Der Lauf meines Lebens …

… hätte es werden können. Den (Ver)Lauf meines Lebens habe ich schon oft betrachtet. Ich hatte schon mehrere Läufe meines Lebens. Ich bin viel gelaufen. Weggelaufen. Hingelaufen. Und dann doch wieder weggelaufen. Bin freiwillig gelaufen, habe mich verlaufen und bin manchmal nicht angekommen. Ich habe am Ende beschlossen, dass Laufen “nicht mein Ding” wird. Laufen. Wollte ich nicht mehr. Deshalb habe ich aufgehört, beim Fußball in der Abwehr zu spielen und habe mich ins Tor gestellt. Warum mir niemand gesagt hat, dass die Sprints zu den 16er Linien noch anstrengender sind, weiß ich nicht. Die Lauftrainings zu schwänzen war die logische Konsequenz. Ich wollte nicht mehr laufen. Ich bin zu fett und unsportlich geworden zum Laufen. Eigentlich habe ich Fußball geliebt. Ich habe auch das Volksradfahren geliebt. 30 km am Stück durch die Weltgeschichte. Ich habe Rennradfahren geliebt – ich hatte nur nie wirklich eins. Ich habe immer die Tour de France geguckt. Ich habe auch alle anderen Radrennen geguckt, aber selbst fahren? War nur mit dem Rad möglich, was ich halt hatte. Als Kind konnte ich immerhin so tun, als wäre ich einer bei der Tour de France. Ich mochte auch Volksläufe. Natürlich mochte ich die. Ich bin zwar auch da nie so richtig gelaufen, sondern mehr schnell gegangen, aber hey, es gab einen Pokal. Oder eine Medaille. Ich war stolz darauf, am Ende noch was für mein Engagement zu bekommen. Aber Läufer? Wollte ich nicht sein .

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Sport, du Drecksau!

Da ist sie wieder, diese Demotivation. Es macht keinen Sinn, dieses “Weitermachen”. Für diesen Moment. Warum mache ich das eigentlich? Ach ja, stimmt: “Sport hilft gegen Depressionen, bla bla. Du schaffst dir neue Strukturen, bla bla. Du kannst was für deinen Selbstwert machen, bla bla. Du findest einen ganz anderen Weg zu dir, bla bla. Und die sozialen Kontakte erst, bla bla.” Niemand sagt dir vorher, wie frustrierend es sein kann, wenn an manchen Tagen einfach mal nichts funktioniert. Nichts. Niemand sagt dir, wie schwer es ist, sich selbst immer wieder zu motivieren. Warum strenge ich mich eigentlich an? Warum gebe ich stelle ich mich schon wieder den zweifelnden Gedanken? Ich könnte es doch direkt lassen. Klappt doch eh nicht. Oder?

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