105 Artikel Artikel von Herr Bock

„Verletz mich!“

… schrie das Selbstwertgefühl, als es von einer unbedarften Aussage getroffen wurde und an die Vergangenheit oder das eigens auferlegte Denken erinnert wurde.

Kann ich eigentlich selbst bestimmen, wer oder was mich verletzt? Oder bin ich in manchen Situationen gekränkt, weil mir mein Selbstwertgefühl einen Tritt in die Kniekehle verpasst? Bin ich denn schwach, weil mich etwas verletzt? Oder habe ich nur etwas mehr Feingefühl entwickelt und sehe manche Dinge anders? Kann es nicht auch sein, dass Erinnerungen und Erlebnisse einfach noch nicht abgeschlossen sind und mich so Verhaltensweisen und Aussagen in die Lage versetzen, die etwas in mir auslösen? Und vor allem: Wie gehe ich damit in Zukunft um?
Weiter →

Löwenzahn …

Jahre voller grau.
Jahre voller Wut.
Jahre voller Angst.

Jahrelang falsch gedacht.
Jahrelang falsch gehandelt.
Jahrelang mich nicht erkannt.

Heute blüh ich auf.
Heute scheint die Sonne.
Heute bin ich Herr der Probleme.

Jetzt bin ich der Löwenzahn, der zwischen den tristen Pflastersteinen wächst und sein Leben bunt erscheinen lässt. Jetzt ist meine Zeit. Jetzt habe ich verstanden, dass ich mein Problem war!

Generationsdingsbums mit Gefühlen …

Hört auf zu nerven! Ja, es nervt gewaltig, wenn hier alle 2 Tage das Telefon klingelt und als Begrüßung ein: „Ich wollte mal hören, wie es meinem Enkel geht“, durch die Leitung hallt. Es geht ihm gut! Uns übrigens auch. Ja, er schläft gut. Manchmal zwickt der Bauch, weil er nicht richtig Bäuerchen macht, aber unser Sohn ist nicht krank und leidet auch nicht an irgendwas. Er wird es überleben, wenn der Pups mal etwas drückt und zwickt, da darf auch mal geweint werden. Es ist fucking normal! Oder habt ihr alle vergessen, wie es bei euch war, als euer Kind auf der Welt war? Wahrscheinlich. Wahrscheinlich ist das elterliche Denken plötzlich verschwunden und als Großeltern tickt man komplett anders …
Weiter →

„Hilfe zu suchen … [Gastbeitrag]

… und Dinge einfach so zu akzeptieren – das ist Mut.“ So fing die Mail an, die mir Steffi geschickt hat. Natürlich bin ich bereit, auch ihren Gastbeitrag bei mir zu veröffentlichen. Warum auch nicht? Nach wie vor ist das Credo: Reden wir drüber und verschweigen es nicht. Zeigen wir anderen, dass es noch mehr Menschen mit ähnlichen Problemen und Symptomen gibt. Steffi – Gefühlsmensch, Herzmensch, Musikmensch – durch und durch nicht der Krankheit erlegen. Ich ziehe den Hut, weil sie es schafft, IHREN Weg zu gehen. Den Weg, den sie eigentlich will. Mit allen Hürden. Weg vom festen Ufer, der Sicherheit …
Weiter →

Gegenwart!

Einer dieser Tage. Ein Augenblick von vielen. Ein Gedanke, der herausragt. Eine Situation, die ich mir nie ausmalen konnte. Ein Moment, dem ich meine Frage nie gestellt habe. „Was wäre wenn?“ Abläufe, die ich nie durchdacht habe, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Keine Wut, keine Angst, keine Nächte mit quälenden Folgefragen. Es ist einfach jetzt.

Heute trifft meine Vergangenheit auf meine Zukunft. Heute treffen all die Gefühle, die ich die letzten Jahre aufarbeiten musste, auf die Gefühle, die ich zukünftig habe. All die Wut, Trauer, Schmerz, unerfüllten Sehnsüchte, suchende Liebe, vergessene Aufmerksamkeit und Unterstützung werden meinen Mut, Freude, Freiheit, kindliches Dasein, Vertrauen, Verantwortung und Liebe treffen.

Sie treffen sich dort, wo ich so viel erlebt habe. Wo all die Probleme gegenwärtig waren. Wir sind dort, wo ich selbst aufgewachsen bin. Wir werden als Familie dort zusammen sein. Es wird einen gravierenden Unterschied geben: Genau dieser Ort in der Situation mit den Gefühlen wird mir nochmal bewusst machen, dass ich meinen Sohn vor meinen Erfahrungen beschützen werde.

… und heute stehe ich als Gegenwart zwischen der Vergangenheit und Zukunft und habe keine Angst mehr. Keine Angst vor dem Leben. Ich suche nicht mehr, ich habe gefunden. Die Prioritäten, die Liebe, die Verantwortung, das Leben, meine eigene Familie – und mich. Heute!

Mut ist, wenn … [Gastbeitrag]

… du irgendwann die Worte für deine Situation findest. Wenn du erkennst, dass gerade etwas nicht richtig läuft. Mut ist, wenn du versuchst mit jemandem zu sprechen, der Depressionen selbst erlebt. Und es ist auch Mut, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn du noch gar nicht weißt, wo der Weg hingehen soll. Nicht alles erscheint logisch. Nicht immer gibt es den „großen Auslöser“, der die Depression erklärt. Leider. Um so schöner ist es, wenn Menschen ein Stück weit zur Aufklärung beitragen und über sich reden können, wie Martin. … Blogger, Twitterer, Betroffener, Mensch …
Weiter →

Endlich im Leben …

… angekommen. Ich. Mein Sohn. Die Herzfrau. Wir! Seit Tagen kann ich ruhigen Gewissens sagen: „Es geht mir gut. Es geht mir verdammt gut. Und ich habe nicht vor, dass sich das ändert.“ Vergessen, all die Qual der letzten Monate und Wochen. Vergessen, all die Sorgen und Ängste über die Zukunft. Naja, nicht ganz. Irgendwas wird immer wieder aufkeimen und mich ermahnen, dass ich in meiner Spur bleibe. Der 07. August … auf den Punkt genau DER Tag.
Weiter →

Schöne neue Welt …

„Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr.“ (Wilhelm Busch)

Wer das Radiointerview gehört hat oder mir bei Twitter folgt, wird es unlängst wissen. Dezember 2014, kurz vor Nikolaus. Ja, wir wollen Eltern werden, aber als der positive Schwangerschaftstest vor mir lag, konnte ich das noch gar nicht richtig glauben. Der zweite war es dann auch noch. Oha! Wir sind schwanger! JA! ENDLICH!

Und im gleichen Zug springen die Gedanken in die Freude und vermitteln mir das ungute Gefühl, dass es vielleicht doch nicht richtig war. Ja, sicher, der Wunsch war da – nachdem ich lange Zeit nie Kinder haben wollte. Aus Angst, dass ich nicht aus meiner Kindheit lerne und mich ebenso verhalte, wie es meine Eltern getan haben. Doch mit der richtigen Partnerin war der Wunsch da, einfach so. Jetzt. Jetzt, nach Jahren der Therapie, Selbstfindung, Schreiberei, Stress, Wut, Enttäuschung, Lügen, Mutlosigkeit, Gedankenspiralen und Selbstzerstörung bin ich bereit, selbst ein Kind zu haben. Ein Kind, dass ich liebe und dem ich alle Freiheit lassen möchte, um seine Welt und sein Leben zu entdecken. Und die Gedanken? Sind nicht nur Gedanken. Es ist Angst. Angst, meiner Partnerin nicht die Stütze zu sein, die sie braucht. Angst, dass sich die Vererbbarkeit der Depression bestätigt. Angst, dass ich meine Episoden nicht so in den Griff bekommen habe, wie ich es gerade glaube. Angst, dass ich meine Partnerin dann mit allem allein lasse. Angst, dass es so einfach nicht reichen kann für eine Familie.
Weiter →

Mutter(wut)tag …

Da ist er wieder. Der zweite Sonntag im Mai. Muttertag. Der Tag, an dem wir unsere Mutter ehren sollen. Wieder ist es der Tag, an dem ich mich morgens schon unwohl fühle. Ich soll jemanden ehren und besonders schätzen, den ich nicht mehr liebe. Jemanden, zu dem es nur eine Verbindung gibt, weil es der innige Wunsch meiner Großmutter ist. Jemanden, der mir emotional so entfernt ist, dass ich mich kaum für deren Alltag und gesundheitliches Befinden interessiere. Jemand, der nicht erkennt, dass ihr Sohn Bedürfnisse und Wünsche hat. Jemand, der nicht die Regeln für ein vernünftiges Miteinander einhält. Warum muss ich wuterfüllt und voller Gedanken daran sein? Es wühlt mich auf. Wieder ist die Erwartung an mich, dass ich mich zu melden habe oder möglichst direkt mit Blumen vorbeikomme.
Weiter →

Maifeiertag …

Während ihr wahrscheinlich gerade vom Tanz in den Mai nach Hause kommt, sitze ich hier schreibend und lasse die letzten zwei Jahre nochmal präsent werden. Es ist 5.40 Uhr. Warum mein Körper mich an arbeitsfreien Tagen zu dieser Zeit aus dem Bett scheucht, weiß ich noch nicht. Vielleicht ist das aber die Quittung dafür, dass ich die abendlichen Einschlafprobleme – bis auf ein paar wenige Tage – in den Griff bekommen habe. Schlimm? Nein, keinesfalls. „Wer früher wach ist, hat mehr vom Tag.“ Oder? So bin ich in der glücklichen Lage, jeden Morgen den Sonnenaufgang – mit meiner Tasse Kaffee in der Hand – zu beobachten. Heute nicht! Heute fliege ich nochmal über alle Überschriften meines Blogs und schaue, was sich in zwei Jahren Schreiberei ergeben hat.

Sicher habt ihr nicht alles gelesen, oder? Ihr habt mich erst später gefunden, richtig? Vor zwei Jahren habe ich das erste Mal richtig reflektiert offen gesagt, was los ist: „Depressionen.“ Es ging um verletzte Kinder, es ging um Verantwortung, es ging um Eltern und dem Abschied, es ging um Oppa (noch immer mit Doppel-P!), es ging um die Kraft der Gedanken und wie wichtig die Therapie ist, es ging um knallharte Antworten aus dem Umfeld, es ging um die Sinnfrage. Ich wollte lieben, was ist – ich tue es noch. Ich wollte kurz was, ich will es immer noch. Manchmal geht auch nur ums Zuhören, nicht reden! Und dann wurde es Zeit, dass meine Gedanken und die Depression mal ne Zeit in Urlaub gehen.
Weiter →

Ich benutze hier Cookies. Nicht zum Essen, aber zum Zustimmen - wenn du weiterlesen möchtest. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen