102 Artikel Artikel von Herr Bock

Scheiß drauf! Ab jetzt? Egoismus.

Ja, richtig. Egoismus. Ein gesunder Egoismus, weil ich auf mich achten werde. So ein Egoismus, bei dem ich mein Denken und Handeln wichtig nehme. Auch so ein Egoismus, bei dem Gefühle wichtig sind, die ich habe. Und auch so ein Egoismus, wo ich mich für „meine“ Ideen einsetze. Weil es wertig ist, weil ich es kann, weil ich mir vertraue, weil ich Ziele und Visionen habe, weil ich etwas verändern möchte. Der Nachteil? Die Menschen, die seit Jahren schon jammern, dass bei ihnen Stillstand herrscht, werden plötzlich sehr komisch und reden schlecht hinter dem Rücken. Nun, na und? Ich bin mir so wichtig geworden, dass ich darauf nicht mehr achten werde. Ist es denn verwerflich, wenn da plötzlich jemand (in diesem Fall wohl ich) auftaucht, und die Dinge anders anpackt, weil es sonst noch mehr Stillstand gibt? Ist es denn so verwerflich, dass ich kein Interesse habe, auf langsam trottende Züge aufzuspringen und so langsam zu fahren, dass sich fast nichts bewegt? Ist es denn verwerflich, wenn ich nicht möchte, dass sich alle von mir irgendwie mitschleifen lassen, sondern da plötzlich Grenzen sind?
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Hilfst du dir eigentlich schon selbst?

Nochmal: Hilfst du dir schon selbst? Oder wartest du noch darauf, dass dir jemand hilft und dir sagt, dass du irgendwann geheilt bist? Selbsthilfe. So schwer und doch so wichtig. Natürlich kannst du jetzt wieder sagen: „Hier, ey der Bock, der ist eh schon so weit mit seinem therapeutischen Zeug, der hat leicht reden“, kannst du, dann sind wir aber nicht auf einer Wellenlänge. Selbsthilfe. Habe ich lange nicht verstanden. Wie soll ich mir selbst helfen, wenn ich gar nicht in der Lage bin, irgendwas zu tun? Und wie soll ich mir selbst helfen, wenn ich eh schon mehr dafür hasse, dass ich keine Veränderungen schaffe? Ich weiß es nicht! Natürlich kann ich mir alle Infos und Hilfen anlesen, aber …
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Nimm deine Gedanken mit!

Eine Woche bin ich jetzt wieder zu Hause. Eine Woche wieder arbeiten. Eine Woche Alltag. Die Zeit davor? Sieben verdammt gute Tage in Dänemark. Ich war das erste Mal in Nordeuropa. Ich war in einem Ferienhaus und habe eine wundervolle Küstenlandschaft erlebt. Mit Wasser, Wellen und Wind. Die drei existenziellen W im Leben. Kaffee würde auch noch dazukommen, aber der fängt ja nicht mit W an. Und alle guten Dinge sind eben drei. Gut war vor allem auch, dass ich eine Woche richtig entspannen konnte – aber das ist und war nicht immer so.
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Spieglein, Spieglein …

… an der Wand. Nee! Spieglein, Spieglein hier in meinen Texten! Schön, dass du den Weg zu den Menschen findest, die mit diesem Spiegel nichts anfangen können. Danke an den Menschen, der hier so fleißig über 50 Seiten ausgedruckt und weitergegeben hat. Vor allem sich aber auch die Mühe gemacht hat, meinen instagram-Account zu durchforsten. Danke für den Hinweis, dass ich das Persönlichkeitsrecht am Bild verletzt habe, ich habe sofort gehandelt und es korrigiert. Das war vollkommen richtig so. Alles!

Was hier passiert ist? Einiges. Vor allem ist genau das passiert, was passieren musste. Gestern war ein Tag, der voller richtiger Entscheidungen war. Nein, es stört mich absolut nicht, wenn diese Beiträge an meine Mutter weitergereicht wurden. Ja, vieles liest sich sicher nicht gut und verletzt, aber es ist die verdammte Wahrheit meines Lebens. MEINES Lebens. Was gestern passiert ist?
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Das Gute? Andere reden drüber … #BLOGfamilia 2017

„Ich hab da nichts zu suchen“, war der erste Gedanke. „Ich bin kein Elternblogger“, war der nächste prägnante Satz. „Mein Thema passt da überhaupt nicht hin“, hat es vollendet. Die letzte Zeit war nur von diesen Gedanken geprägt, nachdem Dani von Glucke & so offen drüber gesprochen hat, dass sie mich für den Blogfamilia Award nominiert hat. Bei Twitter. Bei Twitter? Da war doch gerade erst was, oder? Klar! Barcamp 2016. Am Ende aber völlig Hupe. Das ist etwas, wo ich sowieso keine Kirsche gewinne. Ich bin ja eben kein typischer Eltern- oder Familienblog. „Ich bin nur ein Papa, der ein paar Dinge aus dem Leben als Familie mit Krankheit zeigt, und immer noch seinen Weg findet“, sprach der Kopf.
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Barcamp 2.0 … wir reden wieder!

Sonntag statt Samstag. Und auch nicht ganz ein Jahr her. 8 Monate sind es nur. 8 Monate, seitdem sich sehr viel entwickelt hat. Bei mir. Eins hat sich nicht geändert: „Ich gehe zum Barcamp in Hannover. Da hat alles angefangen, da mache ich weiter.“ Es gibt aber auch ne Menge Unterschiede. Diesmal habe ich nicht vorher rumgeörkst, dass ich mir ein Ei ins Nest gelegt habe. Diesmal war klar, was ich tun werde. Hingehen, erzählen was durch und seit dem Barcamp 2016 passiert ist, dankbar sein. Sessionthema also: „Leben 2.0! Mein Weg mit Depressionen und Suizidgedanken. #bch16 als Wegbereiter“ Ok … und was ist da nun so passiert?
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5 Dinge, die ich als depressiver Vater immer wieder tun muss

Nur ein einziges Mal in über 20 Monaten wurde mir gesagt, dass es unverantwortlich wäre, als depressiver Mensch ein Kind zu bekommen. Ich würde mich nicht ausreichend kümmern können, die Krankheit wäre vererbbar, über kurz oder lang müsste ich sowieso wieder in eine Therapie und meine Frau die ganze Last tragen. Kurz gesagt: hast oder hattest du eine psychische Erkrankung, darfst du kein Kind bekommen! Ich weiß, dass es viele Mütter und Väter gibt, die trotz der Erkrankung ein wundervolles Leben führen (können), und dadurch auch eine ganz andere Einstellung zum Leben gefunden haben. Auf der anderen Seite schwingt natürlich eine kleine Gefahr immer mit – es wäre aber vermessen zu sagen, dass psychische Krankheiten der Auslöser wären. Ich habe keine Zweifel mehr.

In fast jeder Lesung werde ich gefragt, ob mein Sohn mir eine Stütze ist. Ich werde auch gefragt, wie der Alltag an schweren Tagen trotzdem funktioniert. Und viel öfter werde ich gefragt, ob mein Sohn bzw. meine Familie mich vor einem Suizid bewahren würde.

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Alles im Griff? Oder noch Tunnel?

Fragen, die immer mal wieder auftauchen. Fragen, die mich beschäftigen. Habe ich nun alles im Griff? Nein. Ich versuche alles im Griff zu haben. Ich habe vieles im Griff. Doch am Ende haben mich auch die Gedanken noch immer im Griff. Wer spielt hier eigentlich mit wem? Und warum ist es so anstrengend, da endlich einen guten und richtigen Weg zu finden? Ich muss zugeben, dass es mich manchmal sehr ankotzt, mich dauernd damit auseinanderzusetzen. Nach fast 4 Jahren täglicher Arbeit an mir selbst, an meinen Denkmustern, an Auslösern, Akzeptanz, Veränderung, Therapie, Höhen und Tiefen, Strategieentwicklung, Aushalten und vielen Gesprächen, bin ich pappsatt. Der Kopf ist so vollgedröhnt mit Informationen, dass es reicht.
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Das Buch. Die Änderung. Der Bock.

Es gibt Umstände, die lassen dich – also mein – Handeln überdenken. Umstände, die dich nochmal aus der Bahn werfen. Umstände, die dir sogar ein Gefühl geben, dass du etwas tun oder zu Ende bringen musst, damit du deinen Frieden hast. Aber was genau? Der Reihe danach.

Das Buch. Sollte eigentlich Ende Januar auf dem Markt sein. Als Selbstverleger. Ohne Abhängigkeiten. Es ist auch fertig. Fast. Es war nur ein Klick, damit es losgeht. Fast. Es war alles bereit. Fast. Immerhin mache ich ja Vorlesungen und Vorträge. Immerhin. Das Buch? Ist fast fertig. Ich freue mich über jede – selbst organisierte und angefragte – Lesung. Sehr. Hildesheim, Hannover Leipzig, Hamburg. Bremen. Und jetzt Alfeld, Köln und. Und? Sarstedt. Da ist der Haken. Sarstedt! Heimatstadt. Der Ort, wo ich niemals – also wirklich NIEMALS – irgendwas machen wollte. Wollte, ja. Irgendwie kam das Gefühl in den letzten Wochen auf, dass ich es doch tun muss. Es muss einfach sein. Nicht Ende des Jahres, sondern so schnell wie möglich.
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Es gibt nur den einen Weg …

… um aus dem Gefängnis der verletzten Kindheit auszubrechen, und endlich frei zu sein. Frei von all den erlernten Mustern, die die Umstände hergestellt haben. Frei von all den negativen Gefühlen, die mich auch heute noch umgeben. Frei von den unausgesprochenen Erwartungen, die mich auch heute noch umgeben – ob das Telefon klingelt, oder eben auch nicht. Frei von der Wut der Vergangenheit. Frei von den selbstvernichtenden Gedanken und Ängsten.

Machen wir uns nichts vor, viele von uns haben Auslöser in der Kindheit, die ihnen Strategien mitgegeben, die sich heute Selbstzweifel, Selbstkritik, Bindungsängste, Narzissmus, soziale Phobie und anders nennen. Viele. Nicht alle. Bis ich erkannt habe, was genau das Problem meiner Gefühle ist, habe ich lange gebraucht. Doch eins ist klar: Wir sind die Kinder unserer Eltern und wir wünschen uns doch eigentlich nur diese Eltern, die uns so lieben, wie wir sind. So und nicht anders. Wir sind wie wir sind. Ich bin wie ich bin. Mit meinen Fehlern, Verhaltensweisen, Gedanken, Entscheidungen und vor allem auch guten Eigenschaften – die nur immer wieder in den Hintergrund rücken.
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