Ab in die Werkstatt!

Das wäre was. Einfach los und in die Werkstatt gehen. Wie bei einem kränkelnden Auto. Ein paar Euro auf die Seite legen, damit die Reparatur bezahlt werden kann, los in die Schrauberbude, Problem schildern, Ersatzteile bestellen, austauschen und alles ist wieder gut. Für die nächsten dreißig- bis fünfizgtausend Kilometer. Blöderweise rechne ich mein Leben ja nicht mal in Kilometer. Obwohl? Wie viele Kilometer bin ich in meinem Leben wohl schon gegangen? Oder auf dem Rad gefahren? Wie viele Kilometer funktioniere ich wieder richtig, wenn ich vom Arzt das Antibiotika gegen die bakterielle Infektion bekommen habe? Immerhin kann die ja jeder sehen. Husten. Schleim. Abgeschlagen und müde. Das sieht jeder. Aber wenn der Kopf nicht richtig funktioniert? Wie lange funktioniere ich da, wenn ich zu einer Therapie gegangen bin? Sind Therapeuten nicht auch einfach Mechaniker meines Gehirns? Haben die alle unterschiedliche Werkzeuge und müssen einfach nur das passende finden, damit wieder alles rund läuft?

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Sitzen reicht eben nicht!

Verloren im Zeifel. Oder Gefangen in der Welt der Selbstkritik. Es ist völlig egal, wie ich es ausdrücke, es kommt auf ein ähnliches Ergebnis. Es ist auch vollkommen Hupe, wie ich es nenne. Ich sitze hier. Mit Zweifeln. Wie so oft. Wie fast immer. Wie viel zu oft schleicht sich das Gefühl nicht zu genügen nicht ein, es ist da. Es schlägt mir wie ne Abrissbirne um die Ohren. “Du reichst einfach nicht. Egal, was und wie viel du machst.” Ein Gedanke, der ein Gefühl auslöst und mich lähmt. Der wieder alle Motivation zunichte macht und mich blockiert. Alles, wirklich alles. Also? Verbringe ich die meiste Zeit des Tages einfach damit, nicht zu genügen. Damit ich diesem verfickten Gedanken alle Ehre mache. Ich sitze hier und schaffe es nicht, mich ausreichend zu kümmern – weil ich es einfach nicht schaffe. Ich würde so gerne. Ich würde auch so gerne reichen.

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Ich mach es, wie du es willst!

Irgendwo in mir ist seit Jahrzehnten ein kleiner Antreiber, der mir ins Ohr geflüstert hat: “Wenn du es den anderen Menschen Recht machst, dann mögen sie dich. Alle!” Irgendwo steckt dieser Antreiber, der es auch heute noch schafft, mir diese Sätze einzutrichtern. Meistens sagt er es nicht mehr, er lässt mich einfach handeln. Wie von einer Maschine gesteuert ordne ich mich unter, stelle meine Meinung hinten an, akzeptiere die Vorgaben und “lasse es über mich ergehen” – in der Hoffnung, doch irgendwas zurückzubekommen und gemocht zu werden. “Es ist nicht wichtig, wie du es haben willst. Spar dir deine Argumentationen, du wirst es doch eh so machen, wie du es nicht willst, damit Ruhe ist, damit die anderen glücklich sind und das an dich weitergeben.” Nein, es geht nicht darum, beliebt zu sein. Nur gemocht. Oder geliebt – nicht beliebt. Geliebt sein. Geliebt im Sinne von Aufmerksamkeit, Wertschätzung, Lob, Anerkennung, Stolz. All das, was ich mir wohl immer noch nicht in dem Maß geben kann, wie ich es eigentlich sollte – weil ich es nie gelernt habe.

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