… angekommen. Ich. Mein Sohn. Die Herzfrau. Wir! Seit Tagen kann ich ruhigen Gewissens sagen: „Es geht mir gut. Es geht mir verdammt gut. Und ich habe nicht vor, dass sich das ändert.“ Vergessen, all die Qual der letzten Monate und Wochen. Vergessen, all die Sorgen und Ängste über die Zukunft. Naja, nicht ganz. Irgendwas wird immer wieder aufkeimen und mich ermahnen, dass ich in meiner Spur bleibe. Der 07. August … auf den Punkt genau DER Tag.

Willkommen im Leben, mein Sohn! Schön, dass du endlich da bist, ich dich sehe, dich anfassen kann, dich rieche, dich versorgen darf, für dich da sein kann, dir die Welt zeige, dich begleite, mit der Schabernack mache, mit dir leide, weine, lache. Du wirst deine Mutter und mich bereichern. Und du hast es schon. Die letzten Monate waren nicht einfach nur eine Schwangerschaft für die Herzfrau, es war auch ein Ziel für mich, alles in eine vernünftige Bahn zu bekommen. Alles war geprägt von Hochs und Tiefs. Manchmal bin ich gedanklich irgendwo hingefallen, wo es wirklich weh tut. Doch ich habe eins gewonnen: Den Mut für ein Leben zu dritt. Für Familie. Für Verantwortung. Seit dem Tag, an dem deine Mutter morgens die erste Wehe gespürt hat, wurde es anders. Es hat sich blindes Verständnis entwickelt. Es kam Ruhe in Gespräche, die Kommunikation hat sich geändert, wir wurden zu einem Team, das kaum Worte braucht. Es hat mich in eine Lage gebracht, in der ich die Verantwortung tragen musste, konnte und wollte. Seitdem treffe ich keine Entscheidungen mehr für mich allein. Der Fokus verändert sich von mir auf uns. Es geht nicht mehr nur darum, was ich möchte. Auf meine Bedürfnisse kann ich gut achten. Es geht jetzt einfach um uns.
jo3Ich hatte viele Gedanken zu diesem Moment. Alle sind verflogen. Ich habe keine Angst mehr. Ich habe nur noch Fragen. Fragen, die ich an die richtigen Stellen im richtigen Moment stelle. Ich habe keine Angst davor, Fehler zu machen oder falsche Entscheidungen zu treffen. Die werden passieren. Deiner Mutter, mir und später auch dir. Du bist eine Bereicherung für mich und für uns. Das Gefühl von Liebe hat mittlerweile eine ganz andere Bedeutung bekommen. Ich bin aufgeregt, wenn ich dich sehe, ich freue mich und ich würde dir am liebsten bei allem zugucken. Es ist schön, wieder alles „das erste Mal“ zu machen. Ich merke, dass ich selbst in die Klischees tappe, die alle Väter haben und machen. Ja, ALLE!
jo2Reden wir über Gefühle … die ich einfach nicht in Worte fassen kann. Als mir Väter erzählt haben, wie toll das doch ist mit dem eigenen Kind, konnte ich nichts davon nachvollziehen. Sicher, ich kenne Kinder, ich mag Kinder, aber was ist denn da so anders dran? Heute weiß ich es. Es ist schlimmer. Viel schlimmer, als je ein Mann das beschreiben würde. Wenn das eigene Kind über Monate wächst, man jeden Abend mit Mamas Bauch spricht, sich alles ausmalt, alles beschafft und einrichtet, fühlt … und dann die Zeit im Kreislauf verbringt, dabei ist, mit leidet, unterstützt, Hand hält und mitfiebert, dann gibt es kein schöneres Gefühl, als das eigene Kind das erste Mal zu sehen. Es ist Wahnsinn, wie das Adrenalin durch den Körper strömt, die Augen feucht werden und es einfach nur dieses Kribbeln im ganzen Körper gibt.
jo1„Weißt du es schon, du bist geboren um zu gewinnen, mein Sohn.“ Alle Voraussetzungen sind dafür getroffen. Deine Mutter und ich werden alles dafür tun, dass du mit uns genauso viel Freude hast, wie wir mit dir. Schön, dass du da bist!