Sich verlassen, um zu leben …

… darum trennen sich Kinder von ihren Eltern. Oder Eltern von ihren Kindern. Egal, wie rum es am Ende gedreht wird, bei dem Ganzen ist im Vorfeld immer etwas passiert. Was genau? Darüber reden die wenigsten. Ich habe hier Teile meiner Lebensgeschichte offen gelegt, weil sie ein großer Faktor für mein Verhalten, die destruktiven Denkmuster, den depressiven Episoden und den Suizidgedanken ist. Ich habe immer versucht, den Kontakt abzubrechen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe, mich den emotionalen Erpressungen meiner Eltern hinzugeben. Geschafft habe ich es nur bedingt. Zu groß war mein Wunsch, doch wenigstens ein einziges Mal die Bestätigung zu bekommen, dass ich irgendwas gut gemacht habe. Habe ich nie – egal, was es war. Meine Mutter hat die Tür zugemacht. Aus gutem Grund. Sie hat sich ja auch allem widersetzt, was ich je von mir preisgegeben habe. In meinem Leben ging es nie um meine Bedürfnisse und Wünsche. Die waren nicht materiell. Das, was ich immer gebraucht habe, wurde mir verwehrt.

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Es dauert, bis man seine …

… Eltern groß hat. Oder? Nein. Ich als Kind kann meine Eltern nicht mehr erziehen und sie werden sich auch nicht mehr richtig für meine Situation sensibilisieren lassen. Genau das hat mir das gestrige Telefonat gezeigt. Eigentlich hatte ich während der Therapiezeit ein gutes Gefühl, als ich den ersten Versuch unternommen habe und beiden unabhängig voneinander ansatzweise erklären wollte, wie der Stand der Dinge ist. Doch heute stelle ich fest, dass es ein Irrglaube ist. Und ja, wir sind dann wieder bei dem Thema “das innere Kind” angekommen. Es ist da und möchte umsorgt werden, gestern – und auch gerade jetzt – möchte es aber einfach zickig sein und am liebsten schreien, ihnen klarmachen, dass ich erwachsen bin und es nicht nur in meiner Pflicht liegt irgendwas zu tun. Wir sind heute alle erwachsen, leben in Partnerschaften und haben eigentlich eine gleichberechtigte Beziehung zueinander. Eigentlich!

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Die verletzten Gefühle …

… oder anders: das innere Kind! Was ist das? Worum geht es dabei? Nun, das gestrige Ereignis hat mir nochmal kurzfristig in Erinnerung gerufen, wie sehr die Gefühle in der Kindheit geprägt werden. Zum besseren Verständnis ein Zitat: „ Das innere Kind ist Teil unserer Persönlichkeit. Er hat abgespeichert, was wir in der Kindheit erfahren haben. Gute Gefühle und Erlebnisse. Aber auch Negatives: kindliche Ängste, Selbstzweifel, Neid. Genau diese Emotionen sind es, die uns sichtbare Probleme bereiten können. Sie zwicken uns wie eine alte Narbe, wie eine Wunde, die längst verheilt zu sein schien. Dieses innere Kind vergisst nicht, wie allein es sich gefühlt hat, wenn die Eltern zu oft fort waren. Wie klein es sich gefühlt hat, wenn der strenge Vater nach Fehlern in den Hausaufgaben suchte, und wie leise es sein musste, wenn er die Zeitung las. Wie sehr es sich nach Anerkennung und Wärme gesehnt hat.

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