2 Artikel Schlagwort vaterundsohn

Leg dich einen Moment zu mir.

Manchmal ist nicht nur morgens das Aufstehen schwer, ab und an ist es das sogar tagsüber. Oder abends. Oder irgendwann zwischendurch. Und manchmal reicht auch ein kleiner Auslöser, um mir den Boden wegzuziehen und mich umzuwerfen. Normalerweise stehe ich auf. Morgens stehe ich eigentlich immer auf – nicht immer in der Zeit, aber ich stehe auf. Und dann gehe ich los. Wie immer. Aber was ist, wenn Müdigkeit gar nicht der Auslöser dafür ist, dass ich nicht aufstehen kann? Ja, aufstehen können! Ich schaffe es nicht. Mir fehlt zwischendurch einfach die Kraft, aufrecht und stolz in die Welt zu gehen. Denn plötzlich sind da wieder so viele Baustellen und Menschen, dass ich mich frage, welchen Sinn einige Sachen machen. Ich hinterfrage also wieder und wieder, ob ich das Richtige tue. Ich könnte das kontruktiv hinterfragen, weil man das ja so macht, wenn man Ziele und Wünsche hat, aber an Tagen wie heute mache ich das destruktiv. Ich zerstöre im Kopf all die guten Ideen und umgesetzten Wege. Immer wieder.
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5 Dinge, die ich als depressiver Vater immer wieder tun muss

Nur ein einziges Mal in über 20 Monaten wurde mir gesagt, dass es unverantwortlich wäre, als depressiver Mensch ein Kind zu bekommen. Ich würde mich nicht ausreichend kümmern können, die Krankheit wäre vererbbar, über kurz oder lang müsste ich sowieso wieder in eine Therapie und meine Frau die ganze Last tragen. Kurz gesagt: hast oder hattest du eine psychische Erkrankung, darfst du kein Kind bekommen! Ich weiß, dass es viele Mütter und Väter gibt, die trotz der Erkrankung ein wundervolles Leben führen (können), und dadurch auch eine ganz andere Einstellung zum Leben gefunden haben. Auf der anderen Seite schwingt natürlich eine kleine Gefahr immer mit – es wäre aber vermessen zu sagen, dass psychische Krankheiten der Auslöser wären. Ich habe keine Zweifel mehr.

In fast jeder Lesung werde ich gefragt, ob mein Sohn mir eine Stütze ist. Ich werde auch gefragt, wie der Alltag an schweren Tagen trotzdem funktioniert. Und viel öfter werde ich gefragt, ob mein Sohn bzw. meine Familie mich vor einem Suizid bewahren würde.

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