Selbstzweifel. Diese kleinen Gedanken, die dir immer wieder sagen, wie unwichtig und klein du bist. Fragen, die du dir immer und immer wieder stellst, damit dein Kopf auch ja all das Negative  präsentiert – wie ein Kinofilm in Dauerschleife, nur eben in schlecht.

Deshalb heute 5 Dinge, die du mit diesen Gedanken tun musst, damit es nicht besser wird.

1. Glaub alles, was du denkst!
Alles, was dir dein Kopf sagt, ist die Wahrheit! Und nichts anderes als das. Lass niemals neue Zweifel zu. Moment, doch, natürlich kannst du neue Zweifel zulassen, aber nicht an den negativen Gedankenspiralen. Warum sollte auch etwas nicht stimmen, was dein Kopf dir erzählt? Schließlich denkst DU es ja, also muss es auch wahr sein.

2. Freu dich nicht über positive Aussagen!
Es gibt Menschen in deinem Umfeld, die dich ab und zu mal loben oder hinter dir stehen? Schade. Du weißt ja ganz genau, dass sie Unrecht haben und du sowieso nichts richtig gut kannst. Sonst würden auch dein Chef, deine Eltern und andere Mitmenschen mal etwas Positives äußern. Außerdem war es doch schon immer so, dass du Dinge regelmäßig unzufrieden erledigt hast. Und vor allem: Wie siehst du schon wieder aus? Als wenn das Oberteil zum Rest passen würde. Und deine Haare erst! Glaub also nie diese netten Aussagen der anderen. Du weißt es besser!

3. Ordne dich immer unter!
Du hast das Gefühl, du möchtest deine Meinung sagen? Warum? Darauf hat doch sonst auch keiner Wert gelegt. Behalt sie lieber für dich. Schweigen ist total gut für dich und auch, den anderen immer Vorrang zu lassen. Es ist einfacher, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen – es könnte ja sogar Lob kommen. Und dann? Glaubst du es doch eh wieder nicht und bist im gleichen Spiel. Sag also lieber nichts, spar dir den Aufwand und gibt dich gleich den Gedanken hin.

4. Mach nichts, was dir Spaß macht!
Natürlich kannst du für dich sorgen und dir gute Dinge tun, aber dann wäre das ja ohne Zweifel. Es wäre gut. Es ist doch schöner, wenn du das vorher in Frage stellst, ob es denn wirklich gut wäre. Zwangsläufig wirst du eine Antwort finden, die für dich wahr ist: Nein! Es wäre nicht gut. Und du weißt auch gar nicht, wie du dann auf die anderen wirkst. Und natürlich ist es auch hier einfacher, es sofort abzuhaken und dich zu ärgern, dass du es nicht getan hast.

5. Lass niemals gute Gefühle zu!
Du bist stolz auf dich, weil du etwas geschafft hast? Du bist zufrieden, weil etwas gut gelaufen ist? Dann hattest du eine Menge Mut. Nur wie lange hält das an? War es nicht viel zu oft so, dass es doch Kritik gab? Und ist die Kritik gut gewesen? Konntest du damit umgehen? Nein. Wie lmmer.

Natürlich gibt es noch mehr Regeln, aber diese 5 reichen aus, um dich jeden Tag klein zu halten. Schließlich hast du ja lange genug gelernt, dass aus dir nichts wird, du nichts erreichst und sowieso immer die falschen Entscheidungen triffst. Oder ist es vielleicht einfach nur das, was andere dir glauben machen wollten, weil sie „nur das Beste“ für dich wollten? Ist jetzt vielleicht deine Zeit gekommen, diese alten Muster aufzusprengen? Ja, alte Muster! Auch das ist ein Fehler im System deiner Festplatte.

Du kannst selbst entscheiden

Wenn du klein bist, kannst du dir nicht aussuchen, was du aufgespielt bekommst. Heute aber. Heute kannst du selbst entscheiden, ob du etwas glaubst, ob du weiter so denkst, ubd ob das wirklich die Wahrheit ist. Du kannst jeden Tag aufs neue selbst entscheiden, ob er gut oder schlecht ist. Du musst deine Kritik an dich selbst nicht glauben. Und du musst auch nicht jede Aussage so auf dich beziehen, dass sie dich klein macht.

Sich selbst bekämpfen ist der allerschwerste Krieg. Sich selbst besiegen ist der allerschönste Sieg. (Friedrich Freiherr von Logau)

Auch ich übe mich in vielen Teilen meines Lebens noch darin, meine wahren Werte zu erkennen. Da ist niemand, der eben mal mit dem Finger schnippst und die Negationen sind plötzlich verflogen. Ich übe mich auch darin, nicht alles zu glauben, was mein Kopf produziert.

Irgendwann ist dann auch mal gut.

Ehrlich gesagt? Ich habe sogar ganz gewaltig die Schnauze voll davon, ständig vom Kopf diesen Mist präsentiert zu bekommen. Ich weiß ganz genau, wann ich in meinem Leben versagt habe. Ich habe teuer dafür bezahlen müssen. Ich zahle noch immer. Jeden Tag. Weil ICH mich mit meinen Gedanken auseinandersetzen muss. Nicht du. Nicht andere. Es ist MEIN Problem, wie ich mit Aussagen umgehe, die mich treffen. Es ist auch mein Problem, dass ich Lob nicht in dem Maß annehmen kann, wie es mir entgegen gebracht wird. „Weil ich es nicht Wert bin …!“ Dennoch bleibe ich perfekt darin, alles abzuwerten, was ich mache. Alles. Restlos alles. Dazu kommt, dass oft ein Lob von Menschen ausbleibt, von denen es mir sehr wichtig wäre. Nicht immer. Aber zwischendurch mal. Mein Leben ist mehr oder weniger eine Suche nach Wertschätzung und Anerkennung. Das, was mir viel zu oft verwehrt geblieben ist. „Das musst du dir selbst geben, um glücklich zu sein“, schießt es jetzt einigen von euch in den Kopf. Und? Wenn das sogar der Fall ist? Wenn ich mich loben kann? Und wenn das einfach nicht ausreicht? Ja, ich bin stolz darauf, dass ich mir Lesungen selbst organisiere, mir die Werbemittel erstelle, die Leute einlade, sie auch kommen, das – wohl – auch gut mache an den Abenden. Ja, ich bin stolz, dass ich hier immer noch schreibe. Ich bin stolz, dass ich immer noch meinen Job habe und dort jetzt selbstbewusst für mich einstehen konnte. Ja, ich bin stolz, dass ich ein zweites Projekt ins Leben gerufen habe und dort sehr schnell vorwärts komme – und es auch Anklang findet. Und doch könnt ihr mich loben, wie ihr wollt. Es prallt viel zu oft ab. „Wenn ich einmal tot bin, werde ich nichts verändert haben“, steht es in meiner Einleitung. Dieser Satz hängt. Er wird auch noch länger hängen.

Und so geht die Reise weiter, Schritt für Schritt. Mal mit den Regeln, mal ohne. Wie? Ich mache Dinge einfach. Ich versuche für mich einzustehen und ich zu sein. Ich versuche zu lieben, was ist. Das klappt. Oft. Nicht immer. Ich weiß, ich muss viele Dinge loslassen. Ich weiß, ich muss noch ein Stückchen näher zu meinem inneren Kind finden. Ich weiß, ich muss nicht nur ehrlich zu anderen sein, sondern aufrichtig zu mir.

Wenn du also frei sein willst, brich endlich die Regeln. Es ist deine Entscheidung.