Mach es doch einfach nochmal.

Ich manchen Situationen meines Lebens bin ich ein Held. Ja, ich mag den Begriff eigentlich nicht. Doch, irgendwie bin ich ein Held. Für mich. Ich schaffe es perfekt, mich in eine Situation zu bringen, die mich entweder herausfordert, oder einfach alles abverlangt. Wir könnten jetzt darüber sprechen, dass mir das Universum solange die gleiche Aufgabe gibt, bis ich sie richtig lösen kann, verstehe oder damit umgehen lerne. Gestern hatte ich so eine Aufgabe. Natürlich habe ich mir die selbst eingebrockt. Was denn auch sonst? Gestern war ein Abend, der mich an das Barcamp Hannover 2016 erinnert hat. Gestern habe ich mich in eine Lage gebracht, die jede antrainierte Souveränität infrage gestellt hat.

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Alles Erziehungssache!

Ich bin Vater. Ich bin gerne Vater. Ich weiß nicht, ob ich ein guter Vater bin. Ich bin auf jeden Fall ein liebender Vater. Einer von den Vätern, die ihrem Sohn die Nähe und Liebe geben, die er braucht. Alles andere kann ich nicht beurteilen. Ich möchte es auch nicht beurteilen. Ich weiß zu schätzen, wenn mir jemand “von außen” sagt, dass es so ist, aber … da ist ein großes aber. Die Momente, die ihr “da draußen” mitbekommen, sind Momentaufnahmen, so wie das im Internet nun mal ist. Ich gebe Einblicke in bestimmte Momente meines Lebens. Es sind sehr viele gute Momente. Wirklich viele gute Momente, weil unser Sohn diese Momente schafft, weil wir sie für ihn schaffen, weil sie durch uns alle entstehen. Ich teile die guten Momente, weil ich eben nicht nur “Der Depressionist” bin. Hinter all den Texten, Tweets und Bildern steckt noch ein Mensch, der sich über mehr Gedanken macht, als nur das Leben mit depressiven Tagen, Wochen oder Episoden, Angst und sonstwas. Ich stelle mir Fragen. Viele Fragen. Vor allen aber habe ich mir eine Frage gestellt.

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Kontrollverlust!

Ich sitze auf der Terrasse der Pension. Es ist dunkel draußen. Auf der Uhr steht 00:09 Uhr. Der Cappuccino zieht gemächlich mit Rauchschwaden in die Nacht. Seit einer Stunde sitze ich schon hier. Es ist still. Ich rieche das Meer. Ab und an ruft eine Lachmöwe. Ich muss diese Stille genießen. Dieser Tag war schwer. Anstrengend, intensiv, sehr lang und wirklich schwer. Schlafen kann ich eh noch nicht, mir fehlt die Fahrt mit dem Auto nach einem Leseabend, damit ich runterkommen kann. Leseabende oder Vorträge sind intensiv. Sie sind kein Programm, das ich einfach mal abspule. Doch dieser Tag? War anders als andere. Er war lang. Er hat einiges von mir gefordert. Er hat mich Kraft gekostet. Und er hat mir etwas zu verstehen gegeben. Manchnmal zwingt dich das Leben solange darauf zu gucken, bis du es endlich verstehst – oder zumindest erstmal wahrnehmen kannst. Manchmal erinnert es dich auch nochmal kurz an die Lektionen, die du vorher schon hattest.

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Das Gute? Andere reden drüber … #BLOGfamilia 2017

“Ich hab da nichts zu suchen”, war der erste Gedanke. “Ich bin kein Elternblogger”, war der nächste prägnante Satz. “Mein Thema passt da überhaupt nicht hin”, hat es vollendet. Die letzte Zeit war nur von diesen Gedanken geprägt, nachdem Dani von Glucke & so offen drüber gesprochen hat, dass sie mich für den Blogfamilia Award nominiert hat. Bei Twitter. Bei Twitter? Da war doch gerade erst was, oder? Klar! Barcamp 2016. Am Ende aber völlig Hupe. Das ist etwas, wo ich sowieso keine Kirsche gewinne. Ich bin ja eben kein typischer Eltern- oder Familienblog. “Ich bin nur ein Papa, der ein paar Dinge aus dem Leben als Familie mit Krankheit zeigt, und immer noch seinen Weg findet”, sprach der Kopf.

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Barcamp 2.0 … wir reden wieder!

Sonntag statt Samstag. Und auch nicht ganz ein Jahr her. 8 Monate sind es nur. 8 Monate, seitdem sich sehr viel entwickelt hat. Bei mir. Eins hat sich nicht geändert: “Ich gehe zum Barcamp in Hannover. Da hat alles angefangen, da mache ich weiter.” Es gibt aber auch ne Menge Unterschiede. Diesmal habe ich nicht vorher rumgeörkst, dass ich mir ein Ei ins Nest gelegt habe. Diesmal war klar, was ich tun werde. Hingehen, erzählen was durch und seit dem Barcamp 2016 passiert ist, dankbar sein. Sessionthema also: “Leben 2.0! Mein Weg mit Depressionen und Suizidgedanken. #bch16 als Wegbereiter” Ok … und was ist da nun so passiert?

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Lasst uns reden … // #bch16

Samstag, 5 Uhr 20 klingelt der Wecker penetrant. Wer steht eigentlich an einem Samstag so früh auf, wenn er nicht arbeiten muss? Ich. Es ist Barcamp in Hannover in der Buhmann Schule. Immer noch eine verrückte Idee, bei so einer Veranstaltung über „das Thema“ zu reden. Samstag also, mit keinem guten Gefühl. Ein Samstag mit all den wunderbaren Kritiken, die mein Kopf so vorbringen kann. „Du musst dich nicht schlecht fühlen, ich war bei meiner allerersten Session auch nervös.“ Ich bin nicht nervös! Ich bin nicht mal angespannt! Ich denke. Mein Kopf denkt für mich. Er denkt und sagt mir, wie beschissen alles ist. Naja, immerhin stellt er genau die Fragen, die ich nicht gebrauchen kann.

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Örks …

“Nächste Woche haltet ihr dann bitte ein Referat …” Der Satz, der mich damals ins Verderben gebracht hat. Vor der Klasse stehen und irgendwas präsentieren, was ich erst ausarbeiten muss und dann auch noch vortragen? Oh Gott! Es gab nichts, wirklich gar nichts, schlimmeres, was mir irgend einer meiner Lehrer antun konnte. Das wurde in der Berufsschule zwar besser, aber nicht gut. Das wurde in der zweiten Berufsschule auch besser, aber nicht gut. Und es wurde nochmal etwas besser, aber wahrlich nicht gut. Und ich hatte immer noch keine Ambitionen, irgendwas zu präsentieren. Was hab ich mich damit schwer getan – wenn ich denn überhaupt da war. Vor Leuten stehen und frei sprechen. Nein! Niemals. Und …

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