Mutter(wut)tag …

Da ist er wieder. Der zweite Sonntag im Mai. Muttertag. Der Tag, an dem wir unsere Mutter ehren sollen. Wieder ist es der Tag, an dem ich mich morgens schon unwohl fühle. Ich soll jemanden ehren und besonders schätzen, den ich nicht mehr liebe. Jemanden, zu dem es nur eine Verbindung gibt, weil es der innige Wunsch meiner Großmutter ist. Jemanden, der mir emotional so entfernt ist, dass ich mich kaum für deren Alltag und gesundheitliches Befinden interessiere. Jemand, der nicht erkennt, dass ihr Sohn Bedürfnisse und Wünsche hat. Jemand, der nicht die Regeln für ein vernünftiges Miteinander einhält. Warum muss ich wuterfüllt und voller Gedanken daran sein? Es wühlt mich auf. Wieder ist die Erwartung an mich, dass ich mich zu melden habe oder möglichst direkt mit Blumen vorbeikomme.

weiterlesen

Maifeiertag …

Während ihr wahrscheinlich gerade vom Tanz in den Mai nach Hause kommt, sitze ich hier schreibend und lasse die letzten zwei Jahre nochmal präsent werden. Es ist 5.40 Uhr. Warum mein Körper mich an arbeitsfreien Tagen zu dieser Zeit aus dem Bett scheucht, weiß ich noch nicht. Vielleicht ist das aber die Quittung dafür, dass ich die abendlichen Einschlafprobleme – bis auf ein paar wenige Tage – in den Griff bekommen habe. Schlimm? Nein, keinesfalls. “Wer früher wach ist, hat mehr vom Tag.” Oder? So bin ich in der glücklichen Lage, jeden Morgen den Sonnenaufgang – mit meiner Tasse Kaffee in der Hand – zu beobachten. Heute nicht! Heute fliege ich nochmal über alle Überschriften meines Blogs und schaue, was sich in zwei Jahren Schreiberei ergeben hat.

Sicher habt ihr nicht alles gelesen, oder? Ihr habt mich erst später gefunden, richtig? Vor zwei Jahren habe ich das erste Mal richtig reflektiert offen gesagt, was los ist: “Depressionen.” Es ging um verletzte Kinder, es ging um Verantwortung, es ging um Eltern und dem Abschied, es ging um Oppa (noch immer mit Doppel-P!), es ging um die Kraft der Gedanken und wie wichtig die Therapie ist, es ging um knallharte Antworten aus dem Umfeld, es ging um die Sinnfrage. Ich wollte lieben, was ist – ich tue es noch. Ich wollte kurz was, ich will es immer noch. Manchmal geht auch nur ums Zuhören, nicht reden! Und dann wurde es Zeit, dass meine Gedanken und die Depression mal ne Zeit in Urlaub gehen.

weiterlesen