Ich will …

Ich bin depressiv. Ich war depressiv – wie auch immer das jeder sehen möchte. Aber: Ich bin in einer glücklichen Beziehung. Aber eine Beziehung mit einem depressiven Menschen muss nicht immer glücklich sein. Wie oft erwischt du dich selbst dabei, dass du dich ungeliebt, unbeachtet, unbedeutsam, ignoriert, unverstanden oder allein fühlst? Oft? Ausschlaggebend dafür ist meiner Meinung nach, dass wir nicht bei uns selbst bleiben, nicht für uns selbst sorgen (können) und alle Hoffnung in die Aufmerksamkeit des Partners legen. Passiert das nicht, springt die Stimmung extrem um, wir suchen nach dem kleinsten Auslöser, alles wieder negativ zu empfinden. In “Lieben was ist …” habe ich all das schon beschrieben. Aber mir sind heute Worte von Jorge Bucay über den Weg gelaufen …

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Grau in grau …

An Tagen wie heute – mit regnerischem Wetter – gehe ich durch die Straßen, der Wind weht mir rau ins Gesicht, die Häuser und Umwelt in tiefes Grau gehüllt. Es scheint, als wäre ich farbenblind. Plakate und Leuchtreklame in Grautönen erzählen mir was vom tollen Leben – Das gestellte Glück, gestellte Szenen, gestellte Schönheit, unwirkliche Wahrheiten, die mich noch weiter runterziehen. Die Umgebung wirkt fremd, ein lebensfeindliches Gebiet, das in tiefen Nebel gehaucht ist, der sich nicht mehr verzieht. Oft weiß ich noch nicht, wie ich dem Scheiß endgültig entfliehen kann, aber ich spür es tief in mir drin: Ich werde meinen Weg weiter suchen und finden! Auch wenn ich manchmal keinen Ausweg sehe, ich werde weitergehen, immer weiter und weiter.

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Nebel …

Auf dem Weg zur Besserung gibt es immer wieder Tage, da legt sich die Laune wie ein grauer Nebel um mich, ergreift Besitz von mir, lässt die Sonne nur ein wenig durchstrahlen und die Gedanken kreisen in einem endlosen Strudel, rufen neue hervor, reden vieles im Tagesablauf schlecht und unterbrechen die guten Momente. Im Nebel ist die Sichtweite stark eingeschränkt, der “Werkzeugkasten” nicht so greif- und sichtbar, Ängste und Sorgen verdecken jeden klaren Blick und halten mich gefangen. Tage, die auch wieder vergehen, aber die dennoch gelebt werden wollen. Tage, die für mich und das Umfeld nicht schön sind, aber genau diese Tage sollte ich akzeptieren, wie sie sind.
nebel
Sind sie nicht auch ein Stück Hilfe auf meinem Weg? Zeigen Sie mir nicht, dass ich nicht in Euphorie abheben darf, sondern dankbar für all die Hilfestellungen bleiben sollte? Zeigen sie nicht auch, dass die guten Tage so viele tolle Momente mit sich bringen, an die ich mich dann erinnern darf? Jeder hat im Leben mal schlechte Tage, das geht mir auch so – aber ich muss unterscheiden. Schlechte Tage fühlen sich anders an, als der Nebel, der mich jahrelang beherrscht hat. Wichtig ist: die Sonne scheint trotzdem, sie ist da, der Nebel ist morgen weg, sie wird wieder heller strahlen!

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Der innere Schweinehund …

… kann ein ganz aufdringliches, ekeliges Arschloch sein. Gerade dann, wenn ich mich eh schon nicht besonders fühle, genau dann ist er besonders daran interessiert, mich noch von allen anderen Sachen abzuhalten. Was das mit Depressionen zu tun hat? Den Schweinehund kennt doch jeder? Richtig! Jeder kennt ihn, aber in depressiven Phasen schaffen es die meisten noch weniger, etwas für sich zu tun und den Körper wahrzunehmen. In der Tagesklinik hieß es “Bewegungstherapie”; Schwimmen, Pilates, ein wenig Laufen, Badminton, Volleyball. Sehr reduziert, aber immer so, dass wir in Bewegung sind. Nicht verkehrt. Auf der einen Seite ist es eine Achtsamkeitsübung, auf der anderen Seite lenkt es von Gedankenkarussellen ab. Ich konzentriere mich auf meine Bewegungen und die Empfindungen dabei. Und warum schreibe ich das nun alles?

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