Endlich wieder vereint …

Manchmal geht es schneller, als wir denken – auch wenn es sich ankündigt. Manchmal passieren alle Dinge so, wie sie passieren sollen und müssen. Manchmal gibt es dann keinen Umweg mehr. Manchmal ist dann ein Leben zu Ende. Ein ausgefülltes Leben mit 91 Jahren. Ein Leben mit den Erfahrungen aus dem Krieg, einer über 60jährigen Ehe, mit vielen Reisen rund um die Welt, mit Feiern und einer guten Hausgemeinschaft und das Erleben des Ur-Enkels. Es wurde Zeit für dich. Zeit zu gehen. Nicht alles ist so gelaufen, wie du es dir gewünscht hast. Wir haben es nicht geschafft, als Familie nochmal vernünftig zusammen zu sein. Das war und wird nicht möglich sein. Und doch durftest du noch schöne Momente erleben. Ich bin froh, dass du Weihnachten hier warst. Ich bin froh, dass ich dir nochmal zeigen konnte, wie wir leben. Ich bin glücklich, dass du so viel von deinem Ur-Enkel erleben durftest.

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Bist du es, Angst?

Die Hände werden schlagartig kalt und feucht. Alles in meinem Körper ist angespannt. Ich kann keinen klaren Gedanken mehr fassen. Die Hände? Fangen an zu zittern. Ich werde unruhig, ich möchte nur laufen. Weglaufen. Doch ich sitze hier. Gelähmt. Gefangen. Festgehalten. Übelkeit überkommt mich. Alles in mir will kotzen, aber nur der Würgreflex entsteht. 1 Mal, 2 Mal … 4 Mal. Ende. Glück gehabt, ich hasse kotzen. Mir ist flau, mir ist kalt, ich zittere. Ich bin im Raum, aber nicht anwesend. Ich sehe meinen Sohn spielen und lachen, aber ich bin nicht bei ihm. Er bindet mich ein, tobt, spielt, turnt. Ich bin dabei, aber nicht bei ihm, nicht in seinem Spiel. Gedanken überfallen mich. Ich muss raus aus der Situation. Rauchen. Rauchen ist meine Rettung, jetzt gerade weggehen zu können. Ich rauche. Zwei hintereinander. So funktioniert das mit der Sucht und dem Belohnungssystem im Kopf. “Komm, eine geht noch, ist nicht schlimm. Die Glimmstengel beruhigen dich ja.” Ich zünde mir keine dritte Kippe an, aber anwesend? Bin ich immer noch nicht. Seit Tagen.

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Stolz und Vorurteil … [Gastbeitrag]

… ist nicht nur ein guter Roman, und ich steh auch auf den Film. Ich mag Keira Knightley in der Rolle der schönen und klugen Elizabeth, jedes Mädchen träumt am Ende von einem Mr. Darcy. Ich auch, aber darum geht es gar nicht. Es ist zwölf Uhr mittags und ich bin auf ein paar Dinge, die ich heute Vormittag geschafft habe, ziemlich stolz. Ich bin um halb zehn aufgestanden, bin geduscht und angezogen. Die Spülmaschine läuft und die Wäsche ist sortiert. Draußen war ich auch schon und bin 3.229 Schritte gegangen. Das sind jetzt schon 1.229 mehr als der amerikanische dicke Durchschnittsbürger an einem Tag läuft. Und der Tag ist noch lang. Wahnsinn. Ich habe meinen Urlaubsantrag, der hier schon seit über einer Woche liegt, ausgefüllt und ihn in einen Umschlag gesteckt. Habe einen Briefumschlag gefunden, eine Briefmarke drauf geklebt und den Brief eingeworfen. Ich war einkaufen, damit ich heute Abend was zu essen habe. Ich habe meinen Rechner seit Monaten mal wieder hochgefahren, um diesen Text zu schreiben. Für den einen oder anderen mag das klingen wie ein ganz normaler Vormittag von jemandem, der an diesem Montag zufällig nicht arbeiten muss und sich Dingen widmet, die man halt so macht, wenn man zu Hause ist. Zu Hause bin ich seit acht Monaten und es gab Phasen, da habe ich das Programm von heute Vormittag über Wochen nicht geregelt bekommen. Also bin ich stolz. Und depressiv. Aber immerhin seit heute formal gesund geschrieben.

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