Lass bloß niemals los!

Loslassen. Die Königsdisziplin auf dem Weg zu mir selbst. Die größte Aufgabe, um nicht immer wieder in fatale Gedankenkreisläufe zu fallen. Die größte Hürde für die Gefühle. Loslassen von Situationen. Loslassen von erlernten Strukturen. Loslassen von Menschen. Loslassen von falschen Vorstellungen und Erwartungen. Loslassen von Glaubenssätzen. Vor allem aber loslassen von Dingen, die nie waren, die nie sein werden und die sich niemals so erfüllen, wie ich es mir erhoffen. Ich freue mich immer, wenn mir jemand mitteilen möchte, wie einfach dieses “Loslassen” doch ist. Nein! Ist es nicht! Und ja, das kotzt mich selbst an. “Lass doch einfach mal los und denk da nicht immer dran! Du lebst im Hier und Jetzt, nicht in der Vergangenheit.” Blah! Am Arsch! (Entschuldigung.)

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Warum eigentlich nicht?

Tage, die wieder mal so anstrengend wirken. Tage, die einiges an Kraft kosten. Tage, an denen ich nicht sehe, wer ich bin. Tage, an denen ich Konfrontationen ausgesetzt bin, die einiges in mir aufwühlen und ich eigentlich wehement gegen angehen möchte. Tage, an denen ich nicht mehr sehen kann, dass ich im “Hier und Jetzt” bin. Tage, an denen ich alles hinterfrage, was ich gerne machen möchte, gemacht habe und vor allem erreicht habe. Stolz? Zufrieden und Glücklich? Darf ich nicht sein! Das sagt mir mein Kopf. Das sagt jeder einzelne Gedanke. Das, was ich jeden Tag – seit Jahren! – denken muss, weil ich daraus noch keinen Ausweg finde, ist die Wahrheit. Das ist meine Wahrheit. Wäre es anders, würde ich doch auch die guten Seiten sehen. Oder? Würde ich das wirklich? Warum sehe ich sie eigentlich oftmals nicht?

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Der Körper und das Ich?

Sollten wir nicht eigentlich eine Einheit sein? Mein Körper und ich? Immerhin steckt mein Kopf auf diesem Körper. Und ich werde beides nicht austauschen können. Zu keiner Zeit. Wie das wohl ist, sich in seinem Körper “wohl zu fühlen”? Die Frage stelle ich mir jetzt schon … ewig. Immerhin habe ich es geschafft, diesen Körper allen extremen auszusetzen, die mir zur Verfügung standen. Ich kann ja schon fast dankbar sein, dass er noch immer mit mir funktioniert. Besser gemacht hat es das trotzdem nicht. Zu keiner Zeit. Ja, ich habe eine Essstörung. Na und? Sie ist Teil der beschissenen Maschinerie meiner Gedankenwelt. Sie ist Teil meines Lebens. Noch.

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Beziehungswaisen – alle allein!

“Ich werde niemals empfehlen, Tabletten oder Antidepressiva zu nehmen, aber einen Rat habe ich: Verlieben. Verlieben ist das beste Mittel gegen die grauen Tage. Das hat mir vor fünf Jahren super geholfen. Ganze zwei Wochen lang.” Wer mich schon reden gehört hat, wird diese Aussage kennen. Verlieben ist etwas ganz besonders Schönes. Die Hormone drehen durch, ich fühle mich wahnsinnig gut, alles ist blendend toll und … tja, irgendwann ist auch das vorbei. Das Gefühl bleibt nicht. Es ist ein kurzes Aufflackern von dem, was sein könnte – wenn ich denn überhaupt in der Situation bin zu fühlen. Will ich fühlen? Kann ich fühlen? Ist es wieder nur die Suche nach etwas, was mir eine Frau nicht geben darf und kann? Was suche ich überhaupt? Und warum bin ich jetzt nicht mehr gut drauf? Wieso ist eigentlich doch jeder irgendwie für sich?

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Ausweglose Selbstzerstörung

Der Tod ist ein Ende. Ein Ende, das ich nicht mehr umkehren kann. Oft habe ich mir genau dieses Ende gewünscht. Oft habe ich daran gedacht, wie es sich wohl anfühlt, die ganze Schwere der Tage nicht mehr ertragen zu müssen. Gelegentlich hat mich der Schlaf gerettet, manchmal habe ich die ganze Nacht darüber sinniert, welches wohl der beste Weg ist. Die Gedanken an den Tod haben mich abgelenkt. Sie haben mir die Last genommen, ich hatte eine sinnvolle Aufgabe: Ich war mit der Planung beschäftigt. Gedanken sind Gedanken, aber sie waren nicht so schlimm wie die selbstzerstörenden, selbstkritischen, angstmachenden, erdrückenden und lähmenden Gedanken des Tages. Und heute? Habe ich Gedanken. Ich nutze sie. Für mich und andere, um darüber zu reden, die Scheu zu nehmen und ein bisschen Mut zu geben, damit der Tod nicht das Ende ist.

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