Dunkelheit …

Manchmal – wenn ich einfach nicht einschlafen kann – schleiche ich mich nochmal im Dunkel der Nacht in den Garten und setze mich ein Weilchen dorthin. Ist euch mal die Stille der Nacht aufgefallen? Es ist dunkel, der Mond scheint, ein paar Mücken, Motten und Fliegen surren um einen herum und sonst? Nur vereinzelt ein Motorengeräusch eines entfernten Autos. Alles schläft. Die nachtaktiven Tiere sind eh nicht bei mir im Garten unterwegs. Es ist kühl. Kein Schwitzen. Keine brennende Sonne. Kein ewiges Suchen nach Schatten und Abkühlung. Ab und zu ein seichter Windzug, der über die Haut streicht. Kein Lärm, den man am Tag ertragen muss. Es ist einfach ruhig, still und langsam. Die Geschwindigkeit des Tages findet ein Ende. Niemand, der einen zu etwas drängt, keine Verpflichtungen. Ruhe. Keiner spricht. Nicht einmal die Gedanken in meinem Kopf. Ich fühle mich frei, kann die Augen schließen und es genießen. Kein Fernsehen, keine nervigen TV Spots, gestellte Familiendramen, Castingmüllshows, hastige Nachrichten des Tages und so weiter. Die Stille wirkt beruhigend. Keine Situationen, wo man auf eine Nachricht hofft, keine Langeweile, kein Gedanke was ich machen kann, keine Verpflichtung. Die Dunkelheit und Ruhe fühlt sich wie Freiheit an. Frei von all dem Ballast.

Allen aus dem Wege gehen, die schlecht schlafen und nachts wachen.
[Friedrich Nietzsche]

Es dauert, bis man seine …

… Eltern groß hat. Oder? Nein. Ich als Kind kann meine Eltern nicht mehr erziehen und sie werden sich auch nicht mehr richtig für meine Situation sensibilisieren lassen. Genau das hat mir das gestrige Telefonat gezeigt. Eigentlich hatte ich während der Therapiezeit ein gutes Gefühl, als ich den ersten Versuch unternommen habe und beiden unabhängig voneinander ansatzweise erklären wollte, wie der Stand der Dinge ist. Doch heute stelle ich fest, dass es ein Irrglaube ist. Und ja, wir sind dann wieder bei dem Thema „das innere Kind“ angekommen. Es ist da und möchte umsorgt werden, gestern – und auch gerade jetzt – möchte es aber einfach zickig sein und am liebsten schreien, ihnen klarmachen, dass ich erwachsen bin und es nicht nur in meiner Pflicht liegt irgendwas zu tun. Wir sind heute alle erwachsen, leben in Partnerschaften und haben eigentlich eine gleichberechtigte Beziehung zueinander. Eigentlich!
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Wieder einer dieser Tage …

Bei Twitter werden Montage mit einem #mimimi versehen, wenn es nicht so schön ist. Eigentlich ist das doch ein wundervolles Ritual, der Montag ist ja eigentlich nach dem Wochenende immer ein bescheidener Tag. Naja, fast immer. Das #mimimi reicht heute aber nicht aus. Heute ist einer dieser Tage, an denen mich alles ankotzt – entschuldigt die Wortwahl, die ich hier heute benutze, aber genauso denke ich. Es kotzt mich nicht nur an, es geht mir dermaßen auf den Sack! Mir geht die Depression auf den Sack, das ständige Pillen nehmen, die schwankende Laune und das anpassen in der Gesellschaft. Ich kann ja noch so oft betonen, dass ich einfach ich bin, doch je authentischer ich werde, desto mehr fühlen sich andere dazu berufen mir ihre Meinung auf die Nase binden zu müssen. Und wenn ich mich entscheide, dass ich jetzt schlecht gelaunt bin oder es kein guter Tag ist, dann ist das verflucht nochmal auch so! Weil ICH diese Entscheidung für MICH getroffen habe.
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Uff.

  • Motivation: keine.
  • Stimmung: angespannt / niedergeschlagen.
  • Aussicht: steigerungsfähig.
  • Wetter: sonnig

Therapietag!

Pfoah, was für ein Tag. Heute schießt die Temperatur auf 29° und ich gurke mit dem Fahrrad durch die Gegend. Erst heute morgen knapp 9 Kilometer zum Praktikum, danach 10 Kilometer zur Therapie. Ich will nicht sagen, dass mir das Wetter etwas ausmacht, aber zum Radeln in meinem Tempo ist es zu warm. Definitiv. Aber ich bin ja nicht kaputt zu kriegen, nicht so. Also kurz abschwitzen und dann rein zur Therapeutin. Halt! Was ist das am Pedal? Nun ja, es war leicht schief und hat sich aus dem Pedalarm gelöst. Aber es gibt ja nur 2 Möglichkeiten: Entweder das hält bis zu Hause oder es fällt ab und ich kann zu Fuß gehen. Naja, keine Gedanken machen, erstmal rein zur Therapeutin.
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Ich MUSS nichts müssen …

… oder doch? Ich muss mich ändern. Ich muss abnehmen. Ich muss einen Brief verschicken. Ich muss jemanden anrufen. Ich muss das Fahrrad reparieren. Ich muss einen neuen Arbeitsplatz finden. Ich muss … Nein! Ich darf! Und ich möchte! Mir ist gerade jetzt wieder bewusst geworden, wie oft sich das Wort „muss“ in den Alltag mit einschleicht und unterbewusst einen Druck aufbaut, der sogar in Stress ausarten kann. Achtet ihr manchmal darauf, wie oft ihr das Wort benutzt? Müssen gibt jeder Handlung oder jedem Vorhaben irgendwie einen konsequenten Beigeschmack, der die Handlung zu einem Zwang werden lässt. Sicher gibt es genug Situationen, wo ich das Wort bewusst nutze, um meinen inneren Schweinenhund einen gehörigen Arschtritt zu verpassen, aber andererseits muss ich (da ist es wieder) mir den Druck nicht aufbauen.
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Die Gedanken wegfahren …

… oder besser: Radeln für das Gute im Kopf. Der Porsche ist seit heute wieder flott und ich kann mich austoben. Mir hat anfangs der Antrieb gefehlt, mich überhaupt ums Fahrrad zu kümmern, dabei war es doch nur der Schlauch hinten, der geflickt werden musste. Nun ja, letzte Woche hab ich mich dann zwar rangesetzt, aber das Ergebnis war nicht befriedigend. Porös, an einer anderen Stelle wieder offen und dann hab ich aufgegeben. Heute aber hat der Porsche nun nen komplett neuen Schlauch bekommen, alles ist geölt und gefettet und Montag gehts dann einfach – wenn das Wetter hält – mit dem Radl zum Praktikum. Schlappe 9,9 km durch Feld, Wald und Wiesen, aber was sind schon 10 km? Eigentlich nichts oder? Finde ich auch.
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Zurück zum Start …

… so singen es Annie’s Revier in ihrem Lied. Alles nochmal auf Anfang. Fast so ist es jetzt auch. Vor ein paar Tagen habe ich noch in „Ich (er)finde mich neu ...“ darüber geschrieben, dass ich jetzt die Ruhephase nutzen werde, um mich beruflich in die Richtung zu orientieren, die mir wirklich Spaß macht. Ich realisiere also gerade, dass ein neuer Start ab und zu nur eine Mail, ein kurzer Rückruf und ein persönliches Gespräch braucht. Manchmal ist es dann auch einfach Glück und ein wenig innerer Schweinehund.
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Ich (er)finde mich neu …

Manchmal passieren Dinge, die einem nochmal die Augen öffnen sollen. Manchmal nehmen wir Menschen diese Momente aber nicht als Warnung wahr. Und manchmal, da muss man einfach mal drei Schritte zurück machen, damit es weiter vorwärts gehen kann. Nicht immer ist es der richtige Weg, wenn man volle Pulle nach vorne schießen will. Selbst Langstreckenläufer müssen sich ihre Kraft sinnvoll einteilen, damit sie am Ziel noch vorne sind. Keiner von denen sprintet sofort los. Falscher Ehrgeiz bewirkt meist (nicht immer) das Gegenteil von dem, was man erreichen möchte.
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Geburtstag?!

Es ist die 22. Kalendarwoche. Es ist Freitag und es regnet. Es ist der 151. Tag des Jahres. Es sind noch 214 Tage bis Jahresende. Der Tag ist im Sternzeichen Zwilling. Aldo, Helmtrud, Mechthild und Petronilla haben heute Namenstag. Wie oft habe ich diesen Tag verflucht? Wie oft wollte ich es als völlig normalen Tag sehen? Wie oft wollte ich einfach nichts machen? Zu oft! Ja, Herr B. hat heute Geburtstag. Und wisst ihr was? Es ist ein wundervoller Tag! Es ist mein Tag! Ich lebe, ich genieße mich und mein Dasein! Ich habe wundervolle Menschen in meinem Umfeld, die mir gratulieren und sich freuen, dass ich da bin.
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