Die gutbürgerliche Fassade

Lange habe ich meine Auslöser gesucht. Lange war ich in einer Rolle verstrickt, aus der ich allein nicht rausgekommen bin. Lange spreche ich schon über die Auslöser und einen Teil meiner Erlebnisse. Ich bin und war mir vielen Dingen bewusst, die logischen Schlussfolgerungen für mein Verhalten und auch, dass ich nur allein etwas ändern kann. Und doch war auch immer das Gefühl da, noch nicht am Ende angekommen zu sein. Irgendwas war nicht rund. Irgendwas passte immer nicht so ganz. Ich habe nach wie vor Verhaltensweisen, die alles andere als gut für mich selbst sind. Ich war auch fest der Überzeugung, dass ich einfach noch lange genug daran üben muss, bis ich meinen Kopf auf ein neues Leben umprogrammiert habe. Dennoch: das Erkennen und Wissen von Auslösern, ist noch lange nicht das Verstehen. In den letzten Woche hat es in mir gearbeitet. Was genau und warum?

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Herr Bock fragt … “Freud Mich”

Herr Bock fragt … einen interessanten Menschen. Lena von “Freud Mich“. Lena ist Psychotherapeutin in Praxis und Klinik. Lena – natürlich nehme ich den Namen jetzt das 3. Mal – ist mir immer wieder über den Weg gelaufen und hat mich beeindruckt. “Psychische Probleme gehören zum Menschsein – und deswegen darf man auch darüber reden”, sagt sie und schreibt einen interessanten Blog, nutzt sehr intensiv instagram und ist bei Facebook vertreten. Sie ist alles, nur erfüllt sie eben nicht das typische Klischee und die Vorstellung einer Therapeutin. Lena hat mich in den Bann gezogen, weil sie mit ihrem “öffentlichen Auftritt” eben genau dieses Schubladendenken völlig aufhebt, einen neuen Einblick in die Welt psychischer Erkrankungen gibt und so einen großen Hauch “Normalität” gibt. Therapeuten, die den Austausch zwischen Klient / Patient, Interessierten und Kollegen suchen, das fehlt leider oft noch. Ich durfte ihr ein paar Fragen stellen – vielleicht nicht die letzten – ich freu mich über all die Antworten und den Kontakt.

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Deine Macht. Meine Macht.

Da sitze ich also wieder mit meinen Zielen, Wünschen und Vorstellungen. Alle nicht mehr greifbar. Alle sind eher demotivierend, als das ich damit was anfangen kann. Jahrelang gehst du einen Weg, jahrelang programmierst du deine Denke um, jahrelang setzt du dich all dem Scheiß aus, suchst Veränderungen, schaffst neue Rahmen, bist auf deinem Weg. Und dann? Verlaufen! Mal wieder. Wie so oft. Wie mich das ankotzt. Ein Gedanke. Eine Aussage. Eine verfluchte Erwartung an mich, die wie ein Blitz einschlägt und mich vom richtigen Weg trennt. Alles für den Arsch. Da sitze ich also wieder vor dem Haufen Mist, muss erklären was mit mir los ist – oder ich verstecke mich im Alltagskram, setze das Sonntagslächeln auf und halte es aus. Aber? Ich bin auch unaufmerksam. Wie immer. Und nun?

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Farben(un)vielfalt … 

Grau. Eine depressive Episode ist irgendwie immer grau. Oder schwarz. Oder eben etwas in Graustufen unterteilt. Vielleicht ist es sogar mal weiß, aber dann auch nur schwarzweiß. Bunt? Gibt es nicht. Bunt ist der Ausdruck von Freude und Lebenslust. Bunt ist alles – nur nicht die psychische Erkrankung. “Wenn es mir schlecht geht, sehe ich die Farben der Welt nicht mehr.” Ich weiß nicht, ob das so überhaupt stimmt. Klar, ich spüre diese unbändige Lebensfreude an diesen Tagen nicht, ich habe kein Interesse an Kommunikation, ich habe keine Lust auf Bewegung, mich interessieren viele Dinge in der Zeit einfach nicht und ich fühle mich einfach müde. Aber nicht bunt? Welche Farbe hat das Leben denn nun?

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