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Achtung, Stolperfalle!

Ich sitze auf der Arbeit. Es ist erschreckend ruhig heute. Unser Familienauto hab ich heute vor der Arbeit zur Werkstatt gebracht, ist ja „umme Ecke“. Irgendwas mit Quietschen und Geruch und irgendwie. Sollen sie halt mal drüber gucken, wird schon nichts sein. Ist ja auch gar nicht so dramatisch. Außerdem ist die letzten Male auch immer alles gut gegangen und sehr glimpflich abgelaufen. Der Meriva ist eine treue Seele, der kämpft sich da durch. Und es ist nun wirklich nicht schlimm, wir haben ja den Wagen der Schwiegereltern als Ersatz hier. Dramatischer wird es, wenn das Handy blinkt. „Die Servo hat auf dem Hin- und Rückweg nicht funktioniert.“ Gefühle von Panik machen sich breit. Nicht, weil ich heute abend noch zur Lesung muss, sondern ob alle gut wieder zu Hause ankommen. Panik macht sich breit, weil die Schwiegereltern noch im Urlaub sind. Und auch, dass der Spaß Geld kostet. „Wird ja nur die Servoflüssigkeit sein“, beruhige ich mich. Immer wieder. Immer und immer wieder. Blöd nur, dass die Werkstatt das nicht ganz so sieht. Am Familienauto sind die Bremsen fest. Am Schwiegerauto ist der Behälter durchgegammelt. Beide müssen bleiben. So wie mein Fahrrad, das auch bis Donnerstag noch in der Werkstatt steht. Zwei Autos und ein Fahrrad mal eben weg.
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5 Dinge, die ich als depressiver Vater immer wieder tun muss

Nur ein einziges Mal in über 20 Monaten wurde mir gesagt, dass es unverantwortlich wäre, als depressiver Mensch ein Kind zu bekommen. Ich würde mich nicht ausreichend kümmern können, die Krankheit wäre vererbbar, über kurz oder lang müsste ich sowieso wieder in eine Therapie und meine Frau die ganze Last tragen. Kurz gesagt: hast oder hattest du eine psychische Erkrankung, darfst du kein Kind bekommen! Ich weiß, dass es viele Mütter und Väter gibt, die trotz der Erkrankung ein wundervolles Leben führen (können), und dadurch auch eine ganz andere Einstellung zum Leben gefunden haben. Auf der anderen Seite schwingt natürlich eine kleine Gefahr immer mit – es wäre aber vermessen zu sagen, dass psychische Krankheiten der Auslöser wären. Ich habe keine Zweifel mehr.

In fast jeder Lesung werde ich gefragt, ob mein Sohn mir eine Stütze ist. Ich werde auch gefragt, wie der Alltag an schweren Tagen trotzdem funktioniert. Und viel öfter werde ich gefragt, ob mein Sohn bzw. meine Familie mich vor einem Suizid bewahren würde.

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Und plötzlich wieder Kind …

Es ist Juni im Jahr 2016. Ich bin Vater von einem 10 Monate alten Sohn, bin seit 4 Jahren mit meiner „Frau“ zusammen, arbeite seit 1 1/2 Jahren wieder regelmäßig und habe seit fast 2 Jahren meine Depressionen und die Gedanken im Griff. Es ist immer noch Juni. Es ist der Juni, für den wir den ersten „Sommerurlaub“ geplant haben. Als Familie. Eine Woche Urlaub. Natürlich haben wir kurze Tripps gemacht. Ans Meer, in Städte, kurze Auszeiten eben. Diese Woche Urlaub ist dennoch besonders. Warum? Es ist endlich finanziell möglich. Ganz einfach. Wer nicht richtig arbeitet bzw. nicht arbeiten kann, weil es schlichtweg nicht möglich ist, der kann sich auch nicht viel erlauben. Punkt! Vorfreude ist da auch ein schönes Stichwort.
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Weihnachtsdenkerei

„Oh du fröhl … “ Lassen wir das! Weihnachten steht vor der Tür. Wie jedes Jahr. Irgendwie bin ich dieses Jahr nur noch nicht richtig in Stimmung. Die letzten Tage dazu noch recht angespannte Stimmung in meiner Murmel und passende Kopfschmerzen. Ach herrlich, wenn ich da in meine Gedankenwelt versinke und der Kopf mit Schmerzen klar sagt: „Bis hierhin und nicht weiter. Entspann dich jetzt.“ Mache ich. Ich habe die Geschenke zusammen, werde sie wunderhübsch einpacken und freu mich auf Heilig Abend. Es darf gerne so schön werden wie letztes Jahr. Aber im Kopf ist ja noch mehr.
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