bei ihnen. Ich verabschiede mich von all den Hoffnungen, Wünschen und Gedanken. Und warum „auf Wiedersehen“? Weil ich weiß, dass der Abschied länger dauern wird und es nach wie vor ein hartes Stück Arbeit ist. Sie sind ja noch immer Tag für Tag präsent und ein Teil meines Lebens. Doch heute, ja genau heute, der 01.01.2014 wird der Moment für die Veränderung. Ich habe den Mut, die Kraft und den Willen.

Es wird Zeit, dass ich die mir aufgezwungene Verantwortung endlich an die Menschen zurückgebe, die sie mir aufgedrängt haben. Es ist an der Zeit, dass ich die richtigen Worte finde und in mein eigenes Leben starte. Es ist an der Zeit, dass ich die Verantwortung für mein eigenes Leben übernehme und nicht mehr das meiner Eltern, sie nicht mehr schütze und schon gar nicht ein schlechtes Gewissen habe. Es ist Zeit, dass ich mit letzter Konsequenz meine Entscheidungen treffe und zu diesen stehe. Es wird Zeit für eine Konfrontation …
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Jahresende …

Die wahrscheinlich schwierigsten Tage des Jahres sind vorbei – Weihnachten. Alles in allem angenehme Tage. Irgendwie ist es schon anstrengend, wenn nicht ein Tag dabei ist, den wir für uns haben. Nicht einer. Aber das ist der Tribut, wenn zwei Familien zusammenkommen und dann nochmal intern getrennt sind.

24.12. bei des Herzmenschens Mutter + Mann
25.12. bei meiner Omma (und eigentlich meinen Eltern*)
26.12. bei des Herzmenschens Vater + Frau
27.12. Fahrt nach Wilhelmshaven
28.12. Geburtstag des Herzmenschens Opa in WHV + Rückfahrt
29.12. Geburtstagsbrunch des Herzmenschens Patenkind
… und dann reichts auch!! Über 800 km in den Tagen gefahren, Stunden über Stunden im Auto verbracht – auch wenn es sich gelohnt hat.

Ein Rückblick. Ob ich mich mit meiner Überschrift nicht ein wenig zu weit aus dem Fenster gelehnt habe? Hmm. Ein Rückblick setzt voraus, dass ich mir die Zeit nehme und nochmal alles Revue passieren lasse. Nun, ich mache eine Kurzfassung …
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