79 Artikel Schlagwort depression

Stille …

… in mir. In meinem Kopf. In meinen Fingern. Überall. So still, dass ich hier seit Tagen immer wieder das Fenster aufmache, auf den weißen Monitor starre, der blinkende Cursor irgendwann verschwimmt und ich dann einfach wieder auf das X drücke, damit sich das Fenster schließt. Es ist sogar passiert, dass ich Beiträge angefangen habe, aber nach dem ersten Satz als nicht erwähnenswert abgetan habe. Ich habe mich erwischt, dass ich einfach etwas Informatives schreiben wollte, nur damit der Blog – mein Blog – Content bekommt und ich nicht in Vergessenheit gerate. Aber war es das, was ich wollte? Nein. War es nicht. Ich habe schlichtweg vergessen, worum es mir hier eigentlich ging. Um mich. Um meinen Kopf. Um meine Gedanken und meine Momente, wann ich etwas zu erzählen habe. Es sind nicht viel zur Zeit. Punktuell ja, aber es ist ein keinen großen Artikel wert …
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Weihnachtsgedanken? Nö. Liebe!

Eigentlich wollte ich aus verschiedenen Gründen auf einen Rückblick auf 2015 verzichten. Vor allem, weil mir mittlerweile die Zeit fehlt und ich es nicht immer schaffe, mir die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Warum ich jetzt trotzdem schreibe? Ich muss mir nochmal bewusst machen, wie besonders dieses Jahr ist. „Müssen“? Ja. Klar. Wie schnell sind Momente vergessen und sind plötzlich „ganz normal“. Sicher, da sind Dinge ganz normal – aber nicht für mich. Nicht nach den letzten Jahren. Nicht nach all den selbstgemachten Stolpersteinen und „verbockten“ Chancen.
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„Verletz mich!“

… schrie das Selbstwertgefühl, als es von einer unbedarften Aussage getroffen wurde und an die Vergangenheit oder das eigens auferlegte Denken erinnert wurde.

Kann ich eigentlich selbst bestimmen, wer oder was mich verletzt? Oder bin ich in manchen Situationen gekränkt, weil mir mein Selbstwertgefühl einen Tritt in die Kniekehle verpasst? Bin ich denn schwach, weil mich etwas verletzt? Oder habe ich nur etwas mehr Feingefühl entwickelt und sehe manche Dinge anders? Kann es nicht auch sein, dass Erinnerungen und Erlebnisse einfach noch nicht abgeschlossen sind und mich so Verhaltensweisen und Aussagen in die Lage versetzen, die etwas in mir auslösen? Und vor allem: Wie gehe ich damit in Zukunft um?
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Löwenzahn …

Jahre voller grau.
Jahre voller Wut.
Jahre voller Angst.

Jahrelang falsch gedacht.
Jahrelang falsch gehandelt.
Jahrelang mich nicht erkannt.

Heute blüh ich auf.
Heute scheint die Sonne.
Heute bin ich Herr der Probleme.

Jetzt bin ich der Löwenzahn, der zwischen den tristen Pflastersteinen wächst und sein Leben bunt erscheinen lässt. Jetzt ist meine Zeit. Jetzt habe ich verstanden, dass ich mein Problem war!

„Hilfe zu suchen … [Gastbeitrag]

… und Dinge einfach so zu akzeptieren – das ist Mut.“ So fing die Mail an, die mir Steffi geschickt hat. Natürlich bin ich bereit, auch ihren Gastbeitrag bei mir zu veröffentlichen. Warum auch nicht? Nach wie vor ist das Credo: Reden wir drüber und verschweigen es nicht. Zeigen wir anderen, dass es noch mehr Menschen mit ähnlichen Problemen und Symptomen gibt. Steffi – Gefühlsmensch, Herzmensch, Musikmensch – durch und durch nicht der Krankheit erlegen. Ich ziehe den Hut, weil sie es schafft, IHREN Weg zu gehen. Den Weg, den sie eigentlich will. Mit allen Hürden. Weg vom festen Ufer, der Sicherheit …
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Gegenwart!

Einer dieser Tage. Ein Augenblick von vielen. Ein Gedanke, der herausragt. Eine Situation, die ich mir nie ausmalen konnte. Ein Moment, dem ich meine Frage nie gestellt habe. „Was wäre wenn?“ Abläufe, die ich nie durchdacht habe, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Keine Wut, keine Angst, keine Nächte mit quälenden Folgefragen. Es ist einfach jetzt.

Heute trifft meine Vergangenheit auf meine Zukunft. Heute treffen all die Gefühle, die ich die letzten Jahre aufarbeiten musste, auf die Gefühle, die ich zukünftig habe. All die Wut, Trauer, Schmerz, unerfüllten Sehnsüchte, suchende Liebe, vergessene Aufmerksamkeit und Unterstützung werden meinen Mut, Freude, Freiheit, kindliches Dasein, Vertrauen, Verantwortung und Liebe treffen.

Sie treffen sich dort, wo ich so viel erlebt habe. Wo all die Probleme gegenwärtig waren. Wir sind dort, wo ich selbst aufgewachsen bin. Wir werden als Familie dort zusammen sein. Es wird einen gravierenden Unterschied geben: Genau dieser Ort in der Situation mit den Gefühlen wird mir nochmal bewusst machen, dass ich meinen Sohn vor meinen Erfahrungen beschützen werde.

… und heute stehe ich als Gegenwart zwischen der Vergangenheit und Zukunft und habe keine Angst mehr. Keine Angst vor dem Leben. Ich suche nicht mehr, ich habe gefunden. Die Prioritäten, die Liebe, die Verantwortung, das Leben, meine eigene Familie – und mich. Heute!

Mut ist, wenn … [Gastbeitrag]

… du irgendwann die Worte für deine Situation findest. Wenn du erkennst, dass gerade etwas nicht richtig läuft. Mut ist, wenn du versuchst mit jemandem zu sprechen, der Depressionen selbst erlebt. Und es ist auch Mut, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du noch gar nicht weißt, wo der Weg hingehen soll. Nicht alles erscheint logisch. Nicht immer gibt es den „großen Auslöser“, der die Depression erklärt. Leider. Um so schöner ist es, wenn Menschen ein Stück weit zur Aufklärung beitragen und über sich reden können, wie Martin. … Blogger, Twitterer, Betroffener, Mensch …
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Maifeiertag …

Während ihr wahrscheinlich gerade vom Tanz in den Mai nach Hause kommt, sitze ich hier schreibend und lasse die letzten zwei Jahre nochmal präsent werden. Es ist 5.40 Uhr. Warum mein Körper mich an arbeitsfreien Tagen zu dieser Zeit aus dem Bett scheucht, weiß ich noch nicht. Vielleicht ist das aber die Quittung dafür, dass ich die abendlichen Einschlafprobleme – bis auf ein paar wenige Tage – in den Griff bekommen habe. Schlimm? Nein, keinesfalls. „Wer früher wach ist, hat mehr vom Tag.“ Oder? So bin ich in der glücklichen Lage, jeden Morgen den Sonnenaufgang – mit meiner Tasse Kaffee in der Hand – zu beobachten. Heute nicht! Heute fliege ich nochmal über alle Überschriften meines Blogs und schaue, was sich in zwei Jahren Schreiberei ergeben hat.

Sicher habt ihr nicht alles gelesen, oder? Ihr habt mich erst später gefunden, richtig? Vor zwei Jahren habe ich das erste Mal richtig reflektiert offen gesagt, was los ist: „Depressionen.“ Es ging um verletzte Kinder, es ging um Verantwortung, es ging um Eltern und dem Abschied, es ging um Oppa (noch immer mit Doppel-P!), es ging um die Kraft der Gedanken und wie wichtig die Therapie ist, es ging um knallharte Antworten aus dem Umfeld, es ging um die Sinnfrage. Ich wollte lieben, was ist – ich tue es noch. Ich wollte kurz was, ich will es immer noch. Manchmal geht auch nur ums Zuhören, nicht reden! Und dann wurde es Zeit, dass meine Gedanken und die Depression mal ne Zeit in Urlaub gehen.
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Zuhören, nicht reden!

Manchmal zeigen mir Gespräche, wie oberflächlich wir geworden sind und es oft nur um die eigenen Bedürfnisse geht, die aber nicht offen ausgesprochen werden (können). Warum eigentlich nicht? Warum springen wir so schnell in eine Vorwurfsrolle, die keinen weiterbringt? Warum verletzen wir uns oft mehr, als das wir uns respektieren, Zeit füreinander nehmen und einfach mal zuhören? Warum haben wir ständig und für alles einen guten – ungefragten – Ratschlag parat, anstatt nur einfach mal ehrlich zu sagen: „Hey, ich fühle mit dir?“ Warum muss vieles in einer vernichtenden Diskussion enden, anstatt in einem konstruktiven Gespräch, in dem wir uns ernst nehmen? Sind uns die empathischen Fähigkeiten abhanden gekommen, oder sind wir zu egoistisch geworden? Mutiert die Gesellschaft zu einem Kreis von Hobbypsychologen, die alles kommentieren müssen – oft auch ohne großen Zusammenhang? Ist es verpönt, anderer Meinung zu sein und diese einfach mal zu akzeptieren? Ist es falsch, wenn es einfach mal keine rationale Lösung gibt? Ist es nicht mehr machbar, seine unsortierten Gedanken einfach mal aussprechen zu können, ohne dass die bewertet oder verurteilt werden? Manchmal möchte ich – sicher auch viele andere – einfach kurz sprechen und gehört werden. Ich möchte einen Moment deiner Aufmerksamkeit, weil ich dir vertraue. Ich möchte dich an meinen Gedanken teilhaben lassen, weil du mich respektierst. Bitte nimm dir diese Zeit für mich und lass mich ausreden! Frag mich, wenn du etwas nicht verstehst.
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Umdenken!

Na, kennt ihr das Gefühl von Stillstand und dem langsamen „Ich rutsche gerade wieder zurück zu alten Mustern“? Sicher kennt ihr das. Ein beschissenes Gefühl, dass sich noch zu den alltäglichen Belastungen mischt. Und rumsbums sitzte wieder mitten in deiner Gedankenwelt, einem unbezwingbaren Berg von Sorgen und Ängsten, dem erdrückenden Kritiker und dem verschwunden Selbstwert. Da kämpfste dich über Monate durch Therapien, Gruppen, Bücher, Gespräche und veränderst über die Zeit alles so, damit es gut ist und dann? Genau dann spult die Festplatte wieder ganz automatisch diesen Mist ab und du bist in kürzestes Zeit wieder im falschen Modus. Das Antivirenprogramm hat also nicht alles erwischt, beim Formatieren sind ein paar Reste geblieben, die sich jetzt in die saubere Software schmuggeln.
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