Sich verlassen, um zu leben …

… darum trennen sich Kinder von ihren Eltern. Oder Eltern von ihren Kindern. Egal, wie rum es am Ende gedreht wird, bei dem Ganzen ist im Vorfeld immer etwas passiert. Was genau? Darüber reden die wenigsten. Ich habe hier Teile meiner Lebensgeschichte offen gelegt, weil sie ein großer Faktor für mein Verhalten, die destruktiven Denkmuster, den depressiven Episoden und den Suizidgedanken ist. Ich habe immer versucht, den Kontakt abzubrechen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, mich den emotionalen Erpressungen meiner Eltern hinzugeben. Geschafft habe ich es nur bedingt. Zu groß war mein Wunsch, doch wenigstens ein einziges Mal die Bestätigung zu bekommen, dass ich irgendwas gut gemacht habe. Habe ich nie – egal, was es war. Meine Mutter hat die Tür zugemacht. Aus gutem Grund. Sie hat sich ja auch allem widersetzt, was ich je von mir preisgegeben habe. In meinem Leben ging es nie um meine Bedürfnisse und Wünsche. Die waren nicht materiell. Das, was ich immer gebraucht habe, wurde mir verwehrt.

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Stille …

… in mir. In meinem Kopf. In meinen Fingern. Überall. So still, dass ich hier seit Tagen immer wieder das Fenster aufmache, auf den weißen Monitor starre, der blinkende Cursor irgendwann verschwimmt und ich dann einfach wieder auf das X drücke, damit sich das Fenster schließt. Es ist sogar passiert, dass ich Beiträge angefangen habe, aber nach dem ersten Satz als nicht erwähnenswert abgetan habe. Ich habe mich erwischt, dass ich einfach etwas Informatives schreiben wollte, nur damit der Blog – mein Blog – Content bekommt und ich nicht in Vergessenheit gerate. Aber war es das, was ich wollte? Nein. War es nicht. Ich habe schlichtweg vergessen, worum es mir hier eigentlich ging. Um mich. Um meinen Kopf. Um meine Gedanken und meine Momente, wann ich etwas zu erzählen habe. Es sind nicht viel zur Zeit. Punktuell ja, aber es ist ein keinen großen Artikel wert …

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Generationsdingsbums mit Gefühlen …

Hört auf zu nerven! Ja, es nervt gewaltig, wenn hier alle 2 Tage das Telefon klingelt und als Begrüßung ein: “Ich wollte mal hören, wie es meinem Enkel geht”, durch die Leitung hallt. Es geht ihm gut! Uns übrigens auch. Ja, er schläft gut. Manchmal zwickt der Bauch, weil er nicht richtig Bäuerchen macht, aber unser Sohn ist nicht krank und leidet auch nicht an irgendwas. Er wird es überleben, wenn der Pups mal etwas drückt und zwickt, da darf auch mal geweint werden. Es ist fucking normal! Oder habt ihr alle vergessen, wie es bei euch war, als euer Kind auf der Welt war? Wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist das elterliche Denken plötzlich verschwunden und als Großeltern tickt man komplett anders …

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Und dann kommt die Frage …

… die mich wieder über Nacht beschäftigen wird. Welche? Ja, welche eigentlich? Als heute das Telefon geklingelt hat, im Display “Unbekannter Teilnehmer” stand, war eigentlich klar, dass es nur meine Mutter oder Omma (ja, noch immer mit Doppel-M!) sein kann. Es war meine Mutter. Und sie hat wirklich gefragt, was wir am Ostersonntag machen. Ja gut, eigentlich total entspannt auf dem Sofa rumräkeln, nackt den Flur entlang hüpfen und abends im Speisesaal das 5-Gänge-Menü servieren lassen. Nein, im Ernst. Keiner von uns beiden hier hat sich bis dato Gedanken gemacht, wie die Ostertage ablaufen würden. Wir haben also nichts vor. Überlege ich mir noch schnell was? Sage ich direkt ab? Sage ich zu?

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Auf Wiedersehen!

Ja, auf Wiedersehen! Tschüss! Macht es gut! Es wird Zeit, dass ihr geht! Wer? Meine emotionale Gebundenheit. Mein Wunsch nach Anerkennung. Der Gedanke an eine Versöhnung mit meinen Eltern. Die Hoffnung, dass ich etwas verändere bei ihnen. Ich verabschiede mich von all den Hoffnungen, Wünschen und Gedanken. Und warum “auf Wiedersehen”? Weil ich weiß, dass der Abschied länger dauern wird und es nach wie vor ein hartes Stück Arbeit ist. Sie sind ja noch immer Tag für Tag präsent und ein Teil meines Lebens. Doch heute, ja genau heute, der 01.01.2014 wird der Moment für die Veränderung. Ich habe den Mut, die Kraft und den Willen.

Es wird Zeit, dass ich die mir aufgezwungene Verantwortung endlich an die Menschen zurückgebe, die sie mir aufgedrängt haben. Es ist an der Zeit, dass ich die richtigen Worte finde und in mein eigenes Leben starte. Es ist an der Zeit, dass ich die Verantwortung für mein eigenes Leben übernehme und nicht mehr das meiner Eltern, sie nicht mehr schütze und schon gar nicht ein schlechtes Gewissen habe. Es ist Zeit, dass ich mit letzter Konsequenz meine Entscheidungen treffe und zu diesen stehe. Es wird Zeit für eine Konfrontation …

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Helldunkelhellscheiße!

Es braucht gerade nur das eine Wort. Muss ich auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Die letzten Tage waren genau so! Ihr habt doch nicht etwa gedacht, dass es mir schon wirklich besser geht, oder? Besser ja, ich hab mehr verstanden, aber stoppen kann ich noch lange nicht alles. Zudem kommt eine Laune meist einfach so. Ich bin niedergeschlagen, fühle mich ausgebrannt und erst dann schleichen sich noch die Grübelattacken ein. Aber wisst ihr was? Ich bin verdammt stolz darauf, dass ich meinen Freund nicht mehr an der Seite habe. Er hält endlich die Klappe! Gehen wir die paar Tage einfach mal durch …

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Es dauert, bis man seine …

… Eltern groß hat. Oder? Nein. Ich als Kind kann meine Eltern nicht mehr erziehen und sie werden sich auch nicht mehr richtig für meine Situation sensibilisieren lassen. Genau das hat mir das gestrige Telefonat gezeigt. Eigentlich hatte ich während der Therapiezeit ein gutes Gefühl, als ich den ersten Versuch unternommen habe und beiden unabhängig voneinander ansatzweise erklären wollte, wie der Stand der Dinge ist. Doch heute stelle ich fest, dass es ein Irrglaube ist. Und ja, wir sind dann wieder bei dem Thema “das innere Kind” angekommen. Es ist da und möchte umsorgt werden, gestern – und auch gerade jetzt – möchte es aber einfach zickig sein und am liebsten schreien, ihnen klarmachen, dass ich erwachsen bin und es nicht nur in meiner Pflicht liegt irgendwas zu tun. Wir sind heute alle erwachsen, leben in Partnerschaften und haben eigentlich eine gleichberechtigte Beziehung zueinander. Eigentlich!

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