7 Artikel Schlagwort #Depression

Herr Bock fragt … „Freud Mich“

Herr Bock fragt … einen interessanten Menschen. Lena von „Freud Mich„. Lena ist Psychotherapeutin in Praxis und Klinik. Lena – natürlich nehme ich den Namen jetzt das 3. Mal – ist mir immer wieder über den Weg gelaufen und hat mich beeindruckt. „Psychische Probleme gehören zum Menschsein – und deswegen darf man auch darüber reden“, sagt sie und schreibt einen interessanten Blog, nutzt sehr intensiv instagram und ist bei Facebook vertreten. Sie ist alles, nur erfüllt sie eben nicht das typische Klischee und die Vorstellung einer Therapeutin. Lena hat mich in den Bann gezogen, weil sie mit ihrem „öffentlichen Auftritt“ eben genau dieses Schubladendenken völlig aufhebt, einen neuen Einblick in die Welt psychischer Erkrankungen gibt und so einen großen Hauch „Normalität“ gibt. Therapeuten, die den Austausch zwischen Klient / Patient, Interessierten und Kollegen suchen, das fehlt leider oft noch. Ich durfte ihr ein paar Fragen stellen – vielleicht nicht die letzten – ich freu mich über all die Antworten und den Kontakt.
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Ausweglose Selbstzerstörung

Der Tod ist ein Ende. Ein Ende, das ich nicht mehr umkehren kann. Oft habe ich mir genau dieses Ende gewünscht. Oft habe ich daran gedacht, wie es sich wohl anfühlt, die ganze Schwere der Tage nicht mehr ertragen zu müssen. Gelegentlich hat mich der Schlaf gerettet, manchmal habe ich die ganze Nacht darüber sinniert, welches wohl der beste Weg ist. Die Gedanken an den Tod haben mich abgelenkt. Sie haben mir die Last genommen, ich hatte eine sinnvolle Aufgabe: Ich war mit der Planung beschäftigt. Gedanken sind Gedanken, aber sie waren nicht so schlimm wie die selbstzerstörenden, selbstkritischen, angstmachenden, erdrückenden und lähmenden Gedanken des Tages. Und heute? Habe ich Gedanken. Ich nutze sie. Für mich und andere, um darüber zu reden, die Scheu zu nehmen und ein bisschen Mut zu geben, damit der Tod nicht das Ende ist.

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5 Dinge, die ich als depressiver Vater immer wieder tun muss

Nur ein einziges Mal in über 20 Monaten wurde mir gesagt, dass es unverantwortlich wäre, als depressiver Mensch ein Kind zu bekommen. Ich würde mich nicht ausreichend kümmern können, die Krankheit wäre vererbbar, über kurz oder lang müsste ich sowieso wieder in eine Therapie und meine Frau die ganze Last tragen. Kurz gesagt: hast oder hattest du eine psychische Erkrankung, darfst du kein Kind bekommen! Ich weiß, dass es viele Mütter und Väter gibt, die trotz der Erkrankung ein wundervolles Leben führen (können), und dadurch auch eine ganz andere Einstellung zum Leben gefunden haben. Auf der anderen Seite schwingt natürlich eine kleine Gefahr immer mit – es wäre aber vermessen zu sagen, dass psychische Krankheiten der Auslöser wären. Ich habe keine Zweifel mehr.

In fast jeder Lesung werde ich gefragt, ob mein Sohn mir eine Stütze ist. Ich werde auch gefragt, wie der Alltag an schweren Tagen trotzdem funktioniert. Und viel öfter werde ich gefragt, ob mein Sohn bzw. meine Familie mich vor einem Suizid bewahren würde.

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Liebe Menschen …

… die ihr mich in irgendeiner Form begleitet. In meinem realen Leben als Freunde, Familie, Partner, Kollegen, Bekannte, Unterstützer, Menschen mit verlorenem Kontakt oder intriganten Arschlöchern. In der Welt online, die ihr meine Beiträge verfolgt, liked, favt, teilt, erzählt oder mit dämlichen Kommentaren behaftet. In der Welt zwischen Realität und online, weil ihr meine Lesungen besucht, mir eine Plattform bietet, mir helft oder mir Absagen aus fadenscheinigen Gründen erteilt. Schön, dass ihr alle ein Teil des Ganzen seid – wie auch immer. Ihr dürft euch alle angesprochen fühlen, denn jeder von euch gibt einen Teil an mich weiter, mit dem ich arbeiten kann. An mir arbeiten. An dem, was ich hier tue. An dem, was daraus in Zukunft wird.

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Winterkind

Kalte, klare Luft umgibt mich. Die Sonne sucht sich ihren Weg über Bäume und Büsche. Der Frost hat sich nachts wie eine Decke über alles gelegt und funkelt jetzt. Die Gedanken? Gefangen. Wie unter dieser Decke. Festgefroren. Und sie tauen nur schwer auf. Der Blick starr nur auf mich, auf alle Verfehlungen meines Lebens. Auf die Wärme wartend, dass ich auch wieder die guten Dinge sehen kann. All das, was ich in 24 Monaten erreicht habe. Wieder die Liebe so spüren, wie sie mich täglich umgibt. Und wieder auf das schauen, was zählt – nicht auf den Schmerz und die Verletzungen vergangener Zeiten. Ich bin mehr, als die Vergangenheit. Ich bin mehr, als diese Gefühle. Wenn es taut, werde ich achtsamer sein. Aber jetzt? Friere ich, lasse mich gefangen halten. Und ich genieße noch einen Moment die Kälte. Nur einen Moment. Und es bleibt dieser Moment. Nachher oder morgen wird es tauen. Ich bin kein Kind des Winters mehr, ich lebe im Frühling. Meistens.

Väterchen Frost

Wer bist du …

… wenn du in den Spiegel schaust? Kennst du dich? Weißt du wirklich, was dir gut tut? Und wieviel davon machst du, wenn du es überhaupt machst? Hast du dich in deine Rolle ergeben, oder versuchst du etwas daran zu arbeiten?

Nun. Der Spiegel und ich. Wir kennen uns. Manchmal nicht unbedingt sehr freundlich, aber wir kennen uns. Und immer wenn ich in diesen Spiegel schaue, erkenne ich mich. Rein äußerlich zumindest. Immerhin muss ich schon 35 Jahre mit mir leben, da sollte das ja funktionieren. Doch was ist mit dem Rest? Was ist mit den Gedanken? Sind das meine? Oder sind das Gedanken, die ich denken muss, weil ich mich jemand oder etwas als Auslöser dazu zwingt? Bin ich denn gezwungen, überhaupt zu denken? Ja. Ja, immer und immer wieder.

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Örks …

„Nächste Woche haltet ihr dann bitte ein Referat …“ Der Satz, der mich damals ins Verderben gebracht hat. Vor der Klasse stehen und irgendwas präsentieren, was ich erst ausarbeiten muss und dann auch noch vortragen? Oh Gott! Es gab nichts, wirklich gar nichts, schlimmeres, was mir irgend einer meiner Lehrer antun konnte. Das wurde in der Berufsschule zwar besser, aber nicht gut. Das wurde in der zweiten Berufsschule auch besser, aber nicht gut. Und es wurde nochmal etwas besser, aber wahrlich nicht gut. Und ich hatte immer noch keine Ambitionen, irgendwas zu präsentieren. Was hab ich mich damit schwer getan – wenn ich denn überhaupt da war. Vor Leuten stehen und frei sprechen. Nein! Niemals. Und …
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